Branchen-Preis

Das sind die zehn Kandidaten für den CMO of the Year

Bald wird wieder der CMO of the Year gekürt
© Serviceplan
Bald wird wieder der CMO of the Year gekürt
Am 26. September wird klar sein, wer neuer CMO of the Year wird. Im vergangenen Jahr hatte der globale Markenchef von Adidas, Eric Liedtke, den renommierten Award gewonnen. Diese zehn Kandidaten könnten ihm nachfolgen.
Es ist ein offenes Rennen. Und noch ist nicht klar, wer am 26. September neuer CMO of the Year wird. Die Preisverleihung ist gleichzeitig der Höhepunkt und Abschluss des Innovationstages der Serviceplan-Gruppe in München.


Wie im vergangenen Jahr sind an der Wahl hochrangige Marketingentscheider aus deutschen Unternehmen aktiv beteiligt. Damit wollen die Organisatoren von Serviceplan, Antenne Bayern, Capital, FAZ, G+J EMS, die Mediengruppe RTL, N-TV, Samsung und das Institut für Marketing der Ludwig-Maximilians-Universität die Bedeutung des Preises weiter erhöhen. Zunächst haben deshalb die 80 Mitglieder des "CMO of the Year" Council - allesamt CMOs - die zehn Finalisten mittels einer Onlinbefragung ermittelt. Nun hat eine 21-köpfige Jury das Wort, die sich aus Council-Mitgliedern sowie Top-Medien- und Marketingentscheidern zusammensetzt. HORIZONT ist Medienpartner des Awards.

Das sind die zehn Finalisten:

1.

Martell Beck, BVG

Martell Beck, BVG
Wie macht man aus einer wenig beliebten, von manchen sogar gehassten Marke wie den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) eine Art Lovebrand? Am besten, man fragt Martell Beck, nach Stationen bei der Deutschen Bahn und der Stuttgarter Straßenbahn seit 2012 bei der BVG, seit April 2015 als Bereichsleiter Marketing & Vertrieb. Mit der von den Agenturen GUD und Jung von Matt entwickelten Imagekampagne "#weilwirdichlieben" löste Beck zunächst einen Shitstorm aus, der sich aufgrund der geschickten Reaktion der BVG aber bald ins Gegenteil verkehrte und zu einer erheblichen Verbesserung des Unternehmensimages führte. Auch die Kooperation mit Adidas, bei der Sneaker mit integriertem BVG-Jahresticket verkauft wurden, sorgte für erheblichen Zuspruch.

2.

Jürgen Herrmann, Ritter Sport

Jürgen Herrmann, Ritter Sport
Es ist immer ein Vergnügen, Jürgen Herrmann reden zu hören. Wenn der Geschäftsführer Marketing von Ritter Sport über Schokolade spricht, dann strahlen seine Augen. Herrmann lässt die Zuhörer teilhaben an seiner Leidenschaft für das Produkt, der Lust an Innovationen, der Begeisterung für freche Kommunikation und am Ziel, nachhaltige Kundenerlebnisse zu schaffen. Herrmann ist aus vollem Herzen das, was Marketer eigentlich immer sein sollten: der erste Botschafter seiner Marke. Seit Januar 2001 arbeitet der Manager für das Familienunternehmen aus Waldenbuch, das so gar nichts mit der Biederkeit gemein hat, die man schwäbischen Firmen so gerne unterstellt. Herrmann hat es geschafft, dass Ritter Sport in einem wettbewerbsintensiven Markt so etwas wie Kultstatus genießt, obwohl die Marke nicht jedem Trend hinterherläuft. Am PoS sind die bunten Tafeln nicht zu übersehen. Legendär ist die Außenwerbung an den Bahnhöfen, die Aktionen in den Social-Media-Kanälen sorgen für viel Aufmerksamkeit. Mit Limited-Edition-Auflagen wie zum Beispiel „Schoko & Gras“, „Einhorn“ und „Äffle und Pferdle“ schafft er überraschende Kaufanlässe. Ach was, er erzeugt regelrechte Fanhysterie für Schokolade.


3.

