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Amazon ist weltweit führend im E-Commerce-Geschäft.
IMAGO / Alexander Pohl
Amazon Shopper Report

Warum Amazon für Onlineshopper wichtiger ist als Google

Amazon ist weltweit führend im E-Commerce-Geschäft.
Amazon ist der führende Online-Marktplatz weltweit. Das ist vor allem auf den E-Commerce-Boom zurückzuführen. Trotz hoher Inflation und Rezessionssorgen konnte der Online-Riese seinen Umsatz im zweiten Quartal 2022 auf 121,2 Milliarden US-Dollar steigern. Warum deutsche Onlineshopper ihre Produktsuche eher auf Amazon als auf Google oder anderen vergleichbaren Suchmaschinen beginnen, verrät der Amazon Shopper Report, den der Software-Anbieter Remazing gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio nun veröffentlicht hat.
von Margaux Adam Mittwoch, 24. August 2022
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Eines der zentralen Ergebnisse: Amazon ist nicht nur führender E-Commerce-Händler, sondern auch die wichtigste Produktsuchmaschine in Deutschland und landet damit noch vor Google. Und je häufiger die Deutschen auf der E-Commerce-Plattform bestellen, umso eher suchen sie dort auch nach Produkten. 65 Prozent der Befragten beginnen laut dem "Amazon Shopper Report" ihre Online-Suche nach Produkten auf Amazon. Und Dreiviertel (76 Prozent) der Menschen, die schon einmal auf der E-Commerce-Plattform bestellt haben, beginnen die Suche nach Produkten über alle Kategorien hinweg eher auf Amazon als auf Google oder anderen Internet-Suchmaschinen.

Zum Vergleich: Rund ein Drittel (35 Prozent) suchen zuerst auf Google. Noch eindeutiger sind die Zahlen bei regelmäßigen Onlineshoppern: Ganze 87 Prozent der Verbraucher, die einmal pro Woche online einkaufen, starten ihre Produktsuche direkt auf dem Online-Marktplatz.

Ein Faktor, der zu Amazons Stellung als stärkster Global Player im E-Commerce beiträgt, ist seine Markenbekanntheit, die hierzulande 91 Prozent, in Italien sogar 99 Prozent beträgt. 86 Prozent der Deutschen gaben zudem zu Protokoll, schon mindestens einmal dort bestellt zu haben. Im Vergleichland Italien liegt der Wert bei 96 Prozent. Laut eigener Aussage fast alles auf Amazon kaufen immerhin 60 Prozent der Studienteilnehmenden. Größter Konkurrent für Amazon ist Ebay: Dort haben knapp zwei Drittel aller Befragten schon einmal geshoppt, gefolgt von Otto mit 51 Prozent.
© Amazon Shopper Report
Aber warum tendieren deutsche und internationale Onlineshopper so häufig zu dem nicht zu Unrecht wegen schlechter Arbeitsbedingungen, Lobbyismus und Steuervermeidung in der Kritik stehenden Internetgiganten? Die in der Studie meistgenannten Vorzüge von Amazon sind die schnelle Lieferung (67 Prozent) und die Produktauswahl (62 Prozent) auf der E-Commerce-Plattform. Günstige Preise landen bei den deutschen Online-Shoppern nur auf Platz 3 der wichtigsten Gründe. In Deutschland kaufen mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) auf Amazon besonders wegen des guten Preisangebots.
© Amazon Shopper Report
Ein weiterer wichtiger Faktor ist das untersuchte Markenimage. Die überwiegende Mehrheit (90 Prozent) der Deutschen hat ein positives Bild vom E-Commerce-Konzern. Als wahre "Amazon-Fans" bezeichnen sich immerhin 29 Prozent der Befragten, die das US-Unternehmen als "sehr positiv" bewerten. Kritisch sehen Amazon gerade einmal 10 Prozent. Das Überraschende: Trotz des hohen Beliebtheitswertes gehen die deutschen Befragten am kritischsten mit dem Onlinehändler ins Gericht. Laut dem Report betrachten ganze 97 Prozent der spanischen Umfrageteilnehmenden Amazon "eher positiv" bis "sehr positiv" - bei den italienischen Befragten sind es nahezu alle (98 Prozent). Ein weiteres überraschendes Ergebnis: Die Umfrageteilnehmenden, die am wenigsten bei Amazon bestellen und den Konzern insgesamt am kritischsten sehen, ist die Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen.

Für Werbungtreibende auf Amazon hält der Report auch eine wichtige Erkenntnis bereit: Für 64 Prozent der Befragten spielt Werbung auf der E-Commerce-Plattform keine negative Rolle. Mehr als ein Viertel der deutschen Amazon-Shopper stuft Sponsored Ads sogar als hilfreich für die Kaufentscheidung ein. Dem gegenüber stehen 20 Prozent der Studienteilnehmenden, die gesponsorte Produkte als störend beziehungsweise ablenkend (16 Prozent) empfinden.
© Amazon Shopper Report
Trotz all der Lobhudelei weist die Studie aber auch auf Gefahren hin, die von dem Onlinemarktplatz ausgehen: beispielsweise Suchtgefahr. Denn wer einmal dort geshoppt hat und sich an die Vorteile gewöhnt hat, will offensichtlich nicht mehr darauf verzichten müssen: Laut Report ist die E-Commerce-Plattform genauso beliebt wie Süßigkeiten und Social Media. Gerade einmal 15 Prozent der Befragten gaben an, ein Jahr lang ohne Amazon leben zu können. Mehr als drei Mal so viele Umfrageteilnehmenden würden eher auf Alkohol anstatt auf das Shoppen auf der Onlineplattform verzichten. mad 
Über den Amazon Shopper Report

Im Juli 2022 hat Remazing, ein Anbieter von Service- und Softwarelösungen für Marken auf Amazon gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio jeweils 1.000 Personen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und den USA zu ihrem Online-Shopping-Verhalten im Allgemeinen und Amazon als weltweit bekannten Online-Marktplatz befragt. Die Teilnehmenden der repräsentativen Umfrage im Alter von 16 bis 65 Jahren haben dabei Fragen zu ihrem allgemeinen Kaufverhalten bis hin zum spezifischen Suchverhalten auf Amazon beantwortet.

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