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Mit diesem Spot will Coca-Cola beim Super Bowl Haltung zeigen

Coca-Cola will mit diesem Super-Bowl-Spot Haltung zeigen
© Screenshot Youtube
Coca-Cola will mit diesem Super-Bowl-Spot Haltung zeigen
Zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt wird Coca-Cola keinen Spot während des Super-Bowl austragen. Der Brausegigant hat sich stattdessen entschieden, im Vorfeld der Partie zu werben – und zwar zu einem symbolischen Zeitpunkt.
Das Commercial soll kurz vor der US-Hymne laufen, wie Coca-Cola mitteilt. Pikant wird diese Entscheidung durch die Begründung des Unternehmens: "Wir haben eine lange Tradition, die größte Werbebühne des Landes zu nutzen, um eine Botschaft der Einheit und positiven Einstellung zu vermitteln, insbesondere zu Zeiten, in denen sich unsere Nation gespalten fühlt", sagt Stuart Kronauge, Senior Vice President Marketing bei Coca-Cola Nordamerika und President der Sparte Sparkling Beverages. "In diesem Jahr haben wir uns entschieden, unsere Werbung kurz vor der Nationalhymne zu schalten, während die Amerikaner in ihrem Wohnzimmer zusammenkommen, um alle daran zu erinnern, dass 'zusammen schön ist'."


Coca-Cola will den Super-Bowl, der in diesem Jahr in der Heimat des Unternehmens Atlanta ausgetragen wird, also ganz offensichtlich nutzen, um Haltung zu zeigen. Zwar sendet das Unternehmen in dem Spot keine explizite Botschaft. Allerdings wird darin ein Gedicht rezitiert, das sich an einen Auszug aus Andy Warhols 1975 erschienenem Buch "Die Philosophie von Andy Warhol" anlehnt. Warhol schrieb damals: "Eine Cola ist eine Cola und kein Geldbetrag kann eine bessere Cola bringen, als die, die der Penner an der Ecke trinkt."
Weiter heißt es in dem Spot: "Wir haben alle unterschiedliche Herzen und Hände. Köpfe mit verschiedenen Ansichten. Verstehst du nicht? Anders ist schön. Und zusammen ist auch schön." Der letzte Satz ist auch der Hashtag, unter dem die Kampagne im Netz läuft: #TogetherIsBeautiful.

Im Vordergrund der Kampagne steht also der Gedanke der Gleichheit und der Gerechtigkeit. Dieser bekommt in diesen Tagen besondere Bedeutung: Im Streit um die Finanzierung der von US-Präsident Donald Trump geforderten Mauer an der Grenze zu Mexiko kam es in den USA zu einem sogenannten Shutdown. Dabei fährt der Staats- und Verwaltungsapparat auf ein Mindestmaß herunter – was zu Konsequenzen für die öffentliche Ordnung führen kann.


Zusätzliche Brisanz erhält die Kampagne dadurch, dass sie von Wieden + Kennedy in Portland kreiert wurde. Die Agentur hat im vergangenen Jahr eine der meistbeachteten Haltungskampagnen entwickelt, die Kampagne von Nike mit Colin Kaepernick. Auch dieser Auftritt war eine implizite Kritik an der spaltenden Rhetorik von Trump und seinen Anhängern.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Coca-Cola den Super Bowl als Bühne für eine gesellschaftliche Botschaft genutzt: "The Wonder of us" zeigte Menschen unterschiedlicher Herkunft – doch beim Genuss von Coca-Cola waren sie letztendlich alle gleich. Damals musste das Unternehmen allerdings die horrenden Preise zahlen, die für einen Platz im Werbeblock während des Spiels verlangt werden – mehr als 5 Millionen Dollar werden hier angeblich verlangt. Diese Kosten umgeht Coca-Cola in diesem Jahr – ob das einen Effekt auf die Wirkung hat, wird sich zeigen. ire
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