Andreas Jung, FC Bayern

Andreas Jung
© FC Bayern München
Andreas Jung
Geht es um den FC Bayern München, denken viele an die Stars auf dem Rasen, die sportlichen Erfolge, bittere Niederlagen und an die illustren Persönlichkeiten an der Spitze des Vereins, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge. Über Andreas Jung dagegen wird seltener gesprochen. Dabei ist der Marketing-Vorstand des Rekordmeisters (seit Juli 2013) eine Bank. Seit über 20 Jahren hält er dem Verein die Treue, hat auf verschiedenen Positionen aus einer einfachen Fußballmannschaft eine globale Premiummarke entwickelt. Die Anhänger und Mitglieder des Vereins sollen, so sein Credo, überall auf allen Kanälen ein konstantes und positives Markenerlebnis erhalten. Konsequent pflegt Jung deshalb die Partnerschaften mit den Sponsoren, digitalisiert und internationalisiert den FCB. 2014 eröffnete der Club in New York ein Büro, 2017 folgte Shanghai. Der Verein will da sein, wo seine Fans leben, organisiert in weltweit 4409 Fanclubs mit 349156 Mitgliedern.

4.

Melanie Kämpermann, Elbphilharmonie

Melanie Kämpermann, Elbphilharmonie
© Elbphilharmonie
Melanie Kämpermann, Elbphilharmonie

Es gab eine Zeit, da wurde die Elbphilharmonie in Hamburg in einem Atemzug mit dem Hauptstadtflughafen BER genannt: ein Großbauprojekt, bei dem Termine und Kosten völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Anders als der Berliner Flughafen hat die "Elphi", so wird das Mega-Bauwerk mittlerweile liebevoll genannt, seit Januar 2017 geöffnet. Zur Erinnerung: Ursprünglich war die Eröffnung für das Jahr 2010 vorgesehen. Dass niemand mehr über die hohen Kosten und die erhebliche Verzögerung redet, sondern fast nur noch von einem neuen Wahrzeichen für die Freie und Hansestadt Hamburg, ist nicht zuletzt der Marketing- und Kommunikationschefin Melanie Kämpermann zu verdanken. Sie hat es mit ihrem Team geschafft, das schlechte Image zu drehen. Aus einer Vielzahl von einzelnen Marketing-Stunts wurde eine klare Markenstrategie, die dem Konzerthaus zu weit über Deutschland hinausreichender Strahlkraft verholfen hat. „Elphi“ ist innerhalb kurzer Zeit zu einer international bekannten Marke geworden. Dabei ist es gelungen, die Kulturstätte auch nach dem Launch immer weiter und neu im Gespräch zu halten.

5.

Karsten Kühn, Hornbach

Hornbach-Marketer Karsten Kühn wird beim Deutschen Medienkongress auf der Bühne stehen
© Hornbach
Hornbach-Marketer Karsten Kühn wird beim Deutschen Medienkongress auf der Bühne stehen
Der Marketingvorstand, Jahrgang 1968, trat 2014 ein Erbe an, das weniger mutige Marketer wahrscheinlich ausgeschlagen hätten. Denn wie soll man bei einer Marke noch Duftmarken setzen, die ohnehin schon als Benchmark für Werbung in ihrer Branche gilt? Kühn zögerte nicht und hat seitdem das nötige Fingerspitzengefühl für die richtige Mischung aus Kontinuität und Innovation bewiesen. Bewährte Säulen des Erfolgs wie das Arbeitsverhältnis zur Lead-Agentur Heimat hat er nicht angerührt. Dagegen hat er seine eigene Marketingorganisation auf eine agilere Arbeitsweise ausgerichtet und dabei noch einmal die digitalen Kompetenzen deutlich gestärkt. Damit hält Kühn nicht nur das hohe kreative Niveau in der Kommunikation, sondern begleitet erfolgreich Hornbachs unternehmerische Vision eines Multichannel-Händlers.

6.

