"Deutschland wird ein perfekter Gastgeber sein"

DFB-Sponsoren jubeln über die EM-Vergabe

Samsung gehörte zu den ersten Gratulanten
© Samsung / Facebook
Samsung gehörte zu den ersten Gratulanten
Deutschland wird die Fußball-Europameisterschaft 2024 ausrichten. Nicht nur für den DFB und die Vereine ein Grund zur Freude: Auch die Sponsoren des Verbands frohlocken - denn abgesehen vom Prestige wird ein großes Turnier im Heimatmarkt die Aufmerksamkeit automatisch auf die deutsche Nationalmannschaft lenken. Überhaupt hofft die deutsche Wirtschaft auf einen Schub durch die EM im eigenen Land.
Zu den ersten Gratulanten gehört Kasper Rorsted: "Deutschland wird ein perfekter Gastgeber sein", sagt der CEO von Adidas. "Als langjähriger Partner des DFB freuen wir uns auf die Europameisterschaft im Herzen Europas." Die Herzogenauracher, die auch Sponsor des europäischen Fußball-Verbandes Uefa sind, können der EM in sechs Jahren auch deswegen entspannt entgegenblicken, weil Adidas dann noch sicher DFB-Sponsor sein wird: Der Vertrag wurde erst kürzlich bis 2026 verlängert.


Auch von der Commerzbank kommen Glückwünsche. Das Frankfurter Finanzinstitut wird mindestens bis zum 31. Juli 2024 zum Partnerpool des DFB gehören. "Die Commerzbank freut sich, dass der Deutsche Fußball-Bund Ausrichter der Fußball Europameisterschaft 2024 ist", lässt das Unternehmen ausrichten. "Als langjähriger Partner des DFB freuen wir uns gemeinsam mit den vielen Fußball Fans auf die EM in Deutschland. United by Football – vereint im Herzen Europas."

Bei Samsung hingegen ist noch unklar, welche Beziehung in sechs Jahren zum DFB besteht. Die vor der diesjährigen Weltmeisterschaft geschlossene Partnerschaft ist zunächst bis 2021 terminiert. Dennoch lässt es sich der Elektronikhersteller nicht nehmen, über die EM-Vergabe nach Deutschland zu frohlocken: "Der DFB holt das Ding! Wir gratulieren Deutschland und dem DFB-Team zur EM 2024 und freuen uns gemeinsam auf das nächste Sommermärchen", heißt es in einem Facebook-Post. 
Auch McDonald's freut sich via Social Media auf "Gäste aus der ganzen Welt". Ein Ereignis wie die Fußball-Europameisterschaft sei "immer ein tolles Ereignis für ein Land", ergänzt ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage. "Die Begeisterung für Fußball verbindet über viele Grenzen hinweg und gibt Menschen die Möglichkeit, zusammenzukommen und beim Spiel gemeinsam mitzufiebern. Das ist etwas, das wir als Unternehmen, das für Integration steht, sehr begrüßen." McDonald's ist offiziell bis Ende 2018 DFB-Partner, aktuell laufen die Gespräche mit dem DFB über eine mögliche Verlängerung.
Noch etwas zurückhaltend agiert die Lufthansa. Die Airline, die sich in diesem Jahr einen großen Faupxas mit ihrer WM-Kampagne geleistet hatte, "begrüßt die Entscheidung, die EM 2024 in Deutschland auszurichten", wie eine Sprecherin mitteilt. Die Zurückhaltung ist allerdings bewusst gewählt, denn: Der Vertrag mit dem DFB läuft Ende des Jahres aus. Aktuell befinde man sich im Gespräch mit dem Verband, lässt die Lufthansa-Sprecherin ausrichten.


Zuvor hatte sich bereits der Handelsverband Deutschland in Person von Hauptgeschäftsführer Stefan Genth zu der EM-Vergabe geäußert - und große Hoffnungen mit dem Turnier verbunden: "Das Sommermärchen von 2006 hat dem Handel einen geschätzten zusätzlichen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro gebracht", so Genth gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Von einer EM in Deutschland seien ähnliche Effekte zu erwarten. "Wenn es dann für die deutsche Mannschaft gut läuft, kaufen die Menschen neben Fanartikeln wie Trikots, Schals und Hüten auch mehr Lebensmittel und Getränke zum gemeinsamen Public Viewing und Grillen", so Genth. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag kommt zu einer ähnlichen Einschätzung: "Meisterschaften im eigenen Land schlagen erfahrungsgemäß auf das Wirtschaftswachstum durch", sagte DIHK-Experte Volker Treier gegenüber Reuters. Und auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga rechnet mit positiven Effekten: "Mannschaften, Veranstalter, Sponsoren und Partner, Journalisten, Mitarbeiter, aber natürlich auch die Fans werden in unseren Häusern schlafen und sich in unseren Betrieben gastronomisch verwöhnen lassen", zitiert Reuters die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. "Das ist gut für den Tourismus in Deutschland und damit insbesondere für seine Hauptleistungsträger Gastronomie und Hotellerie." ire
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