Studie

Wie Influencer den Umsatz von Marken ankurbeln

Influencer kurbeln den Absatz an
Fotolia / Daniel Ernst
Influencer kurbeln den Absatz an
Dass Influencer Marketing mit gewissen Risiken behaftet ist, haben Pannen wie zuletzt die von Bifi, Coral  oder auch das Bloggergate hinlänglich bewiesen. Doch warum machen Marken trotzdem gern und immer häufiger Social-Media-Stars zu (schwer kontrollierbaren) Botschaftern? Eine Antwort auf diese Frage liefert der Social-Media-Atlas der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor. Laut der Studie haben sich Influencer zu wichtigen Umsatztreibern entwickelt.

Laut der repräsentativen Studie, für die der Marktforscher Toluna im Auftrag von Faktenkontor im 4. Quartal 2017 insgesamt 3.500 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt hat, lassen sich immer mehr Deutsche von Influencern im Social Web zum Kauf von Produkten und Dienstleistungen bewegen. Satte 21 Prozent der Befragten geben an, dass sie in den letzten zwölf Monaten mindestens ein Produkt oder eine Dienstleistung gekauft haben, weil sie von einem Youtuber empfohlen wurde. Das sind acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Weitere 15 Prozent der Internetnutzer haben nach eigenen Angaben Kaufentscheidungen aufgrund von Blogger-Empfehlungen getroffen - auch das ist ein deutliches Plus von zehn Prozentpunkten. 


Für Markenhersteller lohnt sich vor allem eine Zusammenarbeit mit Youtubern. Der Studie zufolge haben diese den größten Einfluss auf Kaufentscheidungen: So haben elf Prozent der deutschen Onliner innerhalb eines Jahres ein Produkt auf Empfehlung eines Youtube-Stars gekauft, bei sechs Prozent waren es zwei bis fünf Produkte, bei vier Prozent sogar mehr als fünf. Blogger und Social-Media-Promis, die auf anderen Plattformen wie Instagram und Facebook beheimatet sind, regen jeweils sieben Prozent der Deutschen Internetnutzer einmal im Jahr zu einem Kauf an. Bei fünf Prozent sind es zwei bis fünf Anschaffungen, bei drei Prozent mehr als fünf Einkäufe.

Die Zusammenarbeit mit Influencern bietet sich - wenig überraschend - vor allem für Marken an, die junge Zielgruppen adressieren wollen. Laut der Studie haben sich satte 57 Prozent der 14- bis 19-Jährigen schon mindestens einmal von einem Youtuber zu einer Kaufentscheidung verleiten lassen. Bei den 20- bis 29-Jährigen ist der Anteil mit 41 Prozent ebenfalls sehr hoch. Bei Bloggern und Influencern, die auf Instagram, Facebook & Co unterwegs sind, ist der Einfluss auch bei den jungen Surfern niedriger. Jeweils 31 Prozent der Befragten in beiden Altersgruppen geben an, dass die Empfehlung eines Bloggers ausschlaggebend für den Kauf war. Bei Influencern, die nicht auf Youtube zuhause sind, liegt der Wert zwischen 35 Prozent (14- bis 19-Jährige) und 30 Prozent (20- bis 29-Jährige).

"Die Bedeutung des Influencer-Marketings für den Vertrieb hat rasant zugenommen und wird noch weiter steigen", sagt Roland Heintze, Geschäftsführender Gesellschafter und Social-Media-Experte des Faktenkontors. "Allerdings kommt es stark auf die Zielgruppe an: Im Moment und auf absehbare Zeit lohnt sich Product-Placement bei Youtubern, Bloggern und Co. vornehmlich nur für die Ansprache von unter 40-Jährigen." mas



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