Dieselskandal

Verbraucherschutz-Anwälte wollen betroffene Kunden wachrütteln

Der Spot soll Dieselskandal-Geschädigte vor dem bösen Erwachen warnen
© VW Verhandlung / Youtube
Der Spot soll Dieselskandal-Geschädigte vor dem bösen Erwachen warnen
Noch bis zum 31. Dezember 2018 haben vom Dieselskandal betroffene Autofahrer die Möglichkeit, Ansprüche gegenüber dem VW-Konzern geltend zu machen - danach sind diese Ansprüche verjährt. Zwei Anwaltskanzleien reden den Kunden deswegen jetzt mit einer Werbekampagne ins Gewissen.
In dem Spot, der unter anderem auf N-TV, Welt, DMAX, diversen Sky-Sendern sowie Youtube und Facebook läuft, sieht man, was man als Fahrer eines Diesel-Fahrzeugs aus dem VW-Konzern herausholen kann: Ein Neufahrzeug oder eine einmalige Schadensersatz-Zahlung von bis zu 10.000 Euro. Wer jetzt allerdings nicht schnell tätig wird, für den ist es bald vielleicht zu spät - und bekommt gar nichts mehr. 
Wer es nicht so weit kommen lassen will, kann über die in dem Spot beworbene Website diesel-verhandlung.de die Durchsetzung seiner Ansprüche in die Wege leiten. Diese würden die Absender der Botschaft übernehmen: Die Verbraucherschutz-Kanzleien Baum Reiter & Collegen um den ehemaligen Bundesminister Gerhart Baum in Düsseldorf und Gansel Rechtsanwälte aus Berlin. Beide vertreten eigenen Angaben zufolge bereits knapp 20.000 geschädigte deutsche Autofahrer. 


"Mit einer Rechtsdienstleistung eine so breit angelegte Kampagne zu starten ist nicht nur für uns Neuland, sondern für die ganze Branche", sagt Matthias Weigand, Head of Marketing von Gansel Rechtsanwälte. "Dieses Neuland wollen wir mit einer starken Idee betreten, denn Recht muss nicht zwangsläufig trocken sein." Damit es nicht zu trocken wird, hat sich Weigand an einen ehemaligen Kollegen gewendet: Für die Kreation der Kampagne zeichnet Labamba um Kreativchef Felix Schulz verantwortlich. Er und Weigand kennen sich noch aus gemeinsamen Zeiten bei Jung von Matt. Produziert wurde der Spot inhouse mit Hilfe der Produktionsfirma 3Motion aus Leipzig.

"In 20 Sekunden erinnern wir geschädigte Kunden im Diesel-Skandal daran, was ein 'normales Verhalten' für eine Automarke gewesen wäre, die ihre Kunden betrogen hat", sagt Schulz. "Gleichzeitig erklären wir, wer diese Träume wahr werden lässt und was potenzielle Mandanten erwartet, die sich einer Durchsetzung ihrer Ansprüche anschließen."


Aktuell verhandelt die Bundesregierung mit den Autoherstellern, wer die Kosten für die Hardware-Nachrüstung von Dieselfahrzeugen bezahlen soll. Strittig ist dabei offenbar die Frage, ob die Autobesitzer an den Kosten beteiligt werden sollen. Verkehrsminister Andreas Scheuer hat es sich eigener Aussage nach zum Ziel gemacht, "die Selbstbeteiligung der Halter auf null zu setzen." ire
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