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Die Dmexco findet 2021 wieder als Digitalevent statt
Dmexco
Branchenexperten zur Dmexco

Das Networking fehlte 2020 allen, die diesjährigen Erwartungen sind hoch

Die Dmexco findet 2021 wieder als Digitalevent statt
Ab heute geht die Dmexco in eine neue Runde. Nachdem sie im vergangenen Jahr erstmalig komplett digital stattfand, können sich die Teilnehmenden auch diesmal nur virtuell über die großen aktuellen Branchenthemen informieren und austauschen. HORIZONT hat zehn Expert:innen gefragt, was ihnen an dem Digitalkonzept 2020 gefallen hat, was sie vermisst haben und was sie 2021 und 2022 von der Messe erwarten.
von Helena Birkner Dienstag, 07. September 2021
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Katja Franz, Director Digital Media Consulting, JOM Group

Katja Franz
© JOM Group
Katja Franz
Grundsätzlich fand ich die Dmexco 2020 gut. Technisch lief überraschenderweise alles einwandfrei – und das trotz der nur dreimonatigen Vorbereitungszeit. Das Programm hat sehr viel Abwechslung geboten und es waren interessante und vor allem internationale Speaker dabei. Durch die Vortragsfülle musste man allerdings natürlich inhaltlich abwägen, welche Themen für das eigene Unternehmen relevant sind. Viele Redner nutzten ihre Slots außerdem, um Werbung für sich zu machen, was ich als unangebracht empfand. Generell wäre eine Kuratierung der Themen hilfreich gewesen. So sollte beispielsweise die Tiefe der Inhalte je nach Publikum – also beispielsweise Einsteigerlevel versus Fortgeschrittene – angepasst werden.

Für dieses Jahr wünsche ich mir, dass es wieder eine „richtige“ Dmexco wird. Dabei spielt neben den Inhalten auch das Networking und die Freude darauf, alle wiederzusehen, eine sehr große Rolle. Besonders spannend finde ich das Thema Nachhaltigkeit und wie die Branche dies besetzen möchte. Auch bei der fortschreitenden Digitalisierung des großen Screens (Addressable TV, CTV) bin ich gespannt, was es Neues gibt. Die Dmexco 2022 wird, denke ich, eine hybride Messe bleiben. Mit der zunehmenden Rückkehr in die Normalität wird aber auch eine physische Präsenz vor Ort wieder möglich sein, was den Charme der Messe wieder aufleben lassen kann.

Dirk Görtz, Vice President Dialogmarketing, Deutsche Post

Dirk Görtz
© Jennifer Zumbusch
Dirk Görtz
Rein virtuelle Konferenzen können anstrengend sein. Insofern freue ich mich sehr, wenn die Dmexco 2022 hoffentlich wieder als reale, zumindest aber als hybride Veranstaltung stattfindet. Sich spontan zu treffen und bei einem Kaffee zu plauschen und zu networken, wird auch durch Online-Meeting-Räume oder einen Messe-Chat nicht ersetzt.

Aber wir haben im letzten Jahr auch gesehen, dass eine virtuelle Dmexco echte Vorteile bietet. Das Angebot war wirklich hochrangig, die Themenvielfalt meiner Wahrnehmung nach größer als in den Jahren davor – ich denke auch deshalb, weil alle Speaker sich aus dem Home-Office zuschalten konnten, ob sie in UK, den USA oder woanders in der Welt waren. Reiseorganisation, Anreise, Hotel – alles überflüssig! Da hat sich auch mancher beteiligt, der sonst wahrscheinlich zu Hause geblieben wäre. Aber auch hier lagen Segen und Fluch nahe beieinander. Die Vielzahl an Angeboten erschwerte gleichzeitig das Sich-Zurechtfinden im Programm. Der Einstieg in das gewünschte Panel war nicht immer leicht. Dennoch: Ein gelungenes Gesamterlebnis, auch wenn die Technik mal hakte. Ich freue mich jedenfalls dieses Jahr auf die zweite rein virtuelle Dmexco und auf Sessions in den Themenbereichen Marketing Automation, Machine Learning oder Künstliche Intelligenz. Und 2022 wäre es, wie gesagt, schön, wenn es wieder ein Live-Erlebnis gäbe.

Tobias Schlotter, General Manager Central & Eastern Europe, Akeneo

Tobias Schlotter
© Akeneo
Tobias Schlotter
Die Dmexco war lange Zeit unser zweites Wohnzimmer. Allerdings waren wir von der Umstellung auf ein digitales Event 2020 dann doch nicht überzeugt. Die Aussagen von Partnern, die dem digitalen Lockruf gefolgt sind und eine Menge Geld in die Hand genommen haben, haben das im Nachhinein bestätigt.

