Automarkt

Die Deutschen kaufen weniger Autos

Volkswagen baut auf die Mobilität der Zukunft - bleibt in der Gegenwart aber erst einmal Branchenführer
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Volkswagen baut auf die Mobilität der Zukunft - bleibt in der Gegenwart aber erst einmal Branchenführer
Die Bilanz für den deutschen Automarkt 2018 fällt bescheiden aus. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 3,44 Millionen Neuzulassungen. Das ist ein Rückgang von 0,2 Prozent. Immerhin kletterten die Zulassungen bei den Elektroautos um fast 44 Prozent.
Zwar arbeiten die meisten Autohersteller intensiv an ihrer Transformation zum Mobilitätsdienstleister, trotzdem bleibt der Verkauf von Fahrzeugen nach wie vor die wichtigste Einnahmequelle. Allerdings leidet die Branche weiter unter den Vertrauensverlusten aus dem Dieselskandal und den drohenden beziehungsweise bereits in Kraft getretenen Fahrverboten für ältere Dieselmodelle. Zuletzt drückte auch die Einführung des neuen Verbrauchszyklus WLTP auf die Verkaufsstatistiken. Das alles spiegelt sich in den Jahreszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes wider, in denen aber auch die Eigenzulassungen der Hersteller enthalten sind.


Bei den deutschen Herstellern verzeichnet das größte Plus bei den Zulassungen Smart mit fast 12 Prozent, vor Mini mit 8,1 Prozent und Ford mit 2,3 Prozent. Bei den Importeuren lief es besonders gut für Jeep. Um fast 28 Prozent konnte der Geländewagenhersteller hierzulande zulegen. Und obwohl der Name VW eng mit dem Dieselskandal verknüpft ist verzeichnet auch die Kernmarke des Wolfsburger Autokonzerns ein leichtes Plus von 1,5 Prozent. Dagegen brechen Audi mit einem Minus von 9,9 Prozent und Opel mit einem Minus von 6,5 Prozent regelrecht ein. Und auch das gab es zuletzt selten: Bei Mercedes-Benz steht auf dem Heimatmarkt mit 319.163 zugelassenen Fahrzeugen ein Rückgang von 2,2 Prozent in den Büchern. Branchenführer bleibt hierzulande weiter VW. Der Anteil der Marke am Gesamtmarkt liegt aktuell bei 18,7 Prozent. Größter Premiumhersteller ist erneut Mercedes-Benz mit einem Anteil von 9,9 Prozent, vor BMW mit 7,7 Prozent.

Die Debatte um die Zukunft der Mobilität zeigt sich aber auch an anderer Stelle. Die deutschen Autofahrer entdecken langsam die Elektromobilität, auch wenn die Antriebsart immer noch eine Nische darstellt. Bei den E-Fahrzeugen meldet das KBA ein Absatzplus um fast 44 Prozent auf knapp über 36.000 Fahrzeuge. 3,8 Prozent der Zulassungen entfallen auf Hybrid-Fahrzeuge. Zum Vergleich: 2018 waren 62,4 Prozent der Neufahrzeuge Benziner, ein Plus von 4,7 Prozent Prozentpunkten. Dagegen sank der Anteil der Dieselfahrzeuge von 38,8 Prozent auf 32,3 Prozent ab. Und auch das wird in den kommenden Monaten in Talkshows und Meinungsbeiträgen sicherlich eine Rolle spielen: die anhaltende Liebe der Deutschen zu großen, PS-starken Fahrzeugen. Zwar stellt die Kompaktklasse (etwa VW Golf, Ford Focus, Mercedes A-Klasse) mit 22 Prozent weiterhin das stärkste Segment. Gleichwohl verzeichnen die SUVs mit fast 21 Prozent den höchsten Zuwachs in der Bilanz. Ihr Anteil am Neuwagenmarkt liegt derzeit bei 18,3 Prozent. mir
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