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Das Dialogmarketing der deutschen Unternehmen wird immer digitaler
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DDV-Studie

Diese Unternehmen beherrschen Dialogmarketing am besten

Das Dialogmarketing der deutschen Unternehmen wird immer digitaler
Während langsam die Prospektwerbung zu verschwinden scheint und pandemiebedingt ohnehin vieles ins Digitale verlegt wurde, überrascht es wenig, dass das Thema Digital Marketing für die Unternehmen im deutschsprachigen Raum weiter an Bedeutung zulegt. Der Deutsche Dialogmarketing Verband (DDV) gibt in Kooperation mit absolit Dr. Schwarz Consulting nun zum vierten Mal die jährliche Digital Marketing Benchmarks-Studie heraus.
von Jana Wilhelm Sonntag, 18. September 2022
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Kernergebnis der Studie ist, dass die Unternehmen das Digital Marketing im Gegensatz zum Vorjahr weiter ausbauen und sich deutlich mit neuen Möglichkeiten und Kanälen auseinandersetzen. Studienautor Torsten Schwarz konstatiert: "Dieses Jahr ist deutlich mehr Bewegung im Markt als noch im Jahr zuvor. Profis bauen ihren Vorsprung weiter aus und immer mehr Unternehmen bauen eine solide Grundlage für ihr Online Marketing auf." Bereits 64 Prozent der Firmen bauen ihr digitales Marketing auf einer Kombination aus Social Media, Email-Marketing, Search Engine Advertising (SEA) und aktiver Leadgenerierung auf. 2019 waren es lediglich 49 Prozent. Das bedeutet aber auch, dass ein Drittel aller beteiligten Unternehmen noch Potential verschenken.
Die vier Säulen des Digital Marketings
© DDV/absolit
Die vier Säulen des Digital Marketings


Im Zuge der Untersuchung wurde erneut die digitale Marketing-Praxis von rund 5000 Unternehmen im deutschsprachigen Raum ausgewertet. Sie kommen aus neun Branchen und insgesamt 233 Sektoren. Um die Aussagefähigkeit der Datensätze zu erhöhen, wurden in diesem Jahr 117 Kriterien aus vier Bereichen erhoben.

Der Handel beherrscht die Kundenansprache über mehrere Kanäle nach wie vor am besten. 88 Prozent der Unternehmen in diesem Bereich arbeiten mit einer Multikanal-Strategie. So kommen auch die Gewinner des Gesamtrankings aus dem Handel. Spitzenreiter im Einsatz von Multichannel-Marketing ist der Discounter Lidl, der in diesem Jahr vom zweiten auf den ersten Platz aufsteigt. Kaufland macht im Vergleich zum Vorjahr 25 Plätze wett und landet auf dem zweiten Platz. Auf dem dritten Platz steht Versandhandel Otto, der im letzten Jahr das Ranking für sich entschieden hatte, dieses Jahr aber die Deutsche Bahn an dritter Stelle ablöst.

Was die meisten Unternehmen gemeinsam haben, ist, dass Email-Marketing sowie die Nutzung von Social Media für viele bereits zum Tagesgeschäft gehören. Auch wenn sich in diesem Jahr viel getan hat und es hauptsächlich Wachstum zu verzeichnen gibt, zeigt sich: Je näher das Ende der Third Party Cookies kommt, desto mehr Geld müssen die Unternehmen auch in bezahlte Online-Werbung investieren. Nach der Stagnation im letzten Jahr gibt es einen Anstieg um 4 Prozentpunkte bei der Nutzung bezahlter Online-Werbung. Auch wenn es vielen Firmen, Marken und Händlern gelingt, die Konsumenten und Konsumentinnen auf ihre Website zu ziehen, so scheint es doch ungleich schwerer, sie auch dort zu halten. In Sachen aktive Leadgenerierung herrscht also noch Handlungsbedarf, wie Absolit-Geschäftsführer Schwarz betont.

2021 zeigte die Studie eine steigende Präsenz auf Instagram; in diesem Jahr ist das große Thema TikTok. Jedes fünfte Unternehmen hat einen eigenen TikTok-Account und 80 Pozent davon waren im letzten Jahr aktiv. Eine Gegenüberstellung von Followerzahlen und Views wirft jedoch die Frage auf, welches Gewicht die Ersteren tatsächlich haben, da die Anzahl der Aufrufe z.T. sehr viel höher liegt. Um im Gedächtnis zu bleiben, muss sich allerdings eine Regelmäßigkeit in der Aktivität einstellen. Über die Sozialen Medien lassen sich natürlich auch nicht nur Konsument:innen ansprechen, sondern ebenfalls zukünftige Arbeitskräfte. Es sprechen also mehrere Faktoren dafür, als Unternehmen oder als Marke in diesem Bereich seine Reichweiten auszubauen.

Alles in allem ist DDV-Präsident Martin Nitsche zufrieden: "Dieses Jahr fiel es uns schwer herauszufinden, wo die bad news liegen. In der Summe ist es eine gute Nachricht, dass sich alles in die richtige Richtung bewegt." Die Kurzversion der Studie steht auf ddv.de zur Verfügung. jw
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