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Von Marken wird in der Krise zunehmend gesellschaftliches Engagement erwartet
Miroslava Chrienova auf Pixabay
Corona Consumer Report

Drei Viertel der Deutschen fordern in der Krise soziales Engagement von Marken

Von Marken wird in der Krise zunehmend gesellschaftliches Engagement erwartet
Das Coronavirus und seine Folgen ist weiter das alles beherrschende Thema - und das wird auch noch einige Zeit so bleiben. Viele Marktforscher untersuchen deshalb in zahlreichen Studienwellen die Auswirkungen der Pandemie und des aktuellen Lockdowns auf die Wirtschaft, die Mediennutzung oder Konsumverhalten der Menschen. So auch Appinio. In der fünften Befragungswelle seines "Corona Consumer Reports" hat das Start-up jetzt zum ersten Mal abgefragt, welches Engagement die Verbraucher sich von Unternehmen und Marken in der Krise konkret wünschen.
von Tim Theobald Dienstag, 21. April 2020
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Das Ergebnis: 78 Prozent der Befragten erwarten im Allgemeinen, dass sich Unternehmen während der Pandemie für die Gesellschaft einsetzen. Die meisten Probanden fordern dabei, dass die Firmen Home Office anbieten (50 Prozent). Nur ungleich weniger Menschen erwarten, dass niemand in Kurzarbeit geschickt oder entlassen wird (47 Prozent). Zumindest in punto Kurzarbeit werden diese Erwartungen von vielen Firmen - vor allem von Medienunternehmen und Verlagen - bereits enttäuscht.


Des Weiteren soll laut den Befragten möglichst die Produktion auf Waren umgestellt werden, die in der Krise relevant sind (44 Prozent). Zudem empfinden es 43 Prozent der Studienteilnehmer als wichtig, dass den Mitarbeitern die Lage des Unternehmens in der Krise transparent kommuniziert wird. Schließlich wünschen sich 44 Prozent der Befragten, dass Hersteller ihre Produktion auf Waren umstellen, die in der Krise besonders relevant sind. Geldspenden an Gastronomiebetriebe oder Kulturbetriebe erwartet dagegen lediglich ein Viertel der Befragten.
Angst Zweck Pixabay
© Gerd Altmann / Pixabay
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Auch das eigene gesellschaftliche Engagement der Probanden steigt laut der Appinio-Umfrage. Demnach kaufen 47 Prozent der Befragten für Familie und Bekannte ein, 35 Prozent für Risikogruppen. 36 Prozent zeigen laut eigenen Angaben mehr Geduld und Nachsicht bei entstandenen Nachteilen durch die Krise. Zudem kaufen 34 Prozent eher bei kleineren Läden ein statt bei großen Händlern online. 28 Prozent bestellen vermehrt ihr Essen online, um die Gastronomie zu unterstützen. Eigene Besitztümer (10 Prozent) oder Geld (9 Prozent) spenden dagegen nur wenige.

In der fünften Befragungswelle hat Appinio auch untersucht, worauf die Verbraucher in diesen Zeiten beim Kauf von Produkten besonders achten. Dabei sind vor allem die Aspekte fairer Preis (47 Prozent) und die hohe Qualität der Produkte (36 Prozent) für die Konsumenten am wichtigsten. Außerdem fordern die Befragten, dass ein Produkt hält, was es verspricht (32 Prozent) sowie dass es regional hergestellt wird (29 Prozent). Weniger bedeutsam für die Studienteilnehmer sind in Zeiten der Corona-Pandemie dagegen Innovationen und neue Produkte (7 Prozent). Im Geschlechtervergleich sind Frauen faire Preise (50 vs. 44 Prozent) und Regionalität (32 vs. 26 Prozent) wichtiger als Männern. Die wünschen sich im Vergleich vielmehr eine hohe Qualität (40 vs. 32 Prozent) sowie Innovationen und neue Produkte der Unternehmen (10 vs. 4 Prozent).


Für den "Corona Consumer Report" wurden in der ersten Welle 2500 Personen von 16 bis 65 Personen per App über einen Online-Fragebogen befragt. In den weiteren Befragungswellen wurden jeweils 1000 Personen befragt. tt
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