Bis Ende 2020

Real will Plastikbeutel in der Obst- und Gemüseabteilung abschaffen

Real will seinen Kunden statt kostenlosen Plastikbeuteln künftig unter anderem Mehrwegnetze zum Kauf anbieten
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Real will seinen Kunden statt kostenlosen Plastikbeuteln künftig unter anderem Mehrwegnetze zum Kauf anbieten
Die Supermarktkette Real hat angekündigt, bis Ende des Jahres 2020 keine Plastikbeutel mehr in der Obst- und Gemüseabteilung anzubieten. Stattdessen sollen die Kunden auf waschbare Mehrwegnetze umsteigen. Auf diese Weise will Real pro Jahr mehr als 140 Tonnen Kunststoff einsparen.
Die kostenpflichtigen Mehrwegnetze werden bereits ab Ende dieses Monats als Alternative zum Plastikbeutel angeboten. Letztere werden dann nach und nach reduziert, bis sie bis Ende 2020 komplett aus den Obst- und Gemüseabteilungen der rund 280 Real-Filialen in Deutschland verschwunden sind. Neben Mehrwegnetzen können die Kunden dann auch auf kostenlose Tüten aus receyceltem Papier zurückgreifen.


"Allein durch den kompletten Verzicht auf Plastikbeutel in der Obst- und Gemüseabteilung sparen wir pro Jahr 70 Millionen Plastikbeutel ein. Das entspricht einer Menge von mehr als 140 Tonnen Kunststoff", sagt Real-CEO Patrick Müller-Sarmiento. Der Manager erklärt die Strategie damit, dass Nachhaltigkeit für die Kunden im Lebensmitteleinzelhandel eine immer größere Rolle spiele. "Die Menschen wollen heute nicht mehr nur Gutes essen, sie wollen das auch mit gutem Gewissen tun." Das Ziel von Real sei daher, bis 2030 nur noch nachhaltige Produkte zu führen.

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Mit der Plastik-Reduktion befindet sich Real voll im Trend. Auch andere Händler wie Edeka, Rewe und Aldi wollen künftig weniger Kunststoffe einsetzen. Wiederverwendbare Netze spielen dabei in den Strategien aller Unternehmen eine Rolle. Inwieweit Papier die so genannten Knotenbeutel in den Obst- und Gemüseabteilungen ersetzen sollte, darüber gibt es aber offenbar unterschiedliche Ansichten. Aus gutem Grund, sagt Rolf Buschmann: Der Experte für technischen Umweltschutz beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) weist gegenüber der Nachrichtenagentur dpa darauf hin, dass Papierbeutel, wenn sie in die Umwelt gelangten, zwar deutlich leichter abbaubar seien als Plastikbeutel. Doch insgesamt sei ihre Ökobilanz, wenn sie nur einmal benutzt würden, schlechter als die der Plastikbeutel. Für die Herstellung der Papiertüten werde mehr Energie und mehr Wasser verbraucht, als für die Produkte aus Plastik.


Ähnlich wie bei den Konkurrenten ist das Plastik-Thema für real offenbar (noch?) nichts für die Massenwerbung. Dort spielt das Thema Nachhaltigkeit nichtsdestotrotz eine Rolle: In der Werbung positioniert sich Real als "bester Wochenmarkt Deutschlands", wobei auch die Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern hervorgehoben wird. ire/mit dpa-Material
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