CDU, SPD, Grüne und Co

Mit diesen Spots werben die Parteien zur Europawahl

Die Wahl zum 9. Europäischen Parlament findet hierzulande am 26. Mai 2019 statt
© EU-Parlament
Die Wahl zum 9. Europäischen Parlament findet hierzulande am 26. Mai 2019 statt
Die heiße Phase des Europawahlkampfes beginnt. Inzwischen haben sich alle großen Parteien mit entsprechenden Spots in Stellung gebracht. HORIZONT Online zeigt die Filme von CDU, CSU, SPD, Grünen, FDP, Linken und AfD.

1.

CDU

Wohlstand, Sicherheit und Frieden lautet die Losung der Christdemokraten zur Europawahl. "Für uns ist klar: Europa und Deutschland gehören zusammen – wir dürfen das eine nicht gegen das andere ausspielen. Ein stabiles Deutschland liegt im Interesse der Europäischen Union. Und ein starkes und handlungsfähiges Europa liegt im Interesse unseres Landes", erklärte die CDU zur Vorstellung der Kampagne.


Im ersten Spot kommen diese Themen etwa durch eine Reminiszenz an den Bergbau vor, die dem Einsatz moderner Industrieroboter gegenübergestellt wird. Auch Cybersicherheit und eine Montage des zerbombten Reichstags mit einer aktuellen Aufnahme des bundesrepublikanischen Parlamentsgebäudes sind in dem Spot zu sehen. 

Inzwischen hat die Partei einen weiteren Wahlkampfspot ins Rennen geschickt. Auch darin werden unter dem Motto "Für Deutschlands Zukunft" die Themen des Auftaktvideos aufgegriffen: Wohlstand, Jobs und Sicherheit, nun jedoch ergänzt um Werte und Umwelt.
Credits:
Partei: CDU
Agentur: BrinkertMetzelder




2.

CSU

Die bayerische Schwesterpartei geht mit einem eigenen Spot in die heiße Phase des Europawahlkampfes - und zwar nicht nur, weil die Christsozialen wie die CDU Mitglied der im Europäischen Parlament vertretenen Europäischen Volkspartei (EVP) sind. Mit Manfred Weber stellt die CSU auch den Spitzenkandidaten der deutschen Unionsparteien für die Europawahl - und der hat als Vorsitzender der EVP-Fraktion, der stärksten im EU-Parlament, natürlich das Ziel, Kommissionspräsident zu werden.

In seinem Wahlkampfspot thematisiert Weber, was aus seiner Sicht Europa bedeutet: Nicht Brüssel, sondern Heimat und Zusammenhalt. Und natürlich muss es in einem solchen Spot menscheln: "Was mich antreibt, ist zu verbinden. Mir kommt es auf die Menschen an."

Credits:
Partei: CSU
Agentur: Die CSU hat auf eine entsprechende Anfrage bislang nicht reagiert


3.

SPD

Dass die SPD harte Zeiten durchmacht, ist keine neue Erkenntnis. Und auch aktuell ist bei den Sozialdemokraten der Wurm drin: In wenigen Tagen steht die Europawahl an, doch alles, worüber im Zusammenhang mit der SPD geredet und geschrieben wird, ist die von Juso-Chef Kevin Kühnert losgetretene Enteignungsdebatte. Den beiden Spitzenkandidaten für das Europaparlament Katarina Barley und Udo Bullmann kann es dadurch kaum gelingen, den Fokus auf sich selbst und ihre Themen für die Wahl zu lenken.

Dabei geben sich beide im Hauptspot der SPD durchaus Mühe, das Kampagnen-Motto #EuropaIstDieAntwort mit Leben zu füllen. Europa, das seien die Menschen, die darin leben - und die vor allem zusammenhalten. So fordert Barley die Zuschauer am Ende des mit zahlreichen Prominenten gespickten Spots auf: "Kommt zusammen. Für ein starkes Europa."

Credits:
Partei: SPD
Agentur: Richel, Stauss
Produktion: Doity
Regie: Sergej Moya


4.

Die Grünen

Fast könnte man meinen, dass es eigentlich egal ist, mit welcher Kampagne die Grünen in den Europawahlkampf ziehen. Der Partei um die Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck scheinen derzeit zumindest im Bund die Herzen nur so zuzufliegen - die jüngsten Meinungsumfragen sahen die Grünen zuletzt bei 20 Prozent als zweitstärkste Kraft hinter der Union. Und auch bei der Sonntagsfrage zur Europawahl des ARD Deutschlandtrends lagen die Grünen an Nummer zwei mit 19 Prozent - gleichauf mit der SPD.

