Antrittsinterview

Ex-Amazon-Managerin Sabine Jünger ist neue Chefin von Otto Retail Media

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Sabine Jünger startet bei Otto
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Sabine Jünger startet bei Otto
Ein gutes halbes Jahr nach dem Wechsel Torsten Ahlers zu Media-Markt Saturn präsentiert der Handelskonzern Otto eine neue Chefin für das boomende Wachstumsfeld Retail Media. Die Neue heißt Sabine Jünger und war von 2015 bis 2020 Head of Agency bei Amazon. In ihrem Antrittsinterview gibt Jünger sich betont angriffslustig: "Aus Retail-Media-Sicht eröffnet das rasant wachsende Marktplatz-Geschäft von Otto fantastische Möglichkeiten."

Otto Retail Media, das war von der Gründung 2015 bis Ende vergangenen Jahres stark verbunden mit Torsten Ahlers, der als einer der großen Antreiber und strategischen Köpfe von Retail Media in Deutschland gilt. Entsprechend gespannt war man in der Branche, ob es Bereichsvorstand Marc Opelt gelingt, eine überzeugende Nachfolgerin nach Hamburg zu holen. Mit Jünger könnte Opelt tatsächlich ein Treffer geglückt sein. Opelt selbst sagt: "Sabine hat beides, eine überragende fachliche Qualifikation und eine Persönlichkeit, die zu Otto passt. Uns war daher relativ schnell klar, dass sie absolut die Richtige für den Job ist."

In ihrem ersten gemeinsamen Interview sprechen Opelt und Jünger über die strategische Ausrichtung des Unternehmens und die wichtigsten Trends in Retail Media. Auch die Übermacht von Amazon ist ein Thema - auch wenn die beiden Otto-Manager tunlichst vermeiden, den Namen des US-Giganten in den Mund zu nehmen. 

Von Amazon und Pinterest zu Otto, von der Speerspitze der US-amerikanischen Disruptoren zu einer über 70 Jahre alten deutschen Traditionsfirma - das ist ja mal ein überraschender Move.

Sabine Jünger: Finden Sie? Ich nicht. Ich finde es im Gegenteil extrem spannend, wie sich Otto mit hoher Geschwindigkeit von einem reinen Handelsunternehmen zu einer breit aufgestellten und sehr kundenfokussierten Plattform wandelt. Aus Retail-Media-Sicht eröffnet das rasant wachsende Marktplatz-Geschäft fantastische Möglichkeiten. Mehr Kundendaten und mehr Traffic sind die ideale Basis für ein noch größeres und effizienteres Werbegeschäft.

In deutschen Unternehmen geht es anders zu als bei einem nationalen Ableger eines US-Multis. Keine Angst vor einem Kulturschock?

Jünger: (lacht) Ich fange erst heute bei Otto an, also schauen wir mal. Aber im Ernst: Es ist ja nicht so, dass wir in unserer Branche alle in Company-Silos sitzen und keinen Kontakt untereinander haben. Außerdem hatte ich in meinen vergangenen Jobs schon öfter mit Otto zu tun und bin mir sicher, dass das sehr gut passt für mich.

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