True Fruits

Was hinter den provokanten Samenstau-Plakaten steckt

Die True-Fruits-Kampagne läuft in zwölf Städten
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Die True-Fruits-Kampagne läuft in zwölf Städten
Samenstau, Oralverzehr, Samenspender: Bei den großflächigen Plakatmotiven, die derzeit in zwölf deutschen Städten hängen, werden viele zweimal hinschauen - und manch einer möglicherweise auch schnell wieder beschämt weggucken. Erstmals wirbt der aus dem Social Web für seine provokanten Sprüche bekannte Smoothie-Hersteller True Fruits mit einer deutschlandweiten Out-of-Home-Kampagne für seinen neuen Chiasamen-Smoothie - und geizt dabei nicht mit Aufschrei-Potenzial.

In den 1990er Jahren geriet die Modekette H&M in die Schlagzeilen, weil ihre freizügigen Plakate ebenso häufig für Unfälle sorgten wie von Liebhabern gestohlen wurden. Gut vorstellbar, dass die True-Fruits-Motive künftig ebenfalls zum beliebten Accessoire in WG-Küchen der Republik werden - oder aber zum Fall für den Deutschen Werberat. Denn die vier Motive spielen sehr zweideutig mit verschiedenen Assoziationen rund um das Thema Samen und driften dabei schnell ins Sexuelle ab. Das Unternehmen aus Bonn bewirbt damit aber natürlich lediglich seinen neuen Smoothie mit dem Superfood-Hype-Produkt Chiasamen.

True-Fruits-Plakatkampagne: Von Samenstau und Oralverzehr


Dabei setzt True Fruits nur konsequent die Marketingstrategie fort, die die Firma groß gemacht hat. Bisher beschränkten sich die Werbemaßnahmen in der Regel jedoch auf akzentuiertes und provokantes Social-Media-Marketing sowie auf humorvolle Texte auf den Flaschenrückseiten - bekannt wurde etwa die Eigenbezeichnung als "Einhornkotze". "Als die neuen Samensäfte kamen, sind unseren zwei Texterinnen viele doppeldeutige Slogans eingefallen, die manch einer schweinisch oder kindisch finden mag", sagt Mitgründer und Marketingchef Nicolas Lecloux. "Wir haben darüber nachgedacht, ob diese Art der Kommunikation öffentlichkeitstauglich ist, kurz überlegt und festgestellt, dass es uns egal ist."




Kreiert hat True Fruits, das stets ohne Werbeagentur arbeitet, die Kampagne inhouse. Out-of-home-Partner ist Ströer. Insgesamt will das Unternehmen in zwölf deutschen Städten und in zehn Tagen rund 50 Millionen Kontakte erreichen. "Für eine Marke ist es wichtig, dass sie Profil hat. Wir nehmen daher auch in Kauf von einigen nicht gemocht zu werden. Die Sprüche fanden wir dann so lustig, dass wir dachten, dafür lohnt es sich endlich mal Geld für eine Plakatkampagne in die Hand zu nehmen", so Lecloux. fam


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