Auch in diesem Jahr haben wir uns intensiv mit den Optionen auseinandergesetzt, aber trotz hybridem Konzept werden wir ein weiteres Mal aussetzen, nachdem eine konkrete Planung nach wie vor schwierig ist. Wir richten unseren Dmexco-Fokus dementsprechend auf das Jahr 2022 und werden dann mit Pauken und Trompeten unser Wohnzimmer in Köln zurückerobern!
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Maren Seitz, Head of DACH, Analytic Partners

Maren Seitz
© Analytic Partners
Maren Seitz
Dass die Dmexco 2020 überhaupt stattgefunden hat, war eine Leistung, die von der schnellen Adaption der gesamten Branche an die neue Situation zeugte. Für uns als Präsentierende wurde letztendlich eine Lösung gefunden, die definitiv guten Informationsaustausch gewährleistete – wenn auch überhaupt nicht vergleichbar mit dem Live-Format der Vorjahre. Da die Dmexco nach einigen Monaten des digitalen Arbeitens stattfand, konnte man eine deutliche Lernkurve bei den virtuellen Präsentationen der Teilnehmenden erkennen. Und wie immer hat die Vielfalt an Themen überzeugt!

Neben einigen technischen sowie Ablauf-Problemen haben vor allem das Networking und Socializing unter den virtuellen Umständen gelitten. Es hätte mehr und kreativere Möglichkeiten zum Interagieren geben müssen, um auch kleineren Marken den digitalen Auftritt zu erleichtern. Hinzu kommt, dass Teilnehmer online oft in Versuchung geraten, relativ passiv in die Vorträge „reinzuhören“ und nebenbei an anderen Dingen weiterzuarbeiten.

Die digitale Welt bietet fast unendliche kreative Möglichkeiten, die noch lange nicht ausgenutzt wurden. Man könnte zum Beispiel den Teilnehmern dieses Jahr im Vorfeld ein Event Kit zuschicken, welches dann in einem Socializing Event eine Rolle spielt, Live-Umfragen einbauen oder mehrere kleine Outdoor Venues für Drinks organisieren, um von dort ein Live-Panel zu übertragen.

Vom Programm erwarte ich mir diesmal Aspekte wie: Welche Trends und innovativen Ideen aus der Krisen-Zeit werden bleiben und wie wird der Weg aus dieser Phase heraus aussehen? Wie haben sich Unternehmen erfolgreich angepasst und profitieren jetzt langfristig davon? Wie sieht die Zukunft ohne Cookies aus? Denn auch abseits von Corona gab es Entwicklungen, die nach Beachtung schreien! Und nicht zuletzt: Wie kommt man mit diesen konstanten Umbrüchen und Strategieänderungen klar?

Es wäre toll, wenn die Dmexco 2022 wieder vor Ort stattfindet. Aber eine Mischung aus Live und virtuellem Event mit kreativen Angeboten zum Netzwerken und der Markendarstellung kann ein ebenso großer Erfolg werden, wenn die Learnings aus 2020 umgesetzt werden.

Ilhan Zengin, CEO, Show Heroes Group

Ilhan Zengin
© ShowHeroes
Ilhan Zengin
Seit unserer Gründung 2016 ist die jährliche Dmexco für uns ein absolutes Muss. Wir überraschen die Messebesucher/-innen seither immer wieder gern mit lockeren Meet-ups an unserem unkonventionellen Stand. Letztes Jahr dann zum ersten Mal digital – dank der gut durchdachten Struktur der Event-Plattform letztlich eine sehr gelungene Alternative. Ein großes Plus waren die Auswahl und Vielfalt der Themen. Als Aussteller waren für uns natürlich auch die Leads wichtig, die konnten durch die digitale Plattform sogar noch besser analysiert werden als bei einem physischen Event. Frei von Fehlern war die Dmexco natürlich nicht, an manchen Stellen gab es leider technische Probleme. Der Kurzfristigkeit halber von allen jedoch gern verziehen.

Für dieses Jahr wünschen wir uns im Programm zwei wichtige Fokusthemen: Connected TV und Cookieless Future – denn in beiden Bereichen müssen wir uns endlich auf zukunftsfähige Standards einigen. Und 2022 treffen wir uns dann hoffentlich alle wieder in Köln. Denn die Dmexco @home ist zwar eine tolle Alternative, der Kontakt mit unseren Kunden/-innen und Partnern/-innen fehlt aber sehr. Und nicht zu vergessen: die Partys – immer ein großes Highlight der Messe!

Kerstin Pape, Managing Director Marketing, Tech Lab

Kerstin Pape
© Tech Lab
Kerstin Pape
Die Dmexco 2020 hat gezeigt, welche Vorteile eine virtuelle Konferenz bietet. Es gab ein umfangreiches und hochkarätiges Programm. Hatte eine Session die eigenen Erwartungen nicht ganz erfüllt, konnte man sich unkompliziert woanders reinklicken – schnell und unauffällig. Der Messe-Chat und die Online-Meetingräume boten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Hier haben sich die Organisatoren viele Gedanken gemacht, was die Stärken einer solchen Veranstaltung sind und wie man diese auch virtuell abbilden könnte.

