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Birgit Priemer und Markus Eiberger über die Bedeutung und Wirkung des Kongresses "Mobilität der Zukunft"
Motor Presse Stuttgart
ams Kongress

"Nachhaltigkeit spielt in der Kommunikation der Autobranche eine ganz wichtige Rolle"

Birgit Priemer und Markus Eiberger über die Bedeutung und Wirkung des Kongresses "Mobilität der Zukunft"
Die „Mobilität der Zukunft“ hat schon eine ansehnliche Vergangenheit: Zum 13. Mal geht der Kongress des Magazins Auto Motor und Sport (ams) in Stuttgart über die Bühne. Das Thema ist aktueller denn je, das Motto „Unterwegs zu mehr Nachhaltigkeit“ erst recht. Chefvermarkter Markus Eiberger und ams-Chefredakteurin Birgit Priemer sagen im HORIZONT-Interview, warum der Kongress über den Tag hinaus wirkt, weshalb Formel-1-Star Sebastian Vettel die Einladung sofort angenommen hat und wie Nachhaltigkeit zum Werbethema wird.
von Roland Karle Mittwoch, 21. September 2022
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Auto Motor und Sport veranstaltet an diesem Donnerstag erneut „Mobilität der Zukunft“. Warum ist dieser Kongress so wichtig für die Medienmarke?
Birgit Priemer: Mobilität als Grundrecht eines jeden Menschen wird auch in Zukunft ein extrem wichtiges Gut bleiben. Aber die Paradigmen ändern sich. Durch den Kongress können wir die Veränderungsprozesse eindrucksvoll aufzeigen, unseren Lesern, Usern und Kongressteilnehmern näherbringen und vor allem auch Mobilität von morgen aktiv mitgestalten. Wir positionieren uns so auch selbst für die Zukunft.


Welchen Einfluss hat das Thema „Mobilität der Zukunft“, das nicht nur als Kongress, sondern auch als Magazin, Newsletter, Podcast in Erscheinung tritt, konkret auf Imagebildung und Vermarktungserfolg?
Priemer: Für Auto Motor und Sport und seine Schwestermarke Moove ist es wichtig, Veränderungen frühzeitig aufzuzeigen und mitzugestalten. Da stellen sich ja auch ganz neue Fragen rund um die E-Mobilität oder generell zu neuen Verkehrskonzepten, die unsere Leser und Leserinnen intensiv beschäftigen, bevor sie sich ein neues Modell kaufen.

Markus Eiberger: Wir leisten mit unseren Formaten extrem verbraucherorientierte Aufklärung und Kaufberatung. Welches Modell, welcher Antrieb oder welches Verkehrskonzept macht für welche individuellen Anforderungen und unter welchen Rahmenbedingungen überhaupt Sinn? In diesen qualifizierten und authentischen Umfeldern trifft auch die Kommunikation unserer Werbepartner auf enormes Interesse der Verbraucher.

„Persönlich finde ich es schlichtweg genial, welche bunte Spielwiese an Vermarktungsformaten und damit Vermarktungspotenzialen durch die Digitalisierung entstanden ist.“
Markus Eiberger

Wie viel Anteil an den Vermarktungserlösen hat direkt oder indirekt mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun?
Eiberger: Die Frage ist pauschal schwer zu beantworten, da auch der Begriff Nachhaltigkeit breit gefasst ist. Die Nielsen-Werbedaten haben aber bereits für 2021 gezeigt, dass weit über die Hälfte der Automobil-Spendings in Kampagnen für Hybrid-Fahrzeuge und reine Elektrofahrzeuge geflossen ist. Ein Trend, der sich 2022 verstärken wird.
Die Köpfe

Markus Eiberger, 53, leitet den Geschäftsbereich Vermarktung der Motor Presse Stuttgart (MPS). Er verantwortet die Vermarktung der Printpublikationen, des digitalen Werbeinventars und wichtiger Events aller MPS-Medienmarken. Der Diplom-Betriebswirt arbeitet seit 1997 für das Medienhaus. Zuvor war er bei Vogel und Reader’s Digest tätig.

