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Für viele Verbraucher hat Online-Shopping den Schaufensterbummel ersetzt
IMAGO / Westend61
BVDW-Trendstudie

Junge Verbraucher haben ihr Einkaufsverhalten in der Pandemie am stärksten geändert

Für viele Verbraucher hat Online-Shopping den Schaufensterbummel ersetzt
Die Corona-Pandemie hat deutliche Folgen für die Ausgabebereitschaft der Verbraucher. Das geht aus der Trendstudie des Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hervor. Vor allem junge Menschen haben ihr Einkaufsverhalten während der Pandemie verändert. 
von David Hein Donnerstag, 02. Dezember 2021
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Während viele Menschen im vergangenen Jahr ihre Ausgaben auf das Nötigste beschränkt haben (29 Prozent), ist die Pandemie für viele junge Menschen ein Anlass, um sich auch mal etwas außer der Reihe zu gönnen: So gaben 37 Prozent der 16- bis 29-Jährigen an, dass sie in den vergangenen Monaten deutlich mehr eingekauft haben. Auch bei den 30- bis 49-Jährigen hat sich fast jeder Dritte (29 Prozent) mehr gekauft. Zum Vergleich: Im Durchschnitt liegt der Anteil der Verbraucher, die mehr gekauft haben, bei 21 Prozent. 29 Prozent haben sich dagegen nur das Nötigste geleistet, die Hälfte der Befragten haben ihr Einkaufsverhalten nicht verändert. 

Dabei hat das Stöbern in Online-Shops in der Pandemie für viele Menschen den klassischen Einkaufsbummel ersetzt: Mehr als die Hälfte der Deutschen (56 Prozent) durchstöbert zumindest gelegentlich verschiedene Online-Shopping-Websites ohne bestimmte Kaufabsicht. Fast ebensoviele (60 Prozent) wollen aber lieber wieder im stationären Einzelhandel einkaufen gehen, sobald die Situation es zulässt. Für immerhin jeden Dritten ist Online-Shopping eine Entschädigung für all die Dinge, die sie gerade nicht machen können. 

"Das Stöbern in Online-Shops ist für alle Altersgruppen aber vor allem für die Digital Natives eine Alternative zum Schaufensterbummel", erklärt Timo Lütten von der DATA Alliance (Gruner + Jahr) und Leiter der OVK-Unit Umfeldqualität & Werbewirkung im BVDW: "Für die 16-29-Jährigen ist Online-Shopping dabei sowohl Entschädigung für all die Dinge, die gerade nicht möglich sind, als auch Zeitvertreib. Und das Bedürfnis, sich nach den Monaten des Verzichts etwas zu gönnen, ist bei jungen Menschen am stärksten ausgeprägt." 

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Bei der Einstellung zur Werbung ist eine gewisse Ermüdung der Verbraucher gegenüber Kampagnen festzustellen, die den sozialen Zusammenhalt betonen. Zwar gab bei der diesjährigen Erhebung die Hälfte der Befragten an, dass ihnen vor allem positive Werbung gefällt, die ein Stück "Hoffnung" transportiert - im Vorjahr lag die Zustimmung allerdings noch bei 62 Prozent. Genauso verhält es sich mit Werbung, die für Zusammenhalt steht: Hier sank die Zustimmung von 64 auf 50 Prozent. Werbung, die sich mit "Social Distancing" auseinandersetzt, findet nur noch jeder Dritte gut (34 Prozent). Im Vorjahr war es noch jeder Zweite. Jeder Dritte ist grundsätzlich offen für Werbung und lässt sich gerne durch sie inspirieren, sich etwas Gutes zu tun. 

Für die Trendstudie des OVK wurden im Juli 2020, im April 2021 sowie im Juli 2021 Befragungen durchgeführt. Befragt wurden jeweils rund 3.000 Nutzer digitaler Medien-Angebote. Die Ergebnisse sind Online-repräsentativ nach Geschlecht, Alter und Bildung.

Die Präsentation der Studie gibt es auf der Website des BVDWdh 
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