Die 100 wertvollsten Unternehmen der Welt

Microsoft verdrängt Apple, SAP hält einsam die Deutschland-Fahne hoch

SAP ist das einzige Unternehmen aus Deutschland, das es in das Ranking geschafft hat
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SAP ist das einzige Unternehmen aus Deutschland, das es in das Ranking geschafft hat
Unter den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt ist nur noch eines aus Deutschland. Waren im vergangenen Jahr mit SAP, Siemens, Volkswagen und Allianz vier deutsche Unternehmen in dem von PwC erhobenen Ranking vertreten, wird inzwischen nur noch SAP in der Rangliste geführt.
Bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft sieht man die Gründe für den Sinkflug der deutschen Unternehmen in globalen Entwicklungen. So hätten europäische Firmen insgesamt 5 Prozent an Wert eingebüßt. "Hier dürften vor allem geopolitische Herausforderungen und die Unsicherheiten durch den Brexit eine große Rolle gespielt haben", sagt Nadja Picard, PwC Europe Capital Markets Leader bei PwC Deutschland. 


Mit einem Börsenwert von 142 Milliarden US-Dollar konnte SAP seine Marktkapitalisierung gegenüber dem Vorjahr (129 Milliarden Dollar) sogar steigern und damit von Platz 62 auf Rang 58 klettern. Den ersten Platz belegt in diesem Jahr Microsoft. Die Software-Firma steigerte ihren Börsenwert um mehr als 200 Milliarden Dollar auf 905 Milliarden. Damit machte der Windows-Entwickler im Vergleich zum Vorjahr 2 Plätze gut.

Vorjahressieger Apple hingegen konnte nur um 45 Milliarden Dollar zulegen und muss den Spitzenplatz damit nach sieben Jahren erstmals wieder räumen. Auch auf den Plätzen dahinter fand ein Wechsel statt: Amazon, das sich kürzlich bereits den Titel der wertvollsten Marke der Welt gesichert hat, bringt es auf eine Marktkapitalisierung von 875 Milliarden Dollar und überholt damit Google-Mutter Alphabet (817 Milliarden). Komplettiert wird die Top 5 durch die Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway, die mit einem Börsenwert von 494 Milliarden Dollar schon deutlich abgeschlagen ist. Insgesamt ist die Marktkapitalisation der 100 größten Aktiengesellschaften der Welt laut PwC innerhalb eines Jahres um 1,04 Billionen US-Dollar (5 Prozent) auf insgesamt 21 Billionen US-Dollar gestiegen. Die Analyse umfasst den Zeitraum zwischen dem 31. März 2018 und dem 31. März 2019. Allerdings fiel das Wachstum deutlich geringer aus als noch im vergangenen Jahr, als die Top-100-Unternehmen um insgesamt 15 Prozent gewachsen waren - globale Unsicherheitsfaktoren wie Spannungen zwischen den USA und China sowie das Brexit-Chaos dürften auch hierfür mitverantwortlich gewesen sein.


Dominiert wird das Ranking erneut von den USA: Bereits zum fünften Mal in Folge stellen die Vereinigten Staaten mehr als die Hälfte der wertvollsten Unternehmen der Welt, nämlich 54. Ihr Anteil an der Marktkapitalisierung liegt bei 63 Prozent (2018: 61 Prozent). Aus dem Großraum China stammen 13 der gelisteten Unternehmen, damit belegt die Region den zweiten Rang. Die bereits erwähnten Handelsunsicherheiten und deren Auswirkungen auf die lokalen Märkte ließen die Region im betrachteten Zeitraum jedoch um 4 Prozent schrumpfen.

Allerdings stellt Greater China 31 der 100 ebenfalls untersuchten "Einhörner", also Start-ups im Privatbesitz, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden. Aus den USA kommen 48. "Die vier großen US-Technologiefirmen Microsoft, Apple, Amazon und Alphabet spielen nach wie vor in einer eigenen Liga", so PwC-Managerin Picard. "Chinesische Firmen werden die Gewichte mittel- bis langfristig allerdings sehr wahrscheinlich verschieben – der mit 30 Prozent sehr große Anteil der ,Einhörner’ aus dem Großraum China spricht sehr dafür."
„Die vier großen US-Technologiefirmen Microsoft, Apple, Amazon und Alphabet spielen nach wie vor in einer eigenen Liga.“
Nadja Picard, Pwc
Nach Branchen liegt der Technologiesektor unangefochten an der ersten Stelle, und zwar schon zum vierten Mal in Folge. Die Marktkapitalisierung des Bereichs beträgt 5,691 Billionen US-Dollar, damit liegt er vor dem Finanz- und dem Gesundheitssektor. Allerdings fiel das Wachstum der Technologiebranche mit 6 Prozent deutlich geringer aus als im Vorjahr. 2018 hatten die Technologieunternehmen ihren Wert um durchschnittlich 34 Prozent steigern können. ire
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