Doch so einfach ist es dann doch nicht. Denn bei der Europawahl treten die Grünen nicht mit "Heilsbringer Habeck" an, sondern mit Ska Keller und Sven Giegld. Beide müssen ein eigenes Profil einbringen und grüne Themen ebenso leidenschaftlich und glaubhaft rüberbringen wie der Bundesvorsitzende.
In den jeweils auf die zugeschnittenen Spots tun das die Spitzenkandidaten, indem sie unter den Leitmotiven "Gemeinsamkeit" und "Gerechtigkeit" ihren Einsatz für Themen wie Ökologie, Demokratie und Vielfalt versprechen. Zudem haben die Grünen einen allgemeinen Spot am Start, der das Kampagnenmotto "Kommt, wir bauen das neue Europa" emotional aufladen soll.

Credits:
Partei: Bündnis90/Die Grünen
Agentur: Dieckertschmidt
Produktion: Amoxi (Keller/Giegold) und Lovefilm

5.

FDP

Unter dem Motto "Europas Chancen nutzen" schickt sich die FDP an, bei dieser Europawahl "den Unterschied zu machen", wie Parteichef Christian Lindner ankündigt. Bewerkstelligen soll dies Spitzenkandidatin Nicola Beer, die im Wahlkampfspot der Liberalen zentrale Themen des Parteiprogramms wie Sicherheit und eine starke Wirtschaft hervorhebt.

Von Look and Feel her gleicht sich die Kampagne der nun schon lange bekannten und durchaus erfolgreichen Optik vergangener Landtags- und Bundes-Kampagnen an, die von der Agentur Heimat entwickelt wurde. Für Wiedererkennbarkeit ist also gesorgt - auf inhaltlicher Ebene hat Lindner zuletzt allerdings vor allem mit seiner Kritik an der #FridaysForFuture-Bewegung heftige Kritik geerntet, die sich möglicherweise auch auf die Europawahl auswirkt.

Credits:
Partei: FDP
Agentur: Family Affair Medienproduktion
Regie: Ingo Müller

6.

Die Linke

Das große Thema der Linken zur Europawahl lautet Gerechtigkeit - wobei als gerecht vor allem gilt, was dem "kleinen Mann" dient. Die Linkspartei hat dazu ein 10-Punkte-Programm aufgelegt, dessen zentrale Themen - zum Beispiel Lohngerechtigkeit, bezahlbarer Wohnraum, Klimaschutz, Bekämpfung von Fluchtursachen - auch im TV-Spot zur Sprache kommen.

Dabei kommt mit Amazon ein Unternehmen sogar namentlich in den Genuss der Kritik von links, nämlich indem Menschen vor einem Logistikzentrum des Versandriesen gezeigt werden. Die Entlohnungspolitik des US-Unternehmens ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen sowie Anlass für Streiks - und ein passendes Wahlkampfthema für die Linke.

Die Spitzenkandidaten Özlem Alev Demirel und Martin Schirdewan bilden dabei lediglich die Speerspitze, um diese Botschaften zu transportieren. Weitere, eher unbekannte Mitglieder aus der Partei dürfen ebenso Gesicht zeigen in dem Video.

Credits:
Partei: Die Linke
Agentur: Berliner Botschaft

7.

AfD

Im Europawahl-Spot der Alternative für Deutschland kommt die EU vor allem als riesiger Verbotsapparat vor. Ob Glühbirnen, Diesel oder Nahrungsmittel: Brüssel nehme sich heraus, als das zu verordnen bzw. zu reglementieren, legt der Spot zu Beginn nahe, während im Hintergrund eine langsame Version der Europa-Hymne "Freude schöner Götterfunken" erklingt.

Dann gibt es einen Bruch, und Spitzenkandidat Jörg Meuthen hat seinen großen Auftritt. Er trete an, um "diesen Wahnsinn" zu stoppen und "mehr Freiheit und weniger Bevormundung" walten zu lassen. So weit, so populistisch. Damit ist die AfD bislang erfolgreich gefahren und in zahlreiche Landesparlamente sowie in den Bundestag eingezogen - von einem Höhenflug kann bei der Partei derzeit aber keine Rede mehr sein. Die Sonntagsfrage vom 2. Mai zur Europawahl sah die Rechtspopulisten bei zehn Prozent, hinter CDU/CSU, SPD und Grünen.

Credits:
Partei: Alternative für Deutschland
Agentur: Der Spot wurde von der Fachabteilung der AfD und einer Agentur entwickelt, deren Namen die Partei nicht nennen will

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