BVDW-Studie

Werbungtreibende wollen mehr in Influencer Marketing investieren

Auch 2019 wollen werbungtreibende Unternehmen mit Influencern wie Pamela Reif zusammenarbeiten
© Douglas
Auch 2019 wollen werbungtreibende Unternehmen mit Influencern wie Pamela Reif zusammenarbeiten
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Gute Nachrichten für Bibi, Pamela Reif und Co: Die Werbungtreibenden wollen 2019 noch mehr Budget in Influencer Marketing investieren. Das ist das Ergebnis einer Studie der Influencer-Marketing-Arbeitsgruppe im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) unter Influencer-Marketing-Verantwortlichen. Grund zur Freude haben vor allem Micro-Influencer: Die Web-Meinungsmacher mit weniger Followern stehen bei den Unternehmen besonders hoch im Kurs.
"Influencer Marketing ist gekommen, um zu bleiben": Der Spruch, der in der Vergangenheit meist von Gründern von Influencer-Marketing-Agenturen geäußert wurde, scheint sich zu bewahrheiten. Denn 61 Prozent der vom BVDW befragten werbungtreibenden Unternehmen haben in ihrer Planung für 2019 steigende Budgets für Social-Media-Stars vorgesehen.


Konkret wollen 28 Prozent weniger als 10.000 Euro pro Jahr investieren, 26 Prozent zwischen 10.000 und 50.000 Euro. 19 Prozent haben wiederum 50.000 bis 100.000 Euro eingeplant. Für 6 Prozent geht noch mehr: Sie rechnen mit Ausgaben von über 100.000 Euro. Genau so viele Befragte haben sogar ein Budget von über 250.000 Euro für Dagi Bee und Co eingeplant.

Zur Studie

Für die Studie hat die Arbeitsgruppe Influencer Marketing im BVDW Social-Media- und Influencer-Marketing-Verantwortliche aus werbungtreibenden Unternehmen sowie einige ausgewählte Experten aus deren beauftragten BVDW-Agenturen befragt: Insgesamt 140. Die Befragten machten Aussagen zu Budgets, KPIs und konkreten Zielstellungen, Vorteilen und Nachteilen der Disziplin.

Beliebter als die großen Social-Media-Stars sind allerdings Mikro- und Nischen-Influencer mit weniger Followern. Nur 15 Prozent der Befragten wollen mit Bibi, Julien Bam und Co zusammenarbeiten. Die großen Stars der Szene sind allerdings auch meist teurer als die kleineren Influencer. Auf die unbekannteren Social-Media-Meinungsmacher setzen ganze 63 Prozent der Werbungtreibenden. Laut BVDW-Studie ist ihnen Brand- und Audience Fit wichtiger als die Reichweite der Online-Bekanntheit. Anke Herbener (Digital Changers), Lableiterin Influencer Marketing im BVDW, hat eine weitere Erklärung dafür: "Die meisten Unternehmen bieten sehr spezielle und unterschiedliche Produkte in verschiedenen Märkten an, für die sich nicht alle Influencer als Partner eignen. Die Unternehmen bevorzugen dann Nischen-Influencer, die zu ihren Themen und Produkten passen und kommen dann auch bei deren Followern beziehungsweise ihren eigenen Zielgruppen besser an."


Von den Kooperationen erhoffen sich die Werbungtreibenden vor allem eine Steigerung der Aufmerksamkeit (94 Prozent), zunehmende Relevanz in der Zielgruppe (93 Prozent) und eine Steigerung des Traffics (83 Prozent). Zudem möchten 81 Prozent der Befragten neue Zielgruppen erreichen und 78 Prozent ihre Verkäufe ankurbeln. Der Erfolg einer Influencer-Marketing-Kampagne wird von den Unternehmen hauptsächlich anhand von Reichweiten-Daten ermittelt. Darunter zählt die Netto-Reichweite, also die erreichten Follower, die Brutto-Reichweite in Form von Impressions sowie Klicks auf die Landingpage und Story-Views.

Mit diesen Herausforderungen sehen sich Werbungtreibende im Influencer Marketing konfrontiert
© BVDW
Mit diesen Herausforderungen sehen sich Werbungtreibende im Influencer Marketing konfrontiert
Im Gegensatz zu anderen Online-Marketing-Maßnahmen schätzen Werbungtreibende am Influencer Marketing die Authentizität, die verbesserte Kommunikation mit der Zielgruppe sowie die Generierung von Content. Doch auf der anderen Seite gibt es immer noch einige Baustellen: Zum Beispiel die Messbarkeit (65 Prozent) der Maßnahmen und die Zuverlässigkeit der Influencer (62 Prozent). Auch die Qualitätssicherung (48 Prozent) und die Steuerbarkeit (38 Prozent) liegt den Befragten schwer im Magen. Zudem zählen Kosten (28 Prozent) und Streuverluste (26 Prozent) für einige zu den Herausforderungen des Influencer Marketings.
„Wer erfolgreich Influencer Marketing betreiben will, braucht erfahrene Berater an seiner Seite.“
Anke Herbener (Digital Changers), Lableiterin Influencer Marketing im BVDW


Trotz der Baustellen professionalisiert sich das Influencer Marketing immer mehr. Denn 38 Prozent der Unternehmen haben eine eigene Influencer-Datenbank. Außerdem arbeitet fast die Hälfte (45 Prozent) mit Agenturen und Dienstleistern zusammen. Das hält die Lab-Leiterin für unerlässlich: "Wer erfolgreich Influencer Marketing betreiben will, braucht erfahrene Berater an seiner Seite", meint Herbener. bre
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