Uber, Airbnb & Co

Deutsche finden immer mehr Gefallen an der Sharing Economy

Fahrdienst-Vermittler Uber
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Fahrdienst-Vermittler Uber
Sharing Economy boomt. Die großen Anbieter wie Uber, Airbnb und Spotify disruptieren ganze Geschäftsbereiche und wachsen weiter kräftig. Und die Deutschen machen fleißig mit, teilen Autos, Musik, Dateien, Unterkünfte und weitere Produkte oder Dienstleistungen. Das ist die Kernerkenntnis der Studie "Share Economy. The New Business-Model" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.
"Wie Smartphones vor wenigen Jahren die klassischen privat genutzten Film- und Fotokameras verdrängten, hat die Sharing Economy das disruptive Potenzial, in vielen Bereichen Eigentum durch zeitweise Nutzung von Produkten und Services zu ersetzen", prognostiziert Nikolas Beutin, der den Bereich Customer Practice bei PwC Europe verantwortet. Ob das stimmt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Nach den Ergebnissen der Studie wächst der Markt in Deutschland in jedem Fall weiter.


Der Status quo: 39 Prozent der deutschen Befragten geben an, in den zwölf Monaten vor der Befragung Sharing-Economy-Angebote genutzt zu haben, für die sie durchschnittlich 884 Euro ausgaben. Die höchsten durchschnittlichen Ausgaben im Jahr entfielen mit 1229 Euro auf Angebote im Bereich Finanzen. Am wenigsten Geld investierten die deutschen Studienteilnehmer hingegen in Medien und Unterhaltung (62 Prozent) - obwohl die Befragten Sharing-Angebote aus diesem Segment am häufigsten nutzten. Darauf folgen Konsumgüter (20 Prozent) und Unterkünfte (17 Prozent).

Erhebung
Die PwC-Studie "Share Economy. The New Business-Model" basiert auf einer repräsentativen Befragung von 4.500 Konsumenten in Belgien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, der Türkei und Deutschland im Spätsommer 2017. Unter diesen Ländern ist Deutschland mit einem Volumen von weit mehr als 20 Milliarden Euro der größte Share-Economy-Markt, weshalb hierzulande 2.000 Personen befragt wurden.
Für das Jahr 2018 nehmen sich 40 Prozent der deutschen Studienteilnehmer vor, noch mehr Sharing-Economy-Angebote zu nutzen - vor allem im Bereich Unterkünfte (plus 5 Prozentpunkte). Den höchsten Ausgabenanstieg erwartet PwC allerdings in einem anderen Segment und errechnet bei Medien und Unterhaltung ein Plus um 35 Prozentpunkte.


„Die erwarteten Zuwächse bei Nutzern und Anbietern sowie die geschätzten Ausgaben pro Nutzer implizieren einen Anstieg des Share-Economy-Marktvolumens in Deutschland um 5,3 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro im Jahr 2018.“
Prof. Dr. Nikolas Beutin, PwC-Partner
Auch die Anbieter sollen sich künftig vermehren, wie die Studie zeigt: Im Jahr 2018 wollen drei Prozent mehr Menschen anderen Personen Sharing-Economy-Angebote machen als noch im Jahr zuvor. "Die erwarteten Zuwächse bei Nutzern und Anbietern sowie die geschätzten Ausgaben pro Nutzer implizieren einen Anstieg des Share-Economy-Marktvolumens in Deutschland um 5,3 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro im Jahr 2018", schließt Beutin.

Darüber hinaus zeigt die PwC-Studie aber auch, dass es eine Generation Gap in Deutschland gibt, denn die Partizipation an der Sharing Economy nimmt mit zunehmendem Alter ab und ist bei jüngeren Erwachsenen höher. So sind 53 Prozent der aktuellen Share-Economy-Teilnehmer zwischen 18 und 39 Jahre alt. In dieser Altersgruppe teilen 68 Prozent ein Produkt oder eine Dienstleistung mit anderen Personen, damit tragen sie 62 Prozent der Gesamtausgaben bei. Zudem nutzen Personen mit höherem Bildungsniveau die Share-Economy häufiger und investieren auch mehr Geld. Zwischen Frauen und Männern ist die Nutzung mit 49 beziehungsweise 51 Prozent nahezu gleich verteilt.

Die Vorteile der Sharing Economy

In der Befragung fand PwC außerdem heraus, welche Aspekte die deutschen Studienteilnehmer an der Sharing-Economy als vor- und nachteilhaft sehen. Die größte Nutzergruppe (50 Prozent) hebt auf der Pro-Seite das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis von Uber, Airbnb und Co hervor. 25 Prozent der Befragten sehen Ressourcenschonung und Umweltschutz als Hauptvorteil. Genau so viele Menschen empfinden die direkte Kommunikation zwischen Nutzern und Anbietern als vorteilhaft.

Die Nachteile der Sharing Economy

Als Nachteil der Sharing Economy zählen 47 Prozent der deutschen Befragten Unklarheiten bezüglich der Haftung bei Schäden und anderen Problemen auf. 33 Prozent bemängeln die Qualität und 29 Prozent Sicherheitsdefizite.

Der Experte prognostiziert jedoch, dass diese Nachteile bald der Vergangenheit angehören: "Die Sharing Economy wird weiter florieren", so Beutin. "Wir gehen davon aus, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Qualität und die gefühlte Sicherheit 2018 weiter verbessern werden." bre
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