Abschied von Plastik

Aldi sucht für seine Nachhaltigkeits-Mission nach jungen Gründern

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Neben dem Abschaffen der Plastiktüte will Aldi bei den Verpackungen Müll reduzieren
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Neben dem Abschaffen der Plastiktüte will Aldi bei den Verpackungen Müll reduzieren
Bei Aldi soll es künftig deutlich weniger Plastik und Verpackungsmüll geben: Dieses Ziel haben sich Aldi Süd und Aldi Nord im Sommer vergangenen Jahres mit einer neuen Verpackungsstrategie gesetzt. Um die Mission zu erfüllen, gehen die Discounter nun eine Kooperation mit dem Start-up-Förderprogramm Tech Founders ein.
In der "Aldi-Verpackungsmission" mit dem Motto "Vermeiden. Wiederverwenden. Recyceln" legten Aldi Süd und Aldi Nord fest, bis 2025 den Materialeinsatz der Eigenmarken-Verpackungen um 30 Prozent reduzieren zu wollen. Außerdem sollen bis 2022 100 Prozent der Eigenmarken-Verpackungen recyclingfähig sein. Bei der Umsetzung der Mission holen sich die Unternehmensgruppen nun die Hilfe von Start-ups. Dafür tut sich Aldi - nach eigenen Angaben als erster Lebensmitteleinzelhändler - mit dem Start-up-Accelerator-Programm Tech Founders zusammen.


Diese Ziele setzt sich Aldi in seiner Verpackungsmission
© ©ALDI SÜD
Diese Ziele setzt sich Aldi in seiner Verpackungsmission
Mithilfe der jungen Unternehmen will Aldi nachhaltigere Verpackungsmaterialien und Lösungen entdecken und entwickeln. Im ersten Schritt identifiziert der Discounter dafür mit Tech Founders Start-ups, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen und sich als Kooperationspartner eignen.

Im folgenden 20-wöchigen Accelerator-Programm entwickeln die Start-ups dann ihre Nachhaltigkeits-Ideen und Geschäftsmodelle. Die Gründer können innerhalb des Programms auch Coachings zu Themen wie Pitching, Business Cases, Sales und Marketing in Anspruch nehmen. Neben finanzieller Unterstützung will Aldi den Teilnehmern des Programms auch inhaltlich als Impulsgeber und Mentor zur Seite stehen.


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Wir freuen uns, dass wir mit der Partnerschaft die Möglichkeit bekommen, innovative Gründer zu fördern und bestenfalls gemeinsam neue marktfähige Verpackungslösungen zu finden", sagt Philipp Skorning, Group Buying Director bei Aldi Süd, verantwortlich für Qualitätswesen & Corporate Responsibility. "Gleichzeitig ist Aldi als etabliertes Unternehmen auf innovative Ideen angewiesen, um im Bereich Verantwortung auch in Zukunft gut aufgestellt zu sein".

Das Programm von Tech Founders besteht seit 2014 und vermittelt Start-ups mit etablierten Unternehmen. Bei dem Accelerator freut man sich über den neu gewonnenen Kooperationspartner. "Wir identifizieren für Aldi Süd und Aldi Nord weltweit die spannendsten Startups und initiieren Pilotprojekte, um nachhaltige Verpackungen sowie Ansätze zur Vermeidung von Verpackungen zu entwickeln", so Heiko Huber, Managing Director Tech Founders. Die Stärke des Programms sei es, sowohl die Bedürfnisse der Start-ups, als auch der Unternehmen zu verstehen. "Kooperationen sind ein Gewinn für beide Seiten: Aldi profitiert von der Innovationskraft und der Agilität der Startups, die Gründer von individuellem Coaching sowie unserem einmaligen Netzwerk an Mentoren und Investoren".

Die Kooperation mit Tech Founders finanzieren Aldi Süd und Aldi Nord mit ihren Einnahmen aus dem Verkauf von Plastiktüten. Denn im Juli 2017 haben sich die Unternehmensgruppen entschieden, Plastikbeutel abzuschaffen und bis zum vollständigen Abverkauf den Preis von 10 auf 20 Cent zu erhöhen. Diese Einnahmen fließen laut der Discounter komplett in nachhaltige Projekte, wozu auch das Förderprogramm zählt. bre
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