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Keith Weed, Unilever
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Weckruf

Unilever kündigt Einschnitte im Influencer Marketing an

Keith Weed, Unilever
Schon im Februar sorgte Unilever für Aufruhr im digitalen Werbegeschäft. Damals drohte der FMCG-Riese, Facebook und Google die Budgets zu kürzen, falls diese ihre Plattformen nicht besser überwachen sollten. Bei den Cannes Lions lieferte CMO Keith Weed nun erneut Zündstoff. An der Côte d'Azur kündigte er an, die Zusammenarbeit mit Influencern zu beenden, die Follower kaufen. Unilever will mit dem Schritt ein Zeichen für mehr Transparenz in der Disziplin setzen.
von Katharina Brecht Dienstag, 19. Juni 2018
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Insgesamt gab Unilever drei Commitments bekannt: Erstens will das Unternehmen nicht mehr mit Influencern arbeiten, die Follower kaufen. Zum anderen kündigte Weed an, dass Marken aus dem Hause Unilever niemals Follower kaufen werden. Außerdem gab er bekannt, dass Unilever Plattform-Partner priorisieren will, die Transparenz gewährleisten und "Bad Practices" wie dem Followerkauf entgegenwirken. "Wir müssen dringend aktiv werden, um das Vertrauen in die Disziplin wieder aufzubauen, bevor es für immer verloren ist", sagte Weed.

„Wir müssen dringend aktiv werden, um das Vertrauen in die Disziplin wieder aufzubauen, bevor es für immer verloren ist.“
Keith Weed
Die Reorganisation heißt für Unilever nicht, jegliche Verbindungen zu Social-Media-Stars zu kappen. Laut einer Mitteilung des Unternehmens empfindet der FMCG-Riese den direkten Draht zum Konsumenten noch immer als wertvoll. Dennoch sei nun die Industrie gefragt, die Probleme mit Fake-Followern, Bots, Fraud und anderen fragwürdigen Geschäftsmodellen aus der Welt zu schaffen. Ziel sei es, die Glaubwürdigkeit des Influencer Marketing zu erhalten.

In der Praxis will Unilever zur Erreichung dieser Ziele stärker mit sozialen Platformen zusammenarbeiten, die Marketer dabei unterstützen, transparent vorzugehen. Marketer müssten in der Lage sein zu erkennen, ob das Engagement der Follower authentisch sei oder nicht. 

"Um die Situation zu verbressern, sind drei Faktoren nötig: Das Influencer-Ökosystem muss zum einen aufgeräumt werden, indem irreführendes Engagement entfernt wird. Außerdem müssen Marken und Influencer für unehrliche Praktiken sensibiliert werden. Zum dritten ist es notwendig, dass soziale Netzwerke mehr Transparenz gewährleisten, damit Marken die Erfolge des Influencer Marketings besser messen können", resümierte Weed.

Unilever gehört zu den weltweit größten Werbungtreibenden und investiert nach eigenen Angaben jährlich mehr als 7 Milliarden Euro ins Marketing. Neben Dove zählen unter anderem Coral, Ben & Jerry's, Bertolli, Knorr, Lipton, Magnum, Rexona und Langnese zu den Marken des Unternehmens. bre



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