Corporate Design

Warum Mastercard seine Wortmarke aus dem Logo streicht

Die überlappenden Kreise sollen künftig das alleinige Erkennungszeichen von Mastercard sein
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Die überlappenden Kreise sollen künftig das alleinige Erkennungszeichen von Mastercard sein
Nur wenige Unternehmen trauen sich, in der Kommunikation auf ihre Wortmarke zu verzichten. Mastercard will nun offenbar mit Vorzeige-Brands wie Apple und Nike gleichziehen. Der Finanzdienstleister streicht ab sofort den Unternehmensnamen aus seinem Logo. Künftig sollen die beiden sich überlappenden Kreise in rot und gelb das alleinige Erkennungszeichen der Marke sein.

Dass Mastercard sein Logo überarbeitet, kommt durchaus überraschend. Das Unternehmen ist nicht gerade bekannt dafür, beim Thema Corporate Identity allzu sprunghaft zu agieren. Vor dem letzten Logo-Relaunch, für den Mastercard Mitte 2016 von Experten mit Lob überschüttet wurde, hatte die Marke ihre Brand Identity satte 20 Jahre lang nicht angetastet.



Nun kommt schon nach zweieinhalb Jahren der nächste Relaunch - und der hat es durchaus in sich. Wie das Unternehmen mitteilt, wird die Wortmarke "Mastercard" künftig von den Kreditkarten verschwinden. Auch am PoS, auf Events und in der Werbung hat der Schriftzug ausgedient - dasselbe gilt für die digitalen Kanäle.

Die Evolution des Mastercard-Logos
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Die Evolution des Mastercard-Logos
Raja Rajamannar, Chief Marketing and Communication Officer bei Mastercard, begründet den radikalen Schritt damit, dass sich die Marke in Zeiten des digitalen Wandels neu erfinden und vor allem einfacher auftreten müsse. Der Verzicht auf den Unternehmensnamen hat offenbar vor allem pragmatische Gründe. Das neue Logo sei flexibler einsetzbar und lasse sich anders als das alte Signet problemlos auf sämtlichen digitalen Kanälen ausspielen, heißt es bei dem Unternehmen.


Angst, dass das Symbol mit dem roten und dem gelben Kreis als alleiniges Erkennungszeichen scheitern könnte, hat der Manager nicht. "Mehr als 80 Prozent der Menschen ordnen das Mastercard-Symbol spontan unserer Marke zu, ohne das Wort Mastercard zu sehen", berichtet Rajamannar. Aufgrund dieser Ergebnisse habe sich das Unternehmen darin bestärkt  gefühlt, den nächsten Schritt in seiner Marken-Evolution zu gehen. "Wir sind sehr stolz auf unsere Markenhistorie und sind gespannt darauf zu sehen, wie die ikonischen Kreise künftig für sich selbst stehen werden."

Beim Rebranding beraten wurde Mastercard von der Agentur Pentagram. Deren Chef hat Rajamannar offenbar dabei ermutigt, den Schritt zu gehen. "Wir leben in einer Zeit, in der wir immer weniger mit Worten und immer mehr mit Symbolen kommunizieren", sagt Michael Bierut. Mastercard habe das Glück, mit den überlappenden Kreisen über eine Bildmarke zu verfügen, die bereits zur Gründung im Jahr 1966 eingeführt wurde - und daher sehr etabliert sei. Aus Sicht Bieruts kann das Symbol die Marke daher besser repräsentieren als es ein Wort jemals könnte. mas

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