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Das halten Influencer von der Hype-App

Was kann Vero wirklich?
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Was kann Vero wirklich?
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In den vergangenen Wochen sorgte die neue Social-App Vero für mächtig Wirbel im Netz - nicht zuletzt durch die Empfehlungen von Influencern. Auch wenn der Hype inzwischen deutlich abgeflaut ist, stellen sich die Nutzer noch immer die Frage: Kann Vero tatsächlich das neue Instagram werden? Genau dazu hat die Social Media Agentur Inpromo die befragt, die sich damit auskennen: Influencer.
Inpromo führte die Umfrage unter Social-Media-Persönlichkeiten durch, die auf der hauseigenen Influencer-Plattform Hashtaglove registriert sind. Deren Versprechen ist es, Marken mit Influencern zusammenzubringen, Kampagnen operativ umzusetzen und deren Ergebnisse in Echtzeit zu reporten.

An der Umfrage nahmen insgesamt 320 Influencer teil, darunter 90 Prozent Frauen. Davon hatten sich 65 Prozent der Befragten die App bereits heruntergeladen, sechs Prozent planten, dies bald zu tun. Gut ein Drittel der Befragten ist bereits seit mehr als zwei Jahren als Influencer aktiv. Man kann also davon ausgehen, dass die Teilnehmer der Umfrage eine gewisse Routine im Umgang mit Social Media haben und einschätzen können, wie gut sich eine App zum "influencen" eignet. Unter dem Strich kommt Vero nicht gut weg. Lediglich drei Prozent der Befragten finden die App wirklich gut und nur neun Prozent glauben, dass Vero Instagram und Co langfristig ersetzen kann. 43 Prozent finden die App sogar schlecht bis sehr schlecht. Zwar kommen das Design und die Möglichkeit, Links, Bücher und Filme zu teilen, gut an. Technische Mängel sowie die Tatsache, dass die Nutzer die Rechte an den Metadaten hochgeladener Inhalte an Vero abtreten müssen, stoßen allerdings auf großen Unmut. Auch Vero-Gründer Ayman Hariri, der wegen dubioser Praktiken bei einer seiner früheren Unternehmungen in der Kritik steht, wird von den Befragten kritisch gesehen.

Dennoch kann Vero mit einigen Details punkten. So begrüßen 82 Prozent der befragten Influencer, dass die App Inhalte anders als Facebook und Instagram nicht von einem Algorithmus sortieren lässt. Auch die Werbefreiheit kommt gut an: 76 Prozent finden, dass die Zeit reif sei für ein anzeigenfreies Netzwerk. Das mutet allerdings etwas unglaubwürdig an, wenn man bedenkt, dass es sich bei den Befragten um Influencer handelt, die mit bezahlten Werbekooperationen Geld verdienen. 

Angesichts dieser Zahlen ist fraglich, ob Vero tatsächlich ein neuer Stern am Social-Media-Himmel werden kann. Zumal der Boom vorbei zu sein scheint: Noch vor knapp zwei Wochen war die App, die es bereits seit 2015 gibt, die Nummer 1 im App Store und bei Google Play in den USA. Im deutschen App Store stand Vero am 7. März auf Rang 23. Das könnte allerdings damit zusammenhängen, dass die erste Million sich gratis registrieren konnte. Dieser Meilenstein ist laut den Vero-Betreibern inzwischen erreicht.
Dennoch scheinen viele Nutzer die Bedenken der Influencer aus der Hashtaglove-Umfrage zu teilen: Im Netz hat sich bereits eine Bewegung formiert, die unter dem Hashtag #DeleteVero ihre Enttäuschung über die App ausdrückt. ire


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