Beate Uhse

Mit dieser Stellenanzeige meldet sich die Erotikmarke nach der Insolvenz zurück

Beate Uhse will sich ins Leben zurückkämpfen
© Be You
Beate Uhse will sich ins Leben zurückkämpfen
Ende des vergangenen Jahres hatte es den Anschein, als wären die Tage von Beate Uhse gezählt. Doch nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens meldet sich die Erotik-Marke zurück - mit einer schlüpfrigen Recruiting-Aktion.
Derzeit sucht das Unternehmen auf der Jobbörse Stepstone eine oder einen Chief Dildo Officer. Der hat abgesehen vom Jobtitel mit vielen ernsthaften Dingen zu tun, soll sich etwa um "die strategische Planung und die Beurteilung des aktuellen Sortiments des Online-Shops und der Retail Stores sowie die Auswahl neuer Sortimente basierend auf Verbraucher- und Marktanalysen" kümmern. Der Job sei zu begreifen als "Schnittstelle zwischen Einkauf/SCM, Marketing und Shop-Managern bzw. der Logistik".
In der Ausschreibung zeigt sich Beate Uhse gnadenlos selbstkritisch, aber auch selbstbewusst: 
"Wir haben 10 Jahre Missmanagement überlebt, wir sind durch die Insolvenz in Eigenverwaltung gegangen, nichts hat uns umgebracht. Die Marke ist unkaputtbar. Darauf können wir aufbauen. Mit einer neuen Firma, einem neuen Management, einem neuen Standort und einer neuen strategischen Ausrichtung kannst Du die Marke durch ein serviceorientiertes, kanalübergreifendes Einkaufserlebnis wieder zum Leben erwecken und die Zukunft von Beate Uhse mitgestalten."

Absender des Stellengesuchs ist die Be You GmbH. Diese führt nach Abschluss des Insolvenzverfahrens nicht nur die Marke Beate Uhse weiter, sondern auch die Marken "Adam & Eve" in Frankreich und "Pabo" in den Niederlanden. Zum Aufgabenbereich der Firma gehört dabei der Einzelhandel sowie das Online-Geschäft. Verantwortlich ist der frühere Beate-Uhse-Chef Michael Specht.

"Be You" war auch der Claim der letzten Markenkampagne von Beate Uhse vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Doch auch die half damals nicht: Der zögerliche Ausbau des Online-Handels und eine verfehlte Produktpolitik sorgten dafür, dass der Erotikpionier in seinem Heimatmarkt immer mehr den Anschluss verlor. Mit der Beseitigung letzter formeller Hürden im Insolvenzverfahren ist Beate Uhse also wieder bereit zum Durchstarten - auch wenn eine Gesamtbilanz der Insolvenz noch aussteht. ire


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