Smoothie-Hersteller

So frech bedient sich True Fruits am ikonischen Marlboro-Design

Smoothies im Zigaretten-Look: True Fruits ahmt das ikonische Marlboro-Design nach
© True Fruits
Smoothies im Zigaretten-Look: True Fruits ahmt das ikonische Marlboro-Design nach
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Sexuelle Anspielungen in der Werbung, heikle politische Statements, ein Gründer, der seine Hoden in Stahl gießen lässt - Smoothie-Hersteller True Fruits sorgt regelmäßig für Kontroversen. Nun meldet sich das Unternehmen erneut zu Wort: Mit einem frechen Packaging-Design, das dem ikonischen Look der Philip-Morris-Make Marlboro verdächtig ähnlich sieht.
True Fruits, 2006 in Bonn gegründet, launcht in unregelmäßigen Abständen Sondereditionen seines Sortiments. Die nun erhältliche "Limited Edition No. 11" entspricht geschmacklich dem Yellow-Smoothie (Banane und Maracuja), kommt aber in einem anderem Design in die Läden. In den Regalen von Kaufland, Edeka und Co steht der Drink mit einer abziehbaren schwarzen Plastikhülle, die eine Banane zeigt und mit einem Warnhinweis versehen ist. Doch die wahre Provokation steckt unter dem schwarzen Sleeve.
Dort nimmt True Fruits die Visual Identity von Marlboro aufs Korn - den zwei Sorten der Tabakmarke nachempfunden in einer Gold- und einer Classic-Variante. Der Schriftzug "Maracuja" ersetzt das ikonische Marlboro-Logo. Zum Gag gehören Warnhinweise, wie sie auf Zigarettenpäckchen inzwischen Standard sind. Bei True Fruits heißt es etwa "Smoothie-Trinker sterben auch" und "Die Pulle danach". Statt wie bei der Philip-Morris-Marke "Selected fine Tobaccos" enthält der Smoothie "Selected fine Fruits". Den Packaging-Gag hat True Fruits mit einem Post in seinen Social-Media-Kanälen am Sonntag selbst aufgedeckt - die Resonanz ist seitdem riesig. Auf Anfrage von HORIZONT Online will sich True-Fruits-Chef Nicolas Lecloux nicht zu der Aktion und einer etwaigen Kolloboration mit Philip Morris äußern. Angesichts seiner Markenphiliosphie darf man aber wohl von einem Alleingang ausgehen - im HORIZONT-Interview sagte Lecloux vor eineinhalb Jahren: "Es geht vor allem darum, dass man authentisch ist und sein Profil als Marke schärft."


Der Smoothie-Hersteller arbeitet nach früheren Projekten mit BBDO Proximity seit einigen Jahren ohne externe Dienstleister: Weil die meisten Agenturen die Strategie "Begehrlichkeit statt Bekanntheit" nicht verstehen würden, so Lecloux damals. "Wir betreiben Marketing und Kommunikation nicht, um jemandem zu gefallen, sondern aus unserem Selbstverständnis heraus." fam

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