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Beim stationären Shoppen werden mobile Online-Elemente und Augmented Reality immer wichtiger
IMAGO / agefotostock
Connected Shopping

Gen Z und Millennials erwarten auch in stationären Läden interaktive Elemente

Beim stationären Shoppen werden mobile Online-Elemente und Augmented Reality immer wichtiger
Zu den viel beschworenen dauerhaften Veränderungen durch die Corona-Pandemie gehört auch das Einkaufsverhalten. Gerade junge Menschen dürstet es aktuell nach realen Shopping-Erlebnissen - bei denen sie die Vorzüge des E-Commerce jedoch nicht mehr missen wollen. Einer globalen Studie von Snap und Foresight Factory zufolge werden Online und Offline deshalb immer mehr verschmelzen (müssen). Das Zauberwort heißt "Connected Shopping".
von Helena Birkner Mittwoch, 07. Juli 2021
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Für stationäre Läden hat das Ringen um Kundschaft mit der Entspannung der Pandemielage wieder begonnen. Doch vom "business as usual" sind sie noch weit entfernt - und sollten in einigen Punkten auch gar nicht mehr dahin zurückkehren. Denn wie die Befragung von rund 20.000 Verbrauchern weltweit durch Snap und die Foresight Factory ergeben hat, haben sich vor allem die Ansprüche der jungen Konsumenten verändert.

So lautet das zentrale Ergebnis der Umfrage, dass die Kombination aus physischem Aufenthalt in einem Geschäft mit nützlichen digitalen Elementen der neue Schlüssel zum Erfolg sein könnte, um die Menschen zurück in die Innenstädte und Shoppingcenter zu locken. Dabei könnte neben online abrufbaren Bestandsinformationen zur Verfügbarkeit von Produkten auch AR-Technologie künftig eine wichtige Rolle spielen, teilt Snap sicher nicht ganz uneigennützig mit.
Methodik

Zum Aufbau dieser Studie kombinierte Snap die geschützten Datenverfahren von Foresight Factory und bestehende Informationen zu Trends mit neu erworbenen quantitativen und qualitativen Studien in allen
zwölf Märkten weltweit.

Trendanalyse: Überprüfung der Datenbank von Foresight Factory mit über 80 Verbrauchertrends weltweit, um Erkenntnisse zur Makro-Verbraucherlandschaft zu gewinnen und wichtige Bereiche zur Erkundung in Bezug auf die Zukunft des Shoppings zu ermitteln.

Quantitative Studie: Umfrage mit 20.000 Verbrauchern in allen zwölf Märkten weltweit, einschließlich 2.073 deutscher Teilnehmer im Mai 2021, mit ineinandergreifenden Quoten, aufgeteilt nach Alter und Geschlecht.

Expertengremium: Gründliche Befragungen mit Experten der globalen Einzelhändler, Fachhändler und technologischer Start-Up-Unternehmen an vorderster Front der Lösungen/Innovationen zum Shopping.

Geschützte Datenanalysen: Verwendung des geschützten Verfahrens von Foresight Factory, um eine maßgeschneiderte Prognose für die künftige Verwendung der augmentierten Realität im Shopping-Prozess bis 2025 zu treffen (auf global zusammengefasster Ebene in jedem der zwölf Märkte).



15 Prozent der deutschen Verbraucher würden einen Laden aufsuchen, der sofortigen Zugriff auf Bestandsinformationen bietet, unter Snapchat Usern sind es sogar 32 Prozent. Weitere 38 Prozent der Kunden geben an, einen solchen mobilen Service nutzen zu wollen, wenn er in einem stationären Geschäft verfügbar wäre, das sie ohnehin besuchen wollten.

Die Studie ergab, dass fast die Hälfte der deutschen Verbraucher während der Lockdowns auch die sozialen und interaktiven Aspekte des Shoppens vor Ort besonders vermisst hat. Bei der Gen Z (zwischen 1995 und 2010 Geborene) sind es sogar 52 Prozent. Mehr als zwei von fünf Verbrauchern in Deutschland empfanden es als frustrierend, Produkte beim Online Shopping in der Pandemie vor dem Kauf nicht anfassen und anprobieren zu können. Hierbei ist die Zahl in der Gen Z mit 49 Prozent und bei den Snapchattern mit 58 Prozent noch höher.
© Snap / Foresight Factory
Um sich dennoch Meinungen zu Produkten einzuholen und miteinander auszutauschen, teilen 48 Prozent der Gen Z seit der Pandemie deutlich mehr Fotos und Screenshots von Produkten mit Freunden und Familie. Expertenmeinungen sind aber weiterhin gefragt: Für eine fachkundige Beratung würde jeder Fünfte aller Studienteilnehmer jetzt wieder den Weg ins Geschäft antreten. 20 Prozent würden sich von besonders hohen Sicherheitsmaßnahmen zu einem Umweg in den Einzelhandel hinreißen lassen, was den Studienverantwortlichen zufolge den gestiegenen Bedarf an kontaktlosen Verkaufslösungen zeigt.

