Corona-Krise

ZAW rechnet im April mit 40-prozentigem Rückgang der Werbespendings

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Das Coronavirus belastet die Wirtschaft
© Gerd Altmann auf Pixabay
Das Coronavirus belastet die Wirtschaft
Der coronabedingte Shut Down beeinträchtigt nicht nur den Alltag der Verbraucher. Die jüngsten Prognosen von IWF, Wirtschaftsweisen und EU-Kommission lassen keinen Zweifel daran, dass auch die Wirtschaft enorm leiden wird. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW wagt jetzt eine erste Prognose zu den Folgen der Corona-Pandemie auf den deutschen Werbemarkt. Es sieht nicht gut aus.
Aus dem Statement des ZAW lässt sich tiefes Bedauern herauslesen - Bedauern darüber, dass bis vor wenigen Wochen die (Werbe-)Welt noch völlig in Ordnung war und alles auf ein gutes Jahr hindeutete. Doch dann sei die bis dahin florierende Wirtschaft wegen des Coronavirus schlagartig heruntergefahren worden. Die Werbewirtschaft sei von dieser "Vollbremsung" in besonderer Weise betroffen.


Besonders stark von der Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogen wird laut ZAW aktuell wenig überraschend vor allem die Gattung Kino, die aufgrund der bundesweiten Schließung von Lichtspielhäusern derzeit im Grunde keinerlei Werbeeinnahmen mehr verzeichnet. Auch die Gattung Event-, Sport-und Sponsoring sei wegen der Absagen von Großevents wie Fußball-EM und Olympia samt Übertragungsrechten und Sponsoring inzwischen komplett zum Stillstand gekommen. 

Die anderen Werbeträger seien "unterschiedlich stark" von der Covid-19-Krise betroffen, heißt es. Dies habe vor allem damit zu tun, dass die Werbungtreibenden laut ZAW die Folgen der Krise nicht allesamt gleichermaßen zu spüren bekommen, weshalb es auch keinen einheitlichen Trend bei den Investitionen in Marketing und Werbung gebe. Auch die coronabedingte Verlagerung von Werbebudgets in andere Kanäle folgt nach Einschätzung des ZAW derzeit keinem einheitlichen Schema.


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Die Tendenz ist aber eindeutig: "Unter dem Strich sehen wir selbst bei denjenigen Werbeträgern, die nicht unmittelbar vom Markt genommen sind, erhebliche Erlösverluste", teilt der ZAW mit. Allein für den April geht der Spitzenverband der deutschen Werbewirtschaft über alle Medien hinweg von einem Rückgang der Werbeinvestitionen von mindestens 40 Prozent aus. Für den März hätten die Werbeträger dem Verband ab der heißen Phase der Corona-Krise, also ab dem 10. März, Reduktionen zwischen 30 und 80 Prozent gemeldet, heißt es.

„Das Werbejahr 2020 wird das ungewöhnlichste in der Geschichte der Bundesrepublik werden. “
Andreas F. Schubert
Eine Prognose, wie sich die Werbekonjunktur ab Mai entwickelt, ist aus Sicht des ZAW derzeit nicht möglich, da es derzeit noch zu viele Fragezeichen gebe. "Wie stark die Werbewirtschaft am Ende des Jahres tatsächlich betroffen sein wird, zeigen die kommenden Monate. Aktuell schreiben wir den Monat März und das erste von vier Quartalen ist vorüber. Wir hoffen, dass mindestens zwei Quartale deutlich besser werden", sagt Andreas F. Schubert. Das Werbejahr 2020 wird aus Sicht des ZAW-Präsidenten jedenfalls als das ungewöhnlichste in die Geschichte der Bundesrepublik eingehen. "Nie hat es eine derartige wirtschaftliche Vollbremsung in der Geschichte unseres Landes gegeben, von der auch unsere Branche hart getroffen ist." mas
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