DFL Wirtschaftsreport 2019

Sprudelnde Medien- und Werbeerlöse bescheren Bundesliga neuen Umsatzrekord

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert
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DFL-Geschäftsführer Christian Seifert
Die Saison 2017/18 war für die Deutsche Fußball Liga auf der Umsatzseite erneut ein Jahr der Bestmarken. Vor allem der laufende Medienrechte-Vertrag hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Fußball-Bundesliga den 14. Rekordumsatz in Folge vermelden kann. Doch auch der Bereich Werbung entwickelte sich erneut positiv. Insgesamt erlösten die 36 Vereine aus den beiden höchsten Spielklassen Deutschlands 4,42 Milliarden Euro, was eine Steigerung von 10,3 gegenüber der Vorsaison bedeutet.
Zunächst die Zahlen der ersten Liga: Mit Gesamterlösen in Höhe von 3,81 Milliarden Euro (+ 13 Prozent) konnte die Bundesliga ihre Umsätze innerhalb von sieben Jahren verdoppeln. In der Saison 2010/11 hatten 1,94 Milliarden Euro zu Buche gestanden. Haupttreiber dabei war der aktuelle Medienvertrag, der bis einschließlich der Spielzeit 2020/21 gilt. Aus der Vermarktung der nationalen Medienrechte erlösten die 18 Erstligisten rund 1,25 Milliarden Euro, was ein Plus von 30 Prozent bedeutet. Der Bereich Mediale Verwertung macht damit schon gut ein Drittel der Gesamterlöse aus (Vorsaison: 28,5 Prozent).


Auch in anderen Bereichen zeigt der Pfeil nach oben. Etwa bei der Werbung: Mit Sponsoring und Werbepartnerschaften verdiente die Bundesliga in der abgelaufenen Saison rund 872 Millionen Euro, das sind etwa 18 Millionen Euro mehr als im Jahr davor. Durch die zunehmende Bedeutung der Medienerlöse sank der Umsatzanteil der Werbung von 25 auf 23 Prozent. Es folgen die Transfererlöse (645,5 Millionen Euro; Anteil: 16,9 Prozent) und der Spielertrag (538 Millionen Euro; Anteil: 14,1 Prozent), unter den im Wesentlichen die durch Ticketverkäufe erzielten Erlöse fallen. Dass das Ergebnis der 18 Erstligisten nach Steuern um 32 Prozent auf knapp 102 Millionen Euro gesunken ist, macht der DFL derweil keine Sorgen. Es handele sich dabei um einen guten Wert, der Unterschied zur Vorsaison bewege sich "im durchaus üblichen Korridor". Gewinn nach Steuern machten 13 Erstliga-Vereine - wer die fünf Clubs mit Verlusten sind, veröffentlichte die DFL nicht.

Ein weiterer kleiner Wermutstropfen in der Gesamtbilanz sind die Zahlen der Zweiten Bundesliga. Hier gingen die Gesamterlöse um vier Prozent auf 608 Millionen Euro zurück. Die Liga gebe damit aber aus Sicht der DFL weiter ein "ökonomisch gutes Bild" ab. Hauptgrund für den Rückgang dürfte der Aufstieg der zugkräftigen Vereine VfB Stuttgart und Hannover 96 sein, für die aktuell Darmstadt und Ingolstadt nun in Liga 2 kicken.


Doch insgesamt ist die 2. Bundesliga wirtschaftlich gesund. Das zeigt vor allem das Ergebnis unter dem Strich: Machten die 18  Clubs im Jahr zuvor noch einen Verlust von 40,6 Millionen Euro, so ergab sich nun ein positives Nach-Steuer-Ergebnis von 26,7 Millionen Euro.
Das sagt der DFL-Chef:
"Der deutsche Profifußball hat sich unverändert positiv entwickelt. Dazu tragen wesentlich die Erlöse aus den aktuellen Medienverträgen bei, die sich erstmals in den Bilanzen niederschlagen", so DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Die Digitalisierung und die Globalisierung würden dem deutschen Profifußball in den kommenden Jahren zudem weitere Chancen eröffnen. "Um für die Clubs ebenso wie für bestehende und potenzielle Partner ein optimales Umfeld zu schaffen, arbeitet die DFL konsequent an der Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen", erklärt Seifert. "Dazu gehört der Ausbau der Innovationsführerschaft im Bereich technologischen Fortschritts ebenso wie die Präsenz in internationalen Märkten."
Damit der deutsche Profifußball seine Erlöse weiter steigern kann, arbeitet DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bereits an der Ausarbeitung des kommenden Medienrechte-Vertrags, der dann ab der Saison 2021/22 gilt. Im Frühjahr 2020 soll der Pitch entschieden sein, berichtet das Handelsblatt. Clubseitig hofft man dabei vor allem auf finanzkräftige Bieter wie Netflix, Facebook, Apple und vor allem Amazon. Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge dürfte vielen seiner Kollegen aus dem Herzen sprechen, wenn er im Handelsblatt erklärt: "Die Rechte werden noch explodieren. Die wichtigsten Player sind noch gar nicht im Spiel".

Ob die Bundesliga auf Facebook hoffen darf, ist zumindest fraglich. Auf dem Spobis in Düsseldorf Ende Januar erklärte Peter Hutton, bei dem Social Network für globalen Sportrechteeinkauf zuständig, dass die nationalen Medienrechte der Bundesliga "derzeit sicherlich nicht auf unserer Roadmap" seien. Schon interessanter seien internationale Bundesliga-Rechte. ire
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