An AR führt auch offline kein Weg vorbei

Das Smartphone und der virtuelle Austausch bleiben für junge Konsumenten auch beim realen Shopping essentiell. Jeder zweite befragte Gen Z- und Millennial aus Deutschland nutzt primär das Mobiltelefon für den Produktkauf und fast ebenso viele geben an, nie ohne Smartphone einkaufen zu gehen.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass auch Augmented Reality (AR) in dieser Zielgruppe eine immer größere Rolle beim Kauferlebnis spielt. Die Studie prognostiziert bis zum Jahr 2025 einen 40-prozentigen Anstieg beim Anteil der deutschen Gen-Z-Käufer, die AR vor dem Kauf eines Produkts nutzen. 44 Prozent der deutschen Verbraucher, die AR bereits einmal beim Shoppen verwendet haben, geben an, dadurch zum Kauf angeregt worden zu sein.
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© IMAGO / Panthermedia
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Pilot Radar

Die Krise beflügelt das Interesse an Nachhaltigkeit und hybridem Shopping

Der Gang in den Supermarkt wurde für viele Verbraucher während der Lockdown-Monate zum täglichen Mini-Highlight, wenn auch gedämpft durch Maskenpflicht und die Angst vor Ansteckung. Welche Produkte im Einkaufswagen landeten, war seit Pandemiebeginn dabei zunehmend von einem gesteigerten Bewusstsein für Regionalität und Bio-Siegel geprägt, wie die 30. Welle der Studienreihe Pilot Radar ergab.

Rund drei von zehn deutschen Kunden würden nach eigenen Angaben lieber mit Hilfe von AR Kleidung virtuell anprobieren, als dies in einer Umkleidekabine im Geschäft zu tun. Bei Snapchattern gilt dies für fast die Hälfte der Befragten. Allerdings sagen ebenfalls drei von zehn deutschen Verbrauchern, dass interaktive Elemente wie ein intelligenter Spiegel zum virtuellen Anprobieren von Kleidung oder Make-up sie zum Besuch eines Geschäfts bewegen würde.

Die Studienverantwortlichen verweisen im Zuge dessen auch auf das hohe Potenzial an Aufwandsersparnis und Umweltschutz mittels AR. Laut ihnen könnten potenziell ganze 52 Prozent der Artikelrücksendungen von Kleidung im deutschen Online-Handel durch den Einsatz von AR im Einkaufsprozess entfallen.
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Auch der Aspekt, lokale Gemeinden und Geschäfte vor der Pleite zu retten, ist ein Treiber für viele Verbraucher, wieder in den Einzelhandel zu gehen. Hier erweisen sich deutsche Millennials (zwischen 1981 und 1996 Geborene) als besonders solidarisch und geben zu 44 Prozent an, seit der Krise lokale Geschäfte stärker zu unterstützen. Unter Snapchattern liegt dieser Anteil sogar bei 51 Prozent.

Connected Shopping als Schlüsselfaktor

Auf Basis all dieser Ergebnisse erweist sich die Digitalisierung für den Einzelhandel als mächtiges Werkzeug für die Kunden(rück)gewinnung. Neue Geschäftsmodelle aufzubauen, wird unerlässlich sein, um insbesondere jungen Verbrauchern das gewünschte effizientere und mit Online-Elementen vernetzte Einkaufserlebnis zu bieten.

"Stationäre Geschäfte haben in den letzten 18 Monaten unglaubliche Herausforderungen gestemmt. Jetzt, wo sie langsam wieder an Fahrt aufnehmen, zeigt unsere Studie mit Foresight Factory, dass - entgegen der landläufigen Meinung - physische Standorte nicht mit Technologie konkurrieren, sondern zusammenarbeiten können", sagt Götz Trillhaas, Managing Director DACH bei Snap Inc. "Shopper*innen wollen das Beste aus beiden Welten. Marken, die das soziale Erlebnis des Einkaufens mit der Effizienz des Online-Handels verbinden können, werden davon profitieren - vor allem bei der Gen Z und den Millennials."
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