Bündnis für tabakfreien Genuss

E-Zigarettenverbände geben sich einen Werbekodex

E-Zigaretten sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen
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E-Zigaretten sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen
Nachdem in die Debatte über ein mögliches Komplettwerbeverbot für Zigaretten Bewegung gekommen ist, gehen das Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) und der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) in Vorleistung: Die beiden E-Zigarettenverbände haben einen "Werbekodex für verantwortungsbewusste E-Zigarettenwerbung in Deutschland" vorgelegt.

Dieser besteht aus elf Richtlinien, die auf der Website des BfTG einsehbar sind. Dabei geht es im Wesentlichen um Jugenschutz. So sollen in der Werbung für E-Zigaretten keine Personen zum Einsatz kommen, die jünger als 30 Jahre sind. Auch Leistungssportmotive oder Zeichentrickfiguren sollen in der Werbung tabu sein. Außerdem wollen sich die Hersteller verpflichten, auf Werbebotschaften und -bilder zu verzichten, die den Eindruck erwecken, der Konsum von E-Zigaretten sei gesundheitlich unbedenklich.



Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, da ein Werbeverbot für konventionellen Tabak so nahe zu sein scheint wie noch nie. Zu Beginn des Jahres gab die Union ihren Widerstand gegen ein Verbot, das auch Außenwerbung einbezieht, auf. Bereits untersagt ist es in Deutschland, in TV, Radio sowie in Printmedien und im Internet für Zigaretten und Tabak zu werben. Offensichtlich davon ermutigt, mehren sich nun auch die Forderungen nach Werbeverboten für E-Zigaretten und Verdampfer. Ein solches fordern bereits die Grünen, auch die SPD ist dafür. 

„E-Zigaretten sind ein potenziell lebensrettendes Produkt für erwachsene Raucher - Werbung ist notwendig, um Raucher über diese Tatsache aufzuklären und zum Umstieg auf diese weniger schädliche Alternative zu animieren. “
Michal Dobrajc
Möglicherweise wollen  BfTG, das eigenen Angaben zufolge rund drei Viertel des Marktes repräsentiert, und VdeH den Verbotsbefürwortern mit ihrer Selbstverpflichtung etwas den Wind aus den Segeln nehmen. "Die Branche ist sich der Verantwortung bewusst, die sie beim Verbraucher- und Jugendschutz trägt", sagt Dustin Dahlmann, Vorsitzender des BfTG. "Der Werbekodex ist ein wichtiges Instrument zur Regulierung von Händlern und Herstellern. Werbung für E-Zigaretten sollte in diesem klar gesteckten Rahmen erlaubt sein, damit erwachsene Raucher gezielt erreicht und zum Umstieg motiviert werden können."


Michal Dobrajc, Vorsitzender des VdeH, ergänzt: "E-Zigaretten sind ein potenziell lebensrettendes Produkt für erwachsene Raucher - Werbung ist notwendig, um Raucher über diese Tatsache aufzuklären und zum Umstieg auf diese weniger schädliche Alternative zu animieren. Dies muss jedoch verantwortungsbewusst geschehen und ich freue mich darüber, dass beide deutschen Fachverbände sich gemeinsam auf vernünftige Leitlinien dafür geeinigt haben." ire

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