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Dirk Görtz, Vice President Dialogmarketing Deutsche Post
Deutsche Post
Corona-Folgen

Wie die Deutsche Post das Dialogmarketing wieder in Schwung bringen will

Dirk Görtz, Vice President Dialogmarketing Deutsche Post
Die Deutsche Post spürt im Dialogmarketing die Folgen des Lockdowns. Im Kurz-Interview mit HORIZONT verrät Dirk Görtz, Vice President Dialogmarketing, wie er das wieder drehen will, welche Rolle dabei das programmatische Ausspielen von Print-Mailings spielt und warum Partnerschaften wichtig sind.
von Michael Reidel Freitag, 05. Juni 2020
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In Zeiten, in denen die Unternehmen anfangen im Marketing zu sparen, hat es auch das Dialogmarketing schwerer. Doch Dirk Görtz schreckt das nicht. Der Vice President Dialogmarketing bei der Deutschen Post ist überzeugt, gute Argumente für die Diziplin zu haben. Welche das sind, verrät er im kurzen Gespräch mit HORIZONT.

"Im Handel gelten Werbesendungen immer noch als das Leitmedium Nummer eins"

Laut dem aktuellen Quartalsbericht der deutschen Post DHL Group verzeichnet das deutsche Post- und Paketgeschäft ein Plus beim operativen Ergebnis von 47,1 Prozent. Im Briefgeschäft gingen allerdings die Sendungsmengen nach Aussage von Finanzvorständin Melanie Kreis am Ende des Quartals zurück, vor allem im Dialogmarketing. Bekommen Sie jetzt die Folgen des Lockdowns zu spüren? Ja, wenn Werbungtreibende ihre Ausgaben herunterfahren, wirkt sich das immer zeitverzögert aus – vor allem bei Medien, die einen Vorlauf bei der Planung haben. Das entspricht auch dem Markt-Trend: Während im ersten Quartal das Minus des Werbemarktes laut Nielsen mit 0,3 Prozent noch relativ überschaubar war, dürfte es im zweiten Quartal deutlich nach unten gehen. Davon ist auch das Dialogmarketing mit Werbesendungen betroffen.


„Das Print-Mailing ist ideal, wenn es darum geht Menschen zu aktivieren“
Dirk Görtz, Deutsche Post
Nun gilt Dialogmarketing zwar in der Branche nicht unbedingt als sexy, aber als effizient. Wie versuchen Sie die Kunden zu überzeugen, gerade jetzt in das Dialogmarketing zu investieren? Im Handel gelten Werbesendungen immer noch als das Leitmedium Nummer eins. Und gerade der Online-Handel beginnt, das Print-Mailing für die eigene Kommunikation zu entdecken. Wir sagen den Kunden, dass es gerade in der Krise wichtig für sie ist, mit ihren Bestandskunden in Kontakt zu bleiben und sie dort zu erreichen, wo sie gerade sind – zuhause. Es geht schließlich weiter – und da sollten sich Werbungtreibende gut aufstellen. Das Print-Mailing ist ideal, wenn es darum geht Menschen zu aktivieren: Wenig Konkurrenz im Briefkasten, eine hohe Aufmerksamkeit bei den Empfängerinnen und Empfängern. Das bestätigt auch die aktuelle CMC-Dialogpost-Studie.

Wie wichtig ist in der Argumentation, dass die Deutsche Post nun das programmatische Ausspielen von Print-Mailings ermöglicht? Sehr wichtig – vor allem für Kunden, die ihre Werbung über die Marketing Automation und Campaign Management Plattformen aussteuern und dabei performanceorientiert vorgehen. Zudem hat sich im Zuge der Corona-Krise die Bewegung in das Digitale und damit in die Marketing-Technologie verstärkt. Ein weiterer wichtiger Punkt: Das Mediennutzungsverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten hat sich zu einer kanalübergreifenden Customer Journey entwickelt – und die findet online wie offline statt. Zudem erwarten Kundinnen und Kunden eine starke Personalisierung und Individualisierung – auch von klassischen Werbeträgern. Die Integration des Print-Mailings in das Programmatic Advertising ermöglicht Werbetreibenden die Steuerung und Optimierung ihrer Kampagnen aus einer Lösung heraus – und das macht den Prozess einfacher und effizienter.


Trauen Ihnen die Kunden das zu, Digital und Print zu kombinieren? Durchaus. Wir treten ja nicht alleine am Markt auf, sondern mit namhaften Partnern wie Episerver und Emarsys sowie Hubspot, SAP und promio.net – um nur einige zu nennen. Im ersten Moment sind Werbetreibende überrascht, aber im positiven Sinne.

Welche Vorteile bietet das Verfahren für den Kunden? Werbungtreibende können Print-Mailings effizienter einsetzen und sparen Kosten mit Blick auf die Aussteuerung von Kampagnen und den Media-Einsatz. Zudem wird das Thema Individualisierung immer wichtiger – und da bietet das Print-Mailing erstklassige Möglichkeiten. Digitale Lösungen bieten für die Steuerung, Buchung und Optimierung individualisierter Werbung einen einfachen Zugang.

Und für den Empfänger? Empfängerinnen und Empfänger bekommen Werbesendungen, die individuell auf sie zugeschnitten sind und sich an ihren aktuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren. Die Angebote sind relevant – und das stärkt nicht zuletzt die Kundenbindung. Diese individualisierten Angebote haben einen echten Mehrwert, das Anschreiben per Print-Mailing vermittelt Wertschätzung. mir
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