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In Zeiten von Corona vertrauen Verbraucher vor allem ihrem Arbeitgeber
Vektor Kunst auf Pixabay
Corona-Krise

Diese Quellen finden die Verbraucher am glaubwürdigsten

In Zeiten von Corona vertrauen Verbraucher vor allem ihrem Arbeitgeber
Dass Unternehmen von den Bürgern auch als Informationsquelle genutzt werden, das haben bereits frühere Ausgaben des Edelman Trust Barometers gezeigt. Daran ändert auch die Corona-Krise nichts - ganz im Gegenteil. Eine Sonderausgabe der Studie zeigt nun, dass der eigene Arbeitgeber sogar die vertrauenswürdigste Quelle ist, wenn es um glaubwürdige Informationen rund um Covid-19 geht.
von Marco Saal Dienstag, 17. März 2020
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Für den repräsentativen Special Report "Trust und der Coronavirus" hat Edelman in der Zeit vom 6. bis zum 10. März insgesamt 10.000 Menschen in den zehn Ländern Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Südafrika, Südkorea, Großbritannien und den USA befragt. Das Ergebnis zeigt einmal mehr, dass Owned Media, also von Unternehmen selbst betriebene Medienkanäle, im Aufwind sind. So geben 63 Prozent der Befragten an, dass sie Informationen von ihrem Arbeitgeber rund um das Coronavirus nach ein- oder zweimaliger Kommunikation vertrauen. Zum Vergleich: Das sagen nur 58 Prozent über die Informationen einer Regierungswebsite und 51 Prozent über die der traditionellen Medien. Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, dass sie sozialen Medien niemals glauben würden, wenn sie ausschließlich hier Informationen zu dem Thema finden konnten (35 Prozent).


„Es ist dringend notwendig, dass Unternehmen faktenbasierte Entscheidungen ermöglichen und ihren Mitarbeitern das Gefühl geben, Teil einer breiten gesellschaftlichen Bewegung zur Bekämpfung des Virus zu sein.“
Christiane Schulz
Bei der Nutzung sieht es allerdings etwas anders aus. So sind die etablierten Nachrichtenangebote die meist genutzte Informationsquelle. Laut Edelman werden die Hauptnachrichtenkanäle fast doppelt so stark genutzt wie die Online-Seiten globaler (WHO) oder nationaler Gesundheitsorganisationen wie etwa CDC. Ingesamt geben 74 Prozent an, dass sie sich um die Verbreitung gefälschter Nachrichten und Falsch-Informationen über das Virus sorgen.

Wenn es um Personen geht, dann werden Wissenschaftler und Mediziner am vertrauenswürdigsten eingestuft. 68 bis 83 Prozent der Befragten geben an, dass sie Wissenschaftlern und Medizinern am meisten vertrauen. Einer Stimme "wie du und ich" vertrauen dagegen 63 Prozent der Befragten. Regierungsbeamte (48 Prozent) und Journalisten (43 Prozent) stehen dagegen mit weniger als 50 Prozent Vertrauen am unteren Ende der Rangliste.


Zu dem Umfrageergebnis passt, dass 85 Prozent der Befragten mehr Informationen von Wissenschaftlern und weniger von Politikern fordern. 58 Prozent der Befragten befürchten sogar, dass die Krise für politische Zwecke aufgebauscht wird. Der CEO des eigenen Arbeitgebers liegt mit 54 Prozent in der Mitte der Rangliste.

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Die Umfrage gibt auch Hinweise darauf, wie häufig sich Verbraucher über das Thema informieren wollen. So verfolgen sieben von zehn Befragten die Nachrichtenlage über den Coronavirus in den Medien mindestens einmal am Tag. 33 Prozent geben an, dass sie mehrmals am Tag nach Informationen suchen. Von den Arbeitgebern wird erwartet, dass sie die Informationen über Covid-19 regelmäßig aktualisieren. Dabei fordern 63 Prozent mindestens tägliche Aktualisierungen.

Wie hoch das Vertrauen in das eigene Unternehmen ist, wird auch an anderer Stelle deutlich. So glauben die Verbraucher in acht von zehn untersuchten Ländern mehrheitlich, dass der eigene Arbeitgeber besser auf das Virus vorbereitet ist als das Land an sich. 62 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Arbeitgeber effektiv und verantwortungsbewusst auf das Virus reagiert.

Auch wenn den Unternehmen enormes Vertrauen entgegengebracht wird - die Erwartungen sind auch nicht ohne. So erwarten 78 Prozent der Befragten, dass die Wirtschaft zum Schutz der Mitarbeiter und der örtlichen Gemeinschaft handelt. 79 Prozent sehen Arbeitgeber in der Pflicht, dass sie ihre Abläufe anpassen, Regelungen für die Arbeit außerhalb der Büroräume schaffen, nicht relevante Veranstaltungen absagen und Geschäftsreisen untersagen. Hinzu kommt, dass 73 Prozent erwarten, dass die Personalpolitik anpasst und so unter anderem bezahlter Krankenstand gewährt wird und gefährdete Mitarbeiter daran gehindert werden, zur Arbeit zu kommen. 

Auch Transparenz ist gefragt: So wollen die Mitarbeiter Klarheit darüber, wie viele Kollegen sich mit dem Virus infiziert haben (57 Prozent) und wie sich dieser auf die Arbeitsfähigkeit des Unternehmens auswirkt (53 Prozent). "Für Unternehmen ist diese Form der Verantwortung neu und von großer Bedeutung. Arbeitgeber müssen ihren Vertrauensvorschuss vor allem jetzt nutzen und mit zielgerichteter Kommunikation auf möglichst viele Unsicherheiten Antworten geben", sagt  Christiane Schulz, CEO von Edelman Deutschland. Es sei dringend notwendig, "dass Unternehmen faktenbasierte Entscheidungen ermöglichen und ihren Mitarbeitern das Gefühl geben, Teil einer breiten gesellschaftlichen Bewegung zur Bekämpfung des Virus zu sein." mas
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