Bilderagenturen

Adobe kündigt offiziell das Aus für Stockfoto-Händler Fotolia an

Murat, Erimel, Head of Marketing Adobe Stock
© Fotolia
Murat, Erimel, Head of Marketing Adobe Stock
Was viele schon seit längerem vermuten, bestätigt Adobe jetzt offiziell: Zum 5. November 2019 wird der Bilderdienst Fotolia offiziell eingestellt und das Geschäft bei Adobe Stock gebündelt. Den bisherigen Fotolia-Kunden will Adobe den Wechsel mit besserem Service und großzügigen Einstiegsgeschenken versüßen. Eine wichtige Rolle soll dabei die Künstliche Intelligenz Adobe Sensei spielen.

Eine große Überraschung ist dieser Schritt nicht wirklich. Adobe hatte Fotolia 2015 übernommen, um mit dem führenden Anbieter im Stock-Foto-Markt seine eigene Creative Cloud zu stärken. Vor diesem Hintergrund einer Crossvermarktung war es wenig zielführend, dass Adobe Fotolia parallel zum eigenen Angebot Adobe Stock weiterlaufen ließ.



In der nun beschlossenen Einstellung sieht Murat Erimel, Head of Marketing Adobe Stock, aber mehr als nur eine simple Marktbereinigung: „Wir wollen den Fotolia-Kunden mehr bieten als denselben Service unter anderem Namen. Sie sollen nach dem Aus von Fotolia auf eine spürbar bessere Plattform für den Kauf und Verkauf von lizenzfreien Stockbildern wechseln können.“

Nach drei Jahren Parallelbetrieb sieht Erimel Adobe Stock offensichtlich soweit, dieses Versprechen auch tatsächlich einlösen zu können.  Allein bei der Verschlagwortung der Bilder habe Adobe Stock durch die Nutzung der KI Adobe Sensei einen deutlichen Qualitätsvorsprung, sagt der Marketingchef: „Die KI kann über die Bildanalyse gemeinsame Ordnungskategorien für Bilder definieren auf die ein Mensch bei der Verschlagwortung niemals kommen würde. Und sie korrigiert automatisch Fehler, die sich über die Jahre in Bilddatenbanken automatisch einschleichen.“


Darüber hinaus wird Adobe Stock zusätzliche Inhalte neben dem gewohnten Fotolia-Bestand anbieten wie die Premium Collection, in der namhafte Künstler ihr Bildmaterial anbieten, sowie der Editorial Collection, in welcher Sie aktuelle Inhalte aus den Bereichen Nachrichten, Sport und Unterhaltung finden. Außerdem bietet der Adobe Stock-Marktplatz auch Designvorlagen und 3D-Grafiken.

Und letztlich soll die Vernetzung von  Adobe Stock innerhalb der Adobe Creative Cloud zu einem Argument für Neukunden werden. Denn statt mühsam zwischen Bildersuche und Graphikanwendungen hin- und herzuspringen, können die Nutzer der Creative Cloud nach Bildern direkt suchen, wenn sie Adobe Photoshop nutzen. Die Hoffnung des Anbieters: Auf diese Weise sollen Fotolia-Kunden, die bisher nicht die Creative Cloud nutzten, organisch an die Plattform herangeführt werden.

Damit sich die Fotolia-Kunden nicht anderweitig umsehen, versüßt ihnen Adobe den Wechsel mit großzügigen Gutschriften auf ihren Kundenkonten. Fotolia-Kunden erhalten nach der Umstellung ihres Kontos  als Bonus mindestens die doppelte Anzahl von HD-Dateien, die Sie auf Fotolia.com erhalten würden. cam

stats