Bilanz und Ausblick

Messe München vermeldet Rekordgewinne - und will bald wieder durchstarten

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Die Messe München blickt trotz Corona optimistisch in die Zukunft
© Messe München
Die Messe München blickt trotz Corona optimistisch in die Zukunft
Die Corona-Pandemie hat die Messewirtschaft wie so viele Bereiche hart getroffen. Das spürt auch die Messe München, die laut eigenen Aussagen die Hälfte ihres Jahresumsatzes 2020 durch abgesagte Messen verlieren wird. Wie Messe-München-Chef Klaus Dittrich auf der Bilanzpressekonferenz erklärt, will man zum geplanten Restart am 1. September wieder zurück sein und gestärkt aus der Krise hervorgehen. Seine Ansage an alle Aussteller: "Messen sind das beste Konjunkturprogramm, das man haben kann." Und den Besuchern verspricht Dittrich: "Ein Messebesuch ist nicht gefährlicher als ein Einkauf im Supermarkt." Für das Geschäftsjahr 2019 vermeldet die Messe München indes Rekordgewinne.
Wie Dittrich auf der Bilanzpressekonferenz verkündete, hat die Messe München das Jahr 2019 mit einem neuen Rekordumsatz von 474,2 Millionen Euro abgeschlossen. Das EBITDA - das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen - beträgt demnach 138,4 Millionen Euro. Durch die Corona-Pandemie bedingten Absagen von Messen und Kongressen stehe die Messe im laufenden Jahr allerdings vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen, die unter anderem mit digitalen Formaten gelöst werden sollen.


"2019 war das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Geschichte der Messe München. Wir sind sehr stolz auf die Ergebnisse, die wir bei unseren Veranstaltungen in München und an unseren Standorten im Ausland erzielen konnten", sagt Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München GmbH. Gleichzeitig verweist er auf Volatilität des Business: "Die Corona-Pandemie zeigt, wie verletzlich die globale Wirtschaft trotz Rekordergebnissen ist. Daher müssen wir als Unternehmen weiterhin innovative Formate entwickeln, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben."

Im vergangenen Jahr verbuchte die Messe München laut eigenen Angaben mehr als 32.000 Aussteller und rund 2,5 Millionen Besucher - so viele wie nie zuvor. Einen großen Anteil am Erfolg hatte dabei die Bergbau- und Baumaschinenmesse Bauma - die flächenmäßig größte Messe der Welt mit über 3000 Ausstellern und mehr als 620.000 Besuchern aus 200 Ländern. Insgesamt fanden im vergangenen Jahr 15 Eigen-und 163 Gastveranstaltungen auf dem Gelände der Messe München statt, dazu 30 Veranstaltungen im Ausland. Erstmals in der bayrischen Landeshauptstadt ausgetragen wurde 2019 die Outdoor by ISPO, Anfang 2021 wird die Hauptveranstaltung ISPO ebenfalls in München stattfinden. Nicht zu vergessen die Bits & Pretzels, die im vergangenen Jahr von Barack Obama eröffnet wurde.


Ein weiterer Grund für den Optimismus der Verantwortlichen heißt IAA: Die Automesse, die sich stärker als Plattform für die Mobilität der Zukunft inszenieren will, findet im September 2021 zum ersten Mal in München statt und soll einen Gesamtumsatz von rund 500 Millionen Euro in die Region bringen. "Deshalb ist der Neustart von Messen im Moment unser vorrangigstes Ziel. Denn Messen sind das wirksamste Konjunkturprogramm zur Ankurbelung der Wirtschaft", so Dittrich.

Um die Verluste durch die Corona-Krise möglichst schnell abzufedern, setzt die Messe München derzeit auf digitale Konferenzen und Plattformen wie die ISPO Re.Start Days, IFAT impact sowie den Expo Real Hybrid Summit und will ihren Kunden so zumindest online Präsentations-, Kontakt-und Geschäftsmöglichkeiten bieten. Dittrich rechnet dennoch "im schlimmsten Fall" mit Umsatzverlusten von bis zu 240 Millionen Euro im laufenden Jahr. "Wir haben in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und aktuell einen konsequenten Sparkurs eingeschlagen. Wir unternehmen alles, um die Gesundheit unserer Aussteller, Besucher und Mitarbeiter zu schützen und die im Herbst bevorstehenden Veranstaltungen erfolgreich durchführen zu können." tt
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