Claas Meineke, Edeka

Claas Meineke, Edeka
© Edeka
Claas Meineke, Edeka
Das Vorstandsmitglied für Marketing & Vertrieb ist schon seit Jahren für die Pflege des Markenerbes von Edeka verantwortlich, seit 2017 darf er auch Edekas Zukunft im Onlinehandel entwickeln. In der Werbung hat Meineke schon gezeigt, dass er Digital brillant beherrscht. Dabei hat er auch geübt, die regionalen Händler davon zu überzeugen, dass der Markenclaim „Wir lieben Lebensmittel“ von seiner mutigen Inszenierung lebt. Dieses kreative Feuer bringt er jetzt in den E-Commerce.

7.

Yvonne Piu, Birkenstock

Yvonne Piu, Birkenszock
Für eine Marke eine neue Positionierung zu erreichen, ohne dabei gleichzeitig altes Markenterritorium zu räumen, ist nicht einfach. Der Geschäftsbereichsleiterin Marketing und Produkt von Birkenstock ist dieses Kunststück gelungen. Piu schaffte es, die von vielen als Öko-Schlappen belächelte Schuhmarke zum modischen It-Piece zu machen – und das, ohne die originären Käufer zu verprellen. Mit der Re-Positionierung als Lifestyle-Produkt führte sie die Marke in eine neue Wachstumsphase und vergrößerte die Zielgruppe der potenziellen Kunden deutlich. Dabei kämpft Piu auch gegen eine Verwässerung der Markenpositionierung und beendete beispielsweise die Zusammenarbeit mit Amazon, weil der Online-Händler nicht genug gegen Produktfälschungen unternahm.

8.

Bernd Rützler, Kärcher

Bernd Rützler, Kärcher
Seit zehn Jahren verantwortet Bernd Rützler das Marketing von Kärcher. Allein das ist schon eine Auszeichnung in einer Branche wert, in der manche Kollegen ihre Posten schneller wechseln als die Kampagnen, für die sie verantwortlich zeichnen. Nun mag der Reinigungsspezialist nicht das lauteste Unternehmen im Werbezirkus sein, aber die Schwaben stehen für ein sauberes, klares Markenprofil, intelligente Marketingkommunikation und Innovation. Rützler, der seine Karriere auf Agenturseite bei Lintas in Hamburg gestartet hatte, setzt dabei konsequent auf die Emotionalisierung der Putz- und Pflegemarke. Jüngstes Beispiel: die Kooperation mit „Mission: Impossible“.

9.

Alexander Schlaubitz, Lufthansa

Lufthansa-Marketingchef Alexander Schlaubitz
© Lufthansa/Oliver Roesler
Lufthansa-Marketingchef Alexander Schlaubitz

Das muss man sich trauen: den Auftritt einer Markenikone anzutasten. Genau das hat Alexander Schlaubitz in diesem Jahr getan. Der Vice President Marketing Digital Innovation verpasste der Lufthansa einen großen Markenrelaunch. Klar, dass das kontrovers diskutiert wird. Doch der Manager, der seit 2013 das Marketing bei der LH verantwortet, will die Marke stärker an den Bedürfnissen der Kunden und moderner ausrichten: digitaler, direkter und klarer. Und das hat nichts mit seiner Vergangenheit bei Facebook zu tun. Es ist aus seiner Sicht die Grundlage des Erfolgs.

10.

Jens Thiemer, Ex-Daimler

Jens Thiemer
© Björn-Arne Eisermann
Jens Thiemer
Zwar ist Jens Thiemer seit Ende Juni nicht mehr in Amt und Würden, bis dahin hat er sich aber einen exzellenten Namen als Vice President Marketing bei Mercedes-Benz Cars gemacht. In Thiemers Amtszeit, die mit seiner Rückkehr in den Daimler-Konzern im Jahr 2013 begann, fielen unter anderem die Zentralisierung des Marketings und die Neuaufstellung des Agenturportfolios. So installierte Thiemer ein Modell mit drei regionalen Leadagenturen, darunter die eigens für die Edelmarke gegründete Exklusiv-Agentur Antoni. Zuletzt wurde mit Publicis Emil eine neue Netzwerkagentur für Mercedes-Benz ins Leben gerufen. Zu den kommunikativen Highlights unter Verantwortung von Thiemer gehört die Kampagne „Grow up“ für die Kompaktklasse-Baureihen. Sie hat zahlreiche Kreativpreise gewonnen. mir/mam/cam
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