#WELOVETOENTERYOU So genial crashen Jan Böhmermann und Sixt das Late-Night-Debüt von Klaas

Dienstag, 13. März 2018
Satire funktioniert nur ohne Werbung? Jan Böhmermann, Sixt und Oliver Voss beweisen das Gegenteil
Satire funktioniert nur ohne Werbung? Jan Böhmermann, Sixt und Oliver Voss beweisen das Gegenteil
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Am späten Montagabend waren im deutschen Free-TV alle Augen auf Klaas Heufer-Umlauf und das Debüt seiner Pro-Sieben-Show "Late Night Berlin" gerichtet. Eigentlich. Denn für den größen Coup sorgte ausgerechnet ZDF-Satiriker Jan Böhmermann, der den letzten Werbeblock kaperte, sich in einem Spot über nervige Werbung ausließ - und so gleichzeitig Werbung für den Autovermieter Sixt machte.
In den sozialen Netzwerken war sich das Publikum weitestgehend einig: Mit der ersten Ausgabe von "Late Night Berlin" legte Klaas Heufer-Umlauf ein solides, aber kein berauschendes Debüt als Talkmaster hin. Woran es in der ersten Ausgabe vor allem fehlte, waren die Überraschungen. Ganz am Ende kamen die Zuschauer dann aber doch so richtig auf ihre Kosten - wenn auch gewissermaßen unfreiwillig während der letzten Werbeunterbrechung.

Guter Start für "Late Night Berlin"

Mit 12,1 Prozent Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen legten Klaas Heufer-Umlauf und "Late Night Berlin" am späten Montagabend einen guten Start hin. Insgesamt schalteten rund 750.000 Zuschauer ein, im Gesamtpublikum lag der Marktanteil bei 5,3 Prozent.
Denn auf einmal sitzt da Jan Böhmermann auf einem Stuhl. Der, der gerne beteuert, keine Werbung machen zu wollen. "Warum ich niemals eine Late-Night-Show im Privatfernsehen moderieren würde: schon allein wegen dieser nervigen Werbeunterbrechungen", sagt der ZDF-Mann zu Beginn des 30-sekündigen Commercials. Als Moderator habe man schließlich keinerlei Einfluss darauf, welche Marken in dem Werbeblock auftauchen, wofür geworben wird und wer in den Spots auftritt. "Aber so läuft's halt im Kapitalismus. Wenn Klaas das will: von mir aus. Ich würde mich niemals so verkaufen. Denn glaubwürdige Satire funktioniert nur ohne Werbung - da mach ich auch keine Ausnahme." Doch just in dem Moment, als Böhmermann das sagt, kommen von unten mehrere orangene Schilder ins Bild, auf denen Slogans stehen wie "Jan ist Fan. Von Sixt" oder "Jan Böhmermann empfiehlt: Sixt".
Auf Twitter wird Böhmermann dafür gefeiert, dass er seinem Kumpel Heufer-Umlauf in einem der bedeutendsten Momente seiner Moderatoren-Karriere die Show stahl - und das als Vertreter der Öffentlich-Rechtlichen ausgerechnet mit bezahlter Werbung. Mit Sixt hat Böhmermann für den ausgebufften Werbeauftritt dazu den wohl perfekten Partner gefunden. Denn der Münchner Autovermieter ist seit jeher bekannt für ironische und witzige Werbeauftritte auf allen Kanälen - und nimmt sich und seine angebotenen Produkte dabei selbst gerne nicht allzu ernst.

Die Idee für den Spot entstand in Zusammenarbeit von Jan Böhmermann, der Produktionsfirma Bildundtonfabrik, Sixt, dessen Agenturpartner Oliver Voss sowie Grey. Wie eine Sixt-Sprecherin gegenüber HORIZONT Online erklärt, wird es bei dem einmaligen - und übrigens unbezahlten - Testimonial-Auftritt von Jan Böhmermann für Sixt bleiben. Der wird dafür aber auch noch lange im Gedächtnis bleiben. tt
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