"Beförderung auf Knopfdruck"

So springt Sixt auf die Affäre Maaßen auf

Sixt nimmt nun auch zur Causa Maaßen Stellung
© Sixt / Facebook
Sixt nimmt nun auch zur Causa Maaßen Stellung
Es war zu erwarten: Einen Tag, nachdem der Wechsel des umstrittenen Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen ins Bundesinnenministerium bekannt wurde, nimmt sich Sixt des Themas an. Die Autovermietung bedient mit ihrem Motiv zur Affäre Maaßen das Unverständnis vieler Menschen für den Wechsel, ist dieser praktisch doch eine Beförderung.
Immerhin soll Maaßen laut Medienberichten mit dem Staatssekretärs-Posten im Innenministerium nun genau den Job haben, den er ohnehin wollte - höhere Bezahlung inklusive. Auf dem am Mittwochabend in sozialen Netzwerken veröffentlichten Sixt-Motiv liest sich das Ganze so: "Auch bei Sixt: Beförderung auf Knopfdruck".
Wobei mit Beförderung eine Fahrt von A nach B im Mietwagen und mit Knopfdruck die einfache Bestellung eines Fahrzeugs im Internet gemeint ist.
Mit rund 14.000 Reaktionen auf Facebook (Stand: 20.9.; 9 Uhr) hat das inhouse entwickelte Motiv nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung selbst für Sixt-Verhältnisse enorme Resonanz erhalten. Und das, obwohl die Anzeige für die Echtzeit-Werber von Sixt eigentlich auf der Hand lag, aber dennoch erst rund 24 Stunden nach Bekanntwerden der Personalie Maaßen veröffentlicht wurde.


Maaßen war unter Druck geraten, nachdem er die Authentizität eines Videos, das Jagdszenen auf ausländische Menschen in Chemnitz zeigen soll, angezweifelt hatte. Der Bild-Zeitung hatte Maaßen gesagt: "Es liegen keine Belege dafür vor, dass das im Internet kursierende Video zu diesem angeblichen Vorfall authentisch ist." Vielmehr sprächen "gute Gründe dafür, dass es sich um eine gezielte Falschinformation handelt, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Mord in Chemnitz abzulenken", so der Ex-Präsident des Bundesverfassungsschutzes.

Auch wenn das Sixt-Motiv der Causa Maaßen eine humorvolle Dimension hinzufügt: Offenbar stand aufgrund der Frage über Maaßens Zukunft sogar die Regierungskoaltion aus CDU/CSU und SPD auf dem Spiel. Laut CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer habe die SPD Maaßens Entlassung gefordert, während Bundesinnenminister Horst Seehofer sich dem verweigert habe. Dadurch stand "die Gefahr eines Auseinanderbrechens der Regierung konkret im Raum - mit allen dahinterstehenden Konsequenzen bis hin zu Neuwahlen", so Kramp-Karrenbauer laut Nachrichtenagentur dpa in einem  Brief an an die CDU-Mitglieder. A propos Seehofer: Der CSU-Politiker war vor Kurzem erst selbst zum Sixt-Testimonial wider Willen geworden. Seehofer hatte kurz zuvor seinen Rücktritt ins Gespräch gebracht, sollte es im seinerzeit schwelenden Asylstreit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht zu einer Einigung kommen. dpa 

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