Ich freue mich schon auf die diesjährige Dmexco mit vielen interessanten, internationalen Themen und Speakern und regem Austausch am Rande. Mit Blick darauf, dass Unternehmen die Gesamtinvestitionen für Marketing-Technologie allein in Deutschland bis 2025 voraussichtlich auf mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr steigern werden, würde ich mir wünschen, dass das Thema auch in der Konferenz breiteren Raum einnimmt – und damit meine ich nicht nur Ad Technology, sondern eben den gesamten Marketing Tech Stack.

Achim Schlosser, CTO, European NetID Foundation

Achim Schlosser
© NetID
Achim Schlosser
Es war höchste Zeit für die Digitalisierung von Events – auch wenn wir alle auf Corona als Antreiber solcher Entwicklungen verzichten könnten. Die Dmexco @home hat letztes Jahr gezeigt, dass eine Veranstaltung in diesem Ausmaß digital funktionieren kann. Und das hat sie gleichzeitig auch internationaler gemacht: Panels und Diskussionen gab es mit Speakern und Gästen von überall auf der Welt, für ein ebenso globales Zielpublikum. Mehr Reichweite und eine größere Sichtbarkeit besonders für die Masterclasses, Panels und Vorträge: das war der größte Benefit.

Da wir uns aber inzwischen alle auf persönliche Begegnungen freuen, sind hybride Events wahrscheinlich eher die Zukunft. Denn das Networking ist auf der Plattform leider etwas untergegangen. Die Showrooms waren ein guter Anfang, ich würde mir jedoch wünschen, dass die Veranstalter diese sowie die virtuellen Treffen weiterentwickeln. Ich bin sehr gespannt, was uns bereits dieses Jahr auf der Dmexco wieder erwartet.

Jan Homann, CEO Eqolot

Jan Homann
© Eqolot
Jan Homann
Die Premiere der Dmexco @home letztes Jahr war unsere erste große digitale Konferenz. Mit Stand, Panel und Masterclasses hatten wir das volle Programm gebucht und deshalb auch das gesamte Team involviert. Um das richtige Feeling zu erzeugen, haben wir bei uns im Büro einen Messestand aufgebaut und abends dann auch unsere eigene Dmexco-Party gefeiert – fast wie in Köln, nur mit ausreichend Abstand natürlich.

Die Dmexco ist für uns als Termin im September gesetzt und vor allem wichtig, um unsere Partner zu treffen und Neukunden zu gewinnen – das hat digital leider nicht so gut funktioniert wie physisch. Auf der Dmexco wird traditionell Business gemacht und nicht nur geredet. Das ist aus meiner Sicht der größte USP. Damit das auch digital funktioniert, könnten die Veranstalter das Networking noch stärker fördern und steuern. Beispielsweise mit einer Art Speed-Dating oder einem konkreten Matching-Format.

Dunja Riehemann, Vice President Marketing, Brandmaker

Dunja Riehemann
© Brandmaker
Dunja Riehemann
Sicherlich war es im letzten Jahr keine einfache Aufgabe, eine traditionelle Messe, die im Normalfall 40.000 Besucher hat, coronabedingt auf eine Online-Plattform zu heben und dann noch zu gewährleisten, dass Tausende Besucher ohne Probleme online zugreifen können. Dem gebührt schon großer Respekt! Die Organisatoren konnten mit einem abwechslungsreichen Programm und sogar der Einbindung eines Live-Konzerts durchaus ein Dmexco-Feeling aufkommen lassen. Daher bin ich gespannt und neugierig, wie die Organisatoren in diesem Jahr das Programm online gestalten. Themen rund um Marketing Operations, neueste MarTech-Trends und innovative Kampagnenkonzepte wären spannend. Dennoch wünsche ich mir natürlich für 2022, dass die Dmexco wieder als Hybridveranstaltung stattfinden kann.

Christopher Jakobus, Head of Sales, Smarketer

Christopher Jakobus
© Smarketer
Christopher Jakobus
Besonders durch die Ideenvielfalt des Veranstalters hat sich die Dmexco 2020 als positives Beispiel für digitale Messen hervorgetan. Das Konzept war gut durchdacht und wir konnten unser Netzwerk stark erweitern. Trotz der vielen Kontaktmöglichkeiten steht das Digitalformat dennoch vor der Herausforderung, die Dynamik einer physischen Veranstaltung nachzubilden. Den meisten Mehrwert konnten wir aus den gewohnt hochkarätigen Vorträgen ziehen, in denen wir das meiste Potenzial für Online-Messen sehen.

Im Hinblick auf die kommende Dmexco freuen wir uns besonders auf Vortragsthemen, die den Pandemie-bedingten Wandel im digitalen Business beleuchten, sowie neue Insights rund um das Thema Suchmaschinenmarketing. Außerdem wünschen wir uns direktere Austauschmöglichkeiten, weniger Barrieren zwischen Teilnehmern und Ausstellern sowie Funktionen, die Besucher zum „Messespaziergang“ einladen. Sobald es möglich ist, möchten wir aber vor allem wieder auf dem Messegelände persönlich die Besucherinnen und Besucher begrüßen. 

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