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Telekom ist Startkunde für Promoted Stories in Deutschland

So sah die Sponsored Story der Telekom auf Snapchat aus
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So sah die Sponsored Story der Telekom auf Snapchat aus
Erstmals in Deutschland wurde eine Snapchat-Story von einem Werbekunden präsentiert: Am 2. Dezember erstellte die Deutsche Telekom in der App eine so genannte Promoted Story über das Konzert des Rappers Marteria in Köln. Snap hatte das Format zum Black Friday am 24. November eingeführt.
Die Telekom hat das Konzert über den Service Magenta Musik 360 als Livestream übertragen. Dabei sollten vier 360-Grad- und zehn zusätzliche HD-Kameras für ein virtuelles Konzerterlebnis auf der Wohnzimmercouch sorgen. Mit der Promoted Story bei Snapchat kündigte die Telekom den Livestream an, zudem meldete sich Marteria selbst zu Wort und stimmte die Nutzer auf den Gig ein.


Bislang konnte jeder Nutzer - ob Privatnutzer oder Unternehmen - eine Snapchat-Story erstellen. Die Collagen aus Fotos und Videos verschwinden nach 24 Stunden automatisch - das Prinzip wurde inzwischen von Facebook und Instagram kopiert. Allerdings waren die Stories bisher nur für die eigenen Follower sichtbar. Mit Promoted Stories sollen Unternehmen die Reichweite ihrer Snapchat-Geschichten deutlich vergrößern können. Das Format kann dabei allerdings nur landesweit verbreitet werden.

Bei dem neuen Format handelt es sich um eine drei bis zehn Snaps lange Story des Werbungtreibenden, die im Discover-Bereich neben den Inhalten der Medienpartner wie Spiegel Online und Sky Sport angezeigt und mit „Werbung“ gekennzeichnet wird. In jedem Snap können Nutzer dann per Wischbewegung eine bestimmte Website ansteuern, eine App installieren oder einen Artikel lesen.


Die Promoted Stories werden entweder als Publisher- oder als User-Story prominent im Stories-Bereich der Snapchat-App angezeigt und dabei als Anzeige gekennzeichnet. Snapchat stellt den Werbungtreibenden anschließend Metriken wie Impressions, Öffnungsrate, Conversions und die Einnahmen pro 1000 Impressions zur Verfügung.
Die Sponsored Stories sind Teil eines großen Redesgins, welches Snapchat vergangene Woche ankündigte und nun Schritt für Schritt weltweit ausrollt. Unter anderem werden die Inhalte der Medienpartner künftig über einen Algorithmus angezeigt - je nach dem, was für den einzelnen Nutzer interessant sein könnte. Mit den Sponsored Stories können Marken den Algorithmus aber gegen Bezahlung umgehen.

Snap habe das Format auf Wunsch von Werbekunden eingeführt, erklärt Peter Sellis, Director Revenue Product bei dem Unternehmen. "Promoted Stories geben Marketern Zugang zum Stories-Format, wie es auch von der Community genutzt wird, und verbinden dies mit der gleichen Reichweite und der Platzierung wie für Publisher." Vor der Telekom haben bereits Marken wie HBO, Beats, Victoria’s Secret und Hulu in den USA und Asos in UK und Frankreich das Promoted-Stories-Format genutzt. Neue Einnahmequellen kann Snap Inc. gut gebrsauchen: Das vergangene Quartal lief für den Snapchat-Betreiber alles andere als gut. So legte die Zahl täglich aktiver Nutzer binnen drei Monaten nur um drei Prozent auf 178 Millionen zu. Der Verlust erreichte 443,2 Millionen Dollar nach 124,2 Millionen vor einem Jahr. Snap musste zudem rund 40 Millionen Dollar auf liegengebliebene Geräte seiner Kamera-Sonnenbrille abschreiben, die eigentlich ein Verkaufsschlager werden sollte. ire
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