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Greenpeace-Plakat (Ausschnitt): Wer andauernd Pakete zurückschickt, schadet der Umwelt
Greenpeace
Anti-Amazon-Kampagne

Greenpeace will die "Retourensöhne" wachrütteln

Greenpeace-Plakat (Ausschnitt): Wer andauernd Pakete zurückschickt, schadet der Umwelt
Ach nee, doch nicht: Wem eine Online-Lieferung nicht gefällt, der kann sie problemlos und meist kostenlos zurückschicken. Die Umwelt- und Klimafolgen haben die „Heavy Shopper“ dabei selten im Blick – und auch nicht die Tatsache, dass Amazon und Co viele Rücksendungen vernichten. Greenpeace macht ab heute mit einer Plakat- und Social-Media-Kampagne darauf aufmerksam. Und findet klare Worte: „Sei kein #Retourensohn“.
von Klaus Janke Dienstag, 17. Dezember 2019
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Die Plakate sind ab heute flächendeckend in Hamburg zu sehen. Mit der Kampagne will Greenpeace die Käufer dazu bringen, das Geschäftsmodell insbesondere von Amazon und auch ihr eigenes Konsumverhalten zu überdenken.
Bei Amazon fällt die Wahl leider häufig auf Verschrotten
© Greenpeace
Bei Amazon fällt die Wahl leider häufig auf Verschrotten



Parallel zur Plakataktion sind die Retouren auch Thema in der Serie der Adbusting-Videos, die Greenpeace auf Youtube präsentiert. „Alexa, sind Retouren bei Amazon eigentlich kostenlos?“, fragt eine junge Frau, die gerade ein Paket öffnet. Die Antwort: „Weißt du, dass Retouren bei Amazon oft im Schredder landen? Und überhaupt: Was für ein Ressourcen-Aufwand, den ganzen Kram herzustellen und zu verschicken. Deine Rücksendung ist für dich kostenlos – den Preis zahlt die Umwelt.“

Sowohl die Retourenvernichtung als auch die Möglichkeit der kostenlosen Rücksendung stehen seit Langem in der Kritik. Eine aktuelle Studie der Universität Bamberg hat ergeben, dass jährlich in Deutschland rund 20 Millionen zurückgeschickte Artikel auf dem Müll landen, 7,5 Millionen hätte man spenden oder wiederverwerten können. Etwa jedes sechste Paket wird retourniert, und das meist gratis. Im Rahmen der Studie wurden 139 Online- und Multichannel-Händler, von denen nur 15 Prozent Rücksendegebühren erheben. Eine Gebühr von nur 3 Euro, errechneten die Studienautoren, würde die Retourenquote bereits um 16 Prozent senken.
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