Werbeboykott beendet

Procter & Gamble kehrt zu Youtube zurück

Die Zentrale von Procter & Gamble in Cincinnati
© P&G
Die Zentrale von Procter & Gamble in Cincinnati
Nach mehr als einem Jahr hat Procter & Gamble seinen Youtube-Boykott beendet: Der weltgrößte Werbungtreibende schaltet ab sofort wieder Werbung für seine Marken auf der Videoplattform. Allerdings will der Konsumgüterriese seine Budgets künftig deutlich selektiver einsetzen.
Procter & Gamble hatte im März 2017 sämtliche Werbekampagnen auf Youtube gestoppt. Grund war die mangelnde Brand Safety. So waren Werbevideos immer wieder im Umfeld von extremistischen Inhalten aufgetaucht. P&G war mit diesem Problem keineswegs allein: Unter anderem die BBC, die amerikanischen Telekom-Konzerne Verizon und AT&T, der Konsumgüter-Riese Johnson & Johnson, Ford und die Bank JP Morgan Chase hatten Anzeigen bei Youtube ausgesetzt.


Dadurch sah sich Youtube letztendlich gezwungen, den Werbekunden mehr Kontrolle zu geben. Dabei arbeitete die Google-Tochter eng mit P&G zusammen. Offensichtlich hat das Ganze gefruchtet. Denn das Unternehmen aus Cincinnati begründet die Rückkehr zu Youtube auch mit der gemeinsamen Arbeit: "Wir haben das vergangene Jahr über umfassend mit Youtube gearbeitet, um die Brand Safety zu verbessern", zitiert Bloomberg eine P&G-Sprecherin. "Wir finden, dass nun die richtigen Maßnahmen getroffen wurden, damit die P&G-Marken auf Youtube werben können".

Allerdings wird der Konsumgüterriese seine Youtube-Budgets künftig deutlich strenger handhaben. So wird P&G nur noch im Umfeld von Videos werben, die man selbst überprüft und freigegeben hat. Dabei soll es sich um Videos von weniger als 10.000 Youtube-Kanälen handeln. Vorher waren es mehr als 3 Millionen. Wie viel das Unternehmen dadurch künftig in Youtube investiert, ist allerdings nicht bekannt.


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P&G-Marketingchef Marc Pritchard gehört zu den prominentesten Kritikern des Programmatic Advertising. Dem Youtube-Boykott war ein 5-Punkte-Plan Pritchards vorausgegangen, der Themen wie Messtransparenz und Verhinderung von Ad Fraud beinhaltete. Zudem hatte P&G im Laufe des vergangenen Jahres seine Digitalspendings um rund 100 Millionen Dollar gekürzt - wie berichtet ohne Auswirkungen. Dadurch wisse man, dass man weniger in Onlinewerbung investieren und trotzdem die gewünschten Ergebnisse erreichen könne, so Pritchard kürzlich im Handelsblatt-Interview. ire
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