"Bei uns heizt der Kühlschrank"

So kreativ inszenieren Aldi-Mitarbeiter die Nachhaltigkeits-Offensive des Discounters

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Bei Aldi Nord heizt der Kühlschrank
© Aldi Nord
Bei Aldi Nord heizt der Kühlschrank
Wenn sich die Mitarbeiter für das eigene Unternehmen stark machen, dann ist das glaubwürdiger als jede Testimonial-Kampagne - und für Markenverantwortliche ein echter Glücksfall. Bei Aldi Nord ist offenbar genau das eingetreten. Weil die Klimaschutzmaßnahmen des Konzerns aus Sicht der Belegschaft in den Märkten nicht wirklich sichtbar werden und nicht ausreichend gewürdigt werden können, haben nun einige Angestellte die Initiative ergriffen. Das Ergebnis ist seit wenigen Tagen in drei Hamburger Aldi-Märkten zu sehen. Dort werden Kunden nun mit kreativen Bannern auf die Nachhaltigkeitsmaßnahmen des Handelsriesen aufmerksam gemacht.
"Süße, du kommst hier nicht rein!", ist das Banner überschrieben, das seit Anfang dieser Woche die Hamburger Aldi-Nord-Filiale in der Jenfelder Allee 70 ziert. Hinter dem Spruch, der die Kunden des Discounters beim ersten Lesen irritieren mag, steckt in Wahrheit eine simple Botschaft.


Denn im Kleingedruckten erfahren die Aldi-Kunden, dass der Discounter nach eigenen Angaben durch Rezeptänderungen bei ausgewählten Eigenmarken seit 2015 rund 3000 Tonnen Zucker eingespart hat.

Aldi Nord: Die Nachhaltigkeits-Motive


Die anderen Motive, die ebenfalls in der Hansestadt an den Filialen in der Eiffestraße und im Eidelstedter Weg angebracht wurden, nutzen dieselbe Mechanik. Mit dem Spruch "Bei uns heizt der Kühlschrank" soll darauf aufmerksam gemacht machen, dass Aldi Nord CO2 vermeidet, indem die Filialen Abwärme der Kühlregale fürs Heizen nutzen.


Das mit "Wir trennen uns" überschriebene Plakat schließlich soll auf die Einführung nachhaltiger Verpackungen hinweisen, mit der Aldi Nord allein in den vergangenen fünf Jahren über 11.000 Tonnen Plastikmüll eingespart haben will.

"Gerade im Bereich der nachhaltigen Produktverpackungen haben wir zuletzt viele Fortschritte erzielt. Ähnlich ambitioniert gehen wir jetzt das Thema bewusste Ernährung an“, sagt Tobias Heinbockel, Managing Director Category Management bei Aldi Nord.

Die Nachhaltigkeitsziele von Aldi Nord, die im Jahresbericht für 2019 nachgelesen werden können, sind durchaus ambitioniert. Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben als erster deutscher Discounter dazu verpflichtet, in den nächsten zwei Jahren verbindliche und wissenschaftlich geprüfte Ziele zur Reduzierung von CO2-Emissionen festzulegen. In einem ersten Schritt sollen die Treibhausgasemissionen bis 2021 um 40 Prozent gegenüber 2015 sinken. Darüber hinaus will Aldi Nord bis 2025 alle Eigenmarkenverpackungen recyclingfähig, kompostierbar oder wiederverwendbar machen. Nicht zuletzt will der Discounter die Anzahl der Bio-Artikel, die bereits 2019 um 47 Produkte auf insgesamt 305 ausgeweitet wurde, deutlich steigern. Auch die Rezepturen und Inhaltsstoffe stehen auf dem Prüfstand. Ein besonderer Fokus gilt dabei den Eigenmarken, die sich vorwiegend an Kinder richten. Hier sollen die Salz- und Zuckergehalte sukzessive reduziert werden. mas
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