Birgit Priemer, 57, ist Chefredakteurin der wichtigsten MPS-Medienmarke Auto Motor und Sport (ams) und ein Eigengewächs des Verlags. Nach dem Studium in Geschichte, Politik und Germanistik absolvierte sie dort ein Volontariat und stieg nach weiteren internen Stationen 2017 in die Chefredaktion auf.


Sebastian Vettel wird auf dem Kongress auftreten. Wie ist es gelungen, einen Formel-1-Star wie ihn dafür zu gewinnen?
Priemer: Wir haben über unseren Formel-1-Reporter Michael Schmidt einen sehr guten Zugang zur Formel-1-Szene, und wir hatten ja in der Vergangenheit auch schon Nico Rosberg und Jean Todt als Gäste. Mit unserem Kongress haben wir uns in 13 Jahren ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit aufgebaut, deshalb kommen die Menschen auch gerne zu uns. Sebastian Vettel strebt ein nachhaltigeres Leben an als bislang – das Thema des Kongresses hat ihn da sofort angesprochen.

Eiberger: Außerdem bieten wir mit unseren Top-Speakern auch eine exzellente Austausch- und Networking-Plattform für unsere Kongresspartner, Geschäftspartner, Referenten und Special Guests an. Diesen Ansatz bauen wir weiter aus und werden daher bereits am Vorabend des Kongresses ein hochkarätig besetztes VIP-Pre-Opening veranstalten.

Inwiefern können solche Veranstaltungen die Agenda der Branche und künftige Themen setzen?
Priemer: Solche Veranstaltungen sind im hohen Maße prägend. Wir werden im Anschluss der Veranstaltung immer wieder in Gesprächen auf Speaker, Zitate, Reden und Auftritte des Kongresses gestoßen. Dabei bemühen wir uns auch stets um Speaker, die noch nicht zu sehen waren. Die finden wir in der Folge auch gerne auf Veranstaltungen anderer Häuser wieder.

Eiberger: Der Kongress hat eine hohe Außenwirkung und einen millionenfachen Multiplikator-Effekt. Einmal durch unsere eigenen reichweitenstarken Kanäle, dann durch die Berichterstattung der begleitenden Medien, die Kommunikationsplattformen unserer renommierten Partner und nicht zuletzt durch unsere meinungsbildenden Leser und User.

Das Event

Bereits zum 13. Mal findet der Auto-Motor-und-Sport-Kongress „Mobilität der Zukunft“ statt. Wie im Vorjahr wird der heutige Kongress im Internationalen Congresscenter Stuttgart (ICS) als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Das Leitthema 2022 heißt: „Nachhaltigkeit – eine Strategie und ihre Folgen“.

Es referieren und diskutieren unter anderem VW- und Porsche-Chef Oliver Blume, Renault-CEO Luca de Meo, Audi-Entwicklungschef Oliver Hoffmann, Mercedes-Benz-Vorstandsmitglied Markus Schäfer sowie der vierfache Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel. Weitere Infos und Anmeldung gibt es hier


„Unterwegs zu mehr Nachhaltigkeit“ ist das diesjährige Kongress-Motto. Ist Nachhaltigkeit auch in der Kommunikation der Autobranche derzeit das dominierende Thema?
Priemer: Nachhaltigkeit spielt in der Kommunikation der Autobranche eine ganz wichtige Rolle. Wichtig ist vor allem, den Menschen auch zu vermitteln, was Nachhaltigkeit alles umfasst, zum Beispiel auch soziale Aspekte. Wir haben für Moove extra ein Nachhaltigkeitsspecial auf CO2-neutralem Papier ins Leben gerufen. In jeder Ausgabe findet sich ein entsprechendes Booklet mit 16 Seiten. Dort wie auch in Auto Motor und Sport beschäftigen wir uns sehr ausführlich mit diesen Themen.


