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Timotheus Höttges auf der Dmexco 2018
Dmexco
Brandrede auf der Dmexco

Telekom-Chef Höttges ruft zu mehr Verantwortung auf

Timotheus Höttges auf der Dmexco 2018
Timotheus Höttges, CEO der Deutschen Telekom, hat seine Dmexco-Keynote für eine Brandrede genutzt. Er forderte die Unternehmen auf, mehr gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. "Was zur Hölle ist los in unserer Gesellschaft?", fragte er mit Blick auf den erstarkenden Nationalismus und die Vorfälle in Chemnitz.
von Juliane Paperlein Mittwoch, 12. September 2018
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Obwohl die Wirtschaft brummt und der Wohlstand in der deutschen Gesellschaft groß ist, sehen sich viele Menschen aus Sicht von Höttges durch die Digitalisierung in eine Position versetzt, in der sie fürchteten, zurückzubleiben. Die Digitalisierung treibe die Leute vor sich her, "viele sind überfordert von der Situation", glaubt Höttges.

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Sie hätten Angst, dass ihre Jobs von Robotern übernommen werden. Der Zukunftsoptimismus, den Höttges als entscheidende Kraft ausmacht, um Veränderungen voranzutreiben, fehle in Deutschland und Europa. "Wenn man ihn nicht hat, wird man aber nostalgisch und aggressiv", warnt er.

Die Menschen müssten daher besser auf die Reise in die schöne, neue digitale Welt mitgenommen werden. Das gelte ebenso für Mitarbeiter in Unternehmen. Höttges sieht hierzulande gar einen "passiven Widerstand gegen die Digitalisierung". Die Firmen müssten entsprechend viel Energie darauf verwenden, ihre Mitarbeiter an  neue Technologien heranzuführen. Bei der Telekom zum Beispiel können Mitarbeiter Fragen stellen, die sie interessieren, beispielsweise "Was ist Blockchain?". Darauf antworten dann Kollegen. Durch solche Nähe glaubt Höttges, die Menschen besser informieren zu können. 

„Wenn man nicht ethisch ist, werden die Millenials die Produkte nicht kaufen. Davon bin ich überzeugt.“
Timotheus Höttges
Gesellschaftliche Verantwortung ist für Höttges ein weiteres Kernthema. Corporate Social Responsibility und Nachhaltigkeitsthemen werden aus seiner Sicht ein entscheidender Erfolgsfaktor, wenn es darum geht, die Millenial-Generation als Kunden zu gewinnnen und zu halten. "Wenn man nicht ethisch ist, werden die Millenials die Produkte nicht kaufen. Davon bin ich überzeugt."

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Entscheidend sei dabei, dass die Firmen auch leben, was sie sich auf die Fahnen geschrieben haben - und sich nicht nur in Ankündigungen ergehen. In politisch unruhigen Zeiten müssten Unternehmen zudem auch eine politische Positionierung haben. Die Telekom stellt sich mit ihrem Claim "Life is for sharing" zum Beispiel klar gegen Rassismus und Trennungstendenzen.

Für besonders wichtig hält Höttges außerdem einen Punkt, an dem jeder selbst arbeiten kann: "Dass wir als Personen glücklich bleiben. Denn wenn wir frustriert sind, werden wir die Leute nie motivieren." pap




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