Trotz Pilotenstreiks

Lufthansa legt bei Passagierzahlen zu

Von einem Pilotenstreik lassen sich Lufthansa-Fans offenbar nicht abhalten
Lufthansa
Von einem Pilotenstreik lassen sich Lufthansa-Fans offenbar nicht abhalten
Themenseiten zu diesem Artikel:
Streikkosten von 170 Millionen Euro, frustrierte Kunden und aggressive Wettbewerber - angesichts des Pilotenstreiks stand der Oktober für die Lufthansa unter keinem guten Stern. Dennoch hat die Fluggesellschaft ihre Passagierzahl gesteigert. Grund dürfte nicht zuletzt die erfolgreiche Krisen-PR des Konzerns gewesen sein.
Als die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit Anfang Oktober zum fünften Mal innerhalb von vier Wochen zum Streik aufrief, nahm Lufthansa-Boss Carsten Spohr das Ruder selbst in die Hand. In einer Videobotschaft richtete sich der Chef der Kranich-Airline direkt an die Kunden und warb angesichts des längsten Streiks in der Unternehmensgeschichte um Vertrauen - und um Verständnis.

Dieser außergewöhnliche Schnellschuss konnte aus kreativer Sicht freilich nicht mit den von Kolle Rebbe entwickelten Lufthansa-Spots mithalten. Gefruchtet hat er aber offenbar trotzdem: Obwohl Billigkonkurrenten wie Easyjet während des Pilotenstreiks Morgenluft witterten und die Schwäche der Lufthansa für Werbung in eigener Sache nutzten, blieben viele Stammkunden der Kranich-Airline treu. Satte 9,7 Millionen Gäste flogen im Oktober 2014 mit der Lufthansa.  Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 0,4 Prozent. Auch die verkauften Sitzkilometer stiegen um 3,1 Prozent an, allerdings bei  deutlich nachgebenden Ticketpreisen. Die Auslastung der Sitzplätze verbesserte sich ebenfalls um einen Zehntelprozentpunkt auf 80,6 Prozent.

Abwärts zeigte die Entwicklung erneut im Cargo-Geschäft: Konzernweit kam die Lufthansa auf 165.000 Tonnen Fracht und Luftpost. Das waren 4,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Auslastung der Frachträume verbesserte sich um einen Punkt auf 70,0 Prozent. mas/dpa

stats