Herr Eiberger, Sie arbeiten mittlerweile seit 25 Jahren bei der Motor Presse Stuttgart und haben viele Trends kommen und gehen, aber auch wachsen sehen. Stellt die Elektromobilität die Branche so sehr auf den Kopf wie kein anderes Phänomen zuvor?
Eiberger: Die Automobil- und, nicht zu vergessen, die Zuliefererbranche haben sich schon immer durch einen immensen Grad an Innovationskraft und Veränderung ausgezeichnet. Was bei der E-Mobilität ein Stück anders ist: Hier gibt weitestgehend die Politik die Weichenstellungen vor. Persönlich bedauere ich etwas diese Eindimensionalität. Aufgabe der Politik sollte es sein, Rahmenbedingungen zu definieren. Innerhalb dieser Vorgaben bewegt sich dann die Industrie. Diese Entwicklung sollte dann aber mit absoluter Technologieoffenheit und hoher Verbraucherorientierung erfolgen. Denn viele Fragen der E-Mobilität, wie zum Beispiel Infrastruktur, tatsächlicher ökologischer Footprint und dergleichen, sind derzeit nicht wirklich final beantwortet. Wir sind seitens der Motor Presse Stuttgart und Auto Motor und Sport aber schon an einer realistischen Einschätzung der kompletten automobilen Wertschöpfungskette interessiert.

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Die Digitalisierung hat die medialen Möglichkeiten vervielfacht. Wie stark hat sie die Kommunikation von Marken und somit die Regeln, Spielarten und Gewichte der Vermarktung verändert?
Eiberger: Persönlich finde ich es schlichtweg genial, welche bunte Spielwiese an Vermarktungsformaten und damit Vermarktungspotenzialen durch die Digitalisierung entstanden ist. Die monatliche Reichweite unserer Medienmarke Auto Motor und Sport liegt inzwischen bei weit über zehn Millionen Lesern, Usern, Sehern und Event-Teilnehmern.


Was sagen solche Zahlen über den Werbeerfolg aus?
Eiberger: Bei aller Quantität geht es natürlich auch um die Qualität, denn am Ende stehen vergleichbare Kommunikationsziele und vor allem Zielgruppen. Deshalb bin ich unverändert ein klarer Befürworter des effizienten Media-Mix. Im Rausch der Digitalisierung sollten wir also nicht vergessen, dass auch klassische Kanäle einen enormen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele leisten.


Klimawandel, Corona, Krieg, Inflation, Energieknappheit – selten gab es in so kurzer Zeit so viele einschneidende Krisen. Wie reagieren Sie als Medienmanager, Vermarkter und Vorgesetzter darauf?
Eiberger: Die Entwicklungen der letzten drei Jahre fordern uns allen, ob beruflich oder privat, sehr viel ab. Gleichzeitig zwingen sie uns aber auch zu noch mehr Innovationstempo und Kreativität. Schönes Beispiel ist hier wieder unser Kongress. Früher konnten wir durch die räumliche Begrenzung maximal 400 Teilnehmer live vor Ort haben. Bereits 2021 haben wir über das Fünffache an Teilnehmern erreicht und haben gleichzeitig das Event als starke Networking-Plattform ausgebaut.


Was sind die drei wichtigsten Erfahrungen, die Sie aus den Schocks und Turbulenzen gezogen haben?
Eiberger: Blinder Aktionismus hilft in diesen Zeiten nach meiner Einschätzung überhaupt nicht. Gemeinsam in starken und kreativen Teams finden sich immer problemorientierte Lösungswege für uns als Medienanbieter, als Vermarkter, aber auch für unsere Geschäftspartner. Und: Dafür ist es wichtig, nicht in die Vogel-Strauß-Taktik zu verfallen, sondern offen und auch authentisch intern und mit Kunden zu kommunizieren.
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