Lieblingsmarken, Trink- und Konsumverhalten

Das sind die Bier-Vorlieben der Deutschen

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Beck's ist die bekannteste Biermarke in Deutschland
© Anheuser-Busch Inbev
Beck's ist die bekannteste Biermarke in Deutschland
Auch wenn der Absatz im vergangenen Jahr um mehr als zwei Prozent zurückgegangen ist: Die Deutschen lieben ihr Bier immer noch wie kaum eine andere Nation. Eine Studie von Splendid Research gibt jetzt Aufschluss über die beliebtesten Biermarken sowie das das Trink- und Konsumverhalten der Menschen hierzulande. Das Ergebnis: Viele Brauereien haben Nachholbedarf in Sachen Markenbildung.
Für die Analyse hat das Marktforschungsinstitut im Oktober vergangenen Jahres 1229 in Deutschland lebende Biertrinker zwischen 16 und 69 Jahren in einem Onlinepanel zum Thema befragt. Neben Fragen zum Trink- und Konsumverhalten wurden in der Studie auch Marken-Indikatoren zu insgesamt 146 Biermarken ermittelt, darunter Werte zu Bekanntheit, Konsumhäufigkeit und Image.
Beck's, Warsteiner und Krombacher sind die bekanntesten Biermarken in Deutschland
© Splendid Research
Beck's, Warsteiner und Krombacher sind die bekanntesten Biermarken in Deutschland
Ein Kernergebnis der Studie: Die Deutschen sind nach wie vor eher traditionell eingestellt, wenn es um den Biergenuss geht. So gibt die Mehrheit der Befragten an, Bier sei ein Kulturgut, das nach dem deutschen Reinheitsgebot zu brauen ist. Für 92 Prozent ist der Geschmack das wichtigste Merkmal, Aroma (83 Prozent) und Natürlichkeit (78 Prozent) folgen dahinter. Kreativität, Exklusivität oder exotische Geschmacksnoten - also Eigenschaften, die im Craft-Bier-Markt Alleinstellungsmerkmale sind - spielen für die breite Masse dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) geben zudem an, dass sie mindestens an zwei Tagen pro Woche Bier trinken.


Zu der traditionellen Einstellung der Deutschen passt auch, dass die meisten hierzulande zum Pils greifen: 85 Prozent trinken die untergärige Brauart mindestens gelegentlich. Dahinter rangieren Biermischgetränke (73 Prozent) und Helles (70 Prozent), welches längst nicht mehr nur in Münchens Biergärten zu finden ist. Bemerkenswert: Unter den Liebhabern des hellen Bieres fällt der Frauenanteil mit 46 Prozent deutlich höher aus als beim Pils oder Export. Bei den Biermischgetränken übersteigt der Anteil weiblicher Konsumentinnen (53 Prozent) sogar den der männlichen (47 Prozent).

Craft Beer wird hingegen weiter hauptsächlich von Männern zwischen 20 und 40 Jahren getrunken. 43 Prozent aller deutschen Biertrinker haben zwar schon einmal ein Craft Beer probiert, die Mehrheit greift jedoch nur wenige Male im Jahr zu den besonderen Sorten. "Damit liegt Craft Beer zwar weiter im Trend, es bleibt jedoch eine Nische. Zudem wird sich die Marktlage demnächst zuspitzen, da große Brauereien zunehmend ähnlich anmutende Bierprodukte am Markt positionieren werden", sagt Alexander Claßen, Studienleiter bei Splendid Research.


Was die einzelnen Marken angeht, haben die Deutschen keine eindeutigen Präferenzen. Das zeigt auch die Tatsache, dass sich die bekanntesten und die beliebtesten Marken in der Gunst der Konsumenten nur geringfügig unterscheiden: Für 9 Prozent der Befragten ist Krombacher die Lieblingsmarke, dicht gefolgt von Beck's (8 Prozent) und Bitburger (6 Prozent). Was die Markenbekanntheit betrifft, liegt Beck's (93 Prozent) vor Warsteiner (90 Prozent) und Krombacher (89 Prozent). Das mit Abstand beliebteste Mischgetränk ist Schöfferhofer Grapefruit (15 Prozent). Unter den alkoholfreien Bieren nehmen Krombacher 0,0% (13 Prozent) und Erdinger Alkoholfrei (12 Prozent) die Spitzenplätze ein.

Die bekanntesten Craft-Bier-Marken in Deutschland

Quelle: Splendid Research / n=533 (nur Befragte, die sich nach dem Lesen der Definition sicher waren, schon einmal Craft Beer getrunken zu haben)


Auch in puncto Image unterscheiden sich die großen Brauereien nur geringfügig voneinander. Abheben können sich spezielle Marken wie Guinness oder Andechser, die bessere Werte in Kategorien wie Einzigartigkeit und Authentizität einheimsen. "Die etablierten Brauereien sollten gezieltere Maßnahmen zur Markendifferenzierung ergreifen und ihre Alleinstellungsmerkmale stärker betonen", so Claßen. "Auf diese Weise können sie ihre Position in einem von Markenvielfalt geprägten Umfeld nachhaltig stärken." tt
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