Studie

Interesse an Car-Sharing und Auto-Abos ist noch gering

Car-Sharing: Die meisten Anbieter haben einen geringen Bekanntheitsgrad.
© GM
Car-Sharing: Die meisten Anbieter haben einen geringen Bekanntheitsgrad.
So groß die Liebe der Deutschen zum Auto auch ist, das Interesse an Auto-Abo-Modellen und Car-Sharing hält sich in Grenzen. Nur jeder Fünfte kann mit den Namen Drivy und SnappCar etwas anfangen. Bekannter als die beiden europaweit tätigen Car-Sharing-Anbieter sind da schon Mitfahrgelegenheiten wie Blablacar und urbane Sharing-Anbieter. Das geht aus einer Studie der Marketingberatung Simon-Kucher & Partners hervor.

Zwar zeigen sich 60 Prozent Car-Sharing-Modellen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber, das eigene Auto würden sie aber trotzdem nicht abgeben. Vor allem Preis (27 Prozent) und Verfügbarkeit (21 Prozent) sind für Autofahrer die entscheidenen Kriterien beim Gedankenspiel, ein Auto zu mieten. Eine Vielfalt an individuellen Paketen und eine breite Modellauswahl mit unterschiedlicher Ausstattung sind dagegen für die wenigsten ausschlaggebende Argumente.



"Das Bewusstsein bei den Deutschen für die Vorteile von Car-Sharing und Urban Sharing muss noch Schritt für Schritt aufgebaut werden. Grundlegend dafür ist eine gut ausgebaute Infrastruktur", meint Matthias Riemer, Director in der globalen Automotive Practise bei Simon-Kucher. Das gegenwärtige Hauptproblem: Der Bekanntheitsgrad der Car-Sharing-Anbieter ist gering. Nur 20 Prozent der Deutschen sind europaweit tätige Privatanbieter wie Drivy oder Snappcar ein Begriff. Deutlich bekannter sind Mitfahrgelegenheiten wie Blablacar oder Urbanes Sharing wie es Car2go oder DriveNow anbieten. Jeder Zweite kann hierzulande mit den Unternehmensnamen etwas anfangen.

Ein ganz eigenes Mobilitätskonzept stellt das Auto-im-Abo-Modell dar. Für einen bestimmten Betrag wird ein Auto ausgeliehen und in einem festgelegten Rhythmus auch ausgetauscht. Im Unterschied zum Car-Sharing beläuft sich die Mietdauer nicht auf wenige Stunden oder Tage, sondern auf Wochen oder Monate. Das Konzept wird von Start-ups und von größeren Unternehmen wie zum Beispiel Sixt angeboten.


Aktuell hat das Abo-Modell zahlreiche Kritiker. "Viele Autonutzer schätzen die Flexibilität wie einen Fahrzeugwechsel nicht und stehen der nicht selbstbestimmten Versicherungskonditionen kritisch gegenüber", sagt Matthias Riemer von Simon-Kucher. Attraktiv wird das Konzept erst, wenn es bedeutend günstig ist, als das eigene Fahrzeug. Nur ein Drittel zeigt sich bereit, für ein Abo-Modell mehr zu zahlen als an laufenden Kosten für das eigene Auto anfällt. Bei mehr als 200 Euro pro Monat für ein Auto im Abo ist für die Mehrheit die finanzielle Schmerzgrenze überschritten.

Die "Automobilstudie 2019 – Deutscher Markt" wurde im Auftrag von Simon-Kucher & Partners im März 2019 durchgeführt. Dabei wurden knapp 1.100 Endkonsumenten zu aktuellen und klassischen Themen rund um Automobile und Mobilität befragt.

stats