OWM-Umfrage

E-Privacy ist für drei von vier Unternehmen eine "große Herausforderung"

OWM-Geschäftsführer Joachim Schütz
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OWM-Geschäftsführer Joachim Schütz
Die fehlenden Nachweise von Werbewirkung und Leistung, Brand Safety sowie die Debatte um Transparenz im Mediageschäft - das sind seit Jahren die Dauerbrenner, wenn es um die Herausforderungen in der Marketingkommunikation geht. In der jährlichen Umfrage der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) kommt ein neues Thema auf: die E-Privacy-Verordnung. Bei der Einordnung der Dringlichkeit waren sich die OWM-Mitglieder zum Zeitpunkt der Umfrage uneins.

49 Prozent der Befragten bezeichnen die E-Privacy-Verordnung, die vermutlich doch später als ursprünglich gedacht in Kraft treten soll, als ihre derzeit größte Herausforderung - das ist der höchste Wert unter allen abgefragten Themen. 27 Prozent sprechen immerhin von einer "großen Herausforderung". Allerdings gibt auch fast ein Viertel (24 Prozent) an, darin nur eine geringe Hürde zu sehen. Aber: Die Befragung stammt aus dem Oktober und wurde beendet, noch ehe sich das EU-Parlament für eine Verschärfung des Datenschutzes ausgesprochen hatte. Bei einer aktuellen Befragung dürften die Dringlichkeitswerte des Themas E-Privacy höher sein. "Dass das EU-Parlament eine derart verschärfte Variante der Verordnung verabschieden würde, war so nicht absehbar", so OWM-Chefin Tina Beuchler gegenüber HORIZONT.

Das sind die größten Herausforderungen der OWM-Mitglieder - Stand Ende Oktober
© OWM/dfv
Das sind die größten Herausforderungen der OWM-Mitglieder - Stand Ende Oktober
Von Folgen für ihr Geschäft gehen die OWM-Mitglieder aber nicht aus. Mehr als die Hälfte der Befragten rechnet für 2018 mit höheren Umsätze, 45 Prozent erwarten gleichbleibende Umsätze, 3 Prozent glauben an einen Rückgang. Auch bei den Werbeausgaben zeigt sich die Branche optimistisch: 46 Prozent stellen sich auf steigende Ausgaben ein, immerhin 16 Prozent planen, ihre Budgets um mehr als 10 Prozent zu erhöhen. Das zeige, "dass die Unternehmen weiter von der Wirksamkeit ihrer Maßnahmen überzeugt sind und dass sie den Mut haben, Neues auszuprobieren", sagt OWM-Geschäftsführer Joachim Schütz.
So entwickeln sich die Gattungen in diesem und im kommenden Jahr
© OWM Mitgliederumfrage 2017
So entwickeln sich die Gattungen in diesem und im kommenden Jahr
Bei den Kanälen verstärkt sich der Trend der vergangenen Jahre: Danach bleiben Out-of-Home und Radio 2018 in etwa stabil, während Print und Sponsoring mit Verlusten rechnen müssen. Die in diesem Jahr erstmals seit längerem kriselnde Gattung TV kann sich 2018 auf ein Plus einstellen: 35 Prozent der Befragten wollen hier mehr Geld ausgeben, nur 22 Prozent weniger. Bei den digitalen Kanälen herrscht trotz Brand-Safety- und Nachweis-Debatten weiter eine positive Grundstimmung: Mit Ausnahme von Display dürfen alle Digital-Kanäle im Vergleich zu diesem Jahr mit massiven Steigerungen rechnen. Hoch im Kurs stehen vor allem Online Video (68 Prozent wollen hier investieren), Search (53 Prozent) und Social (57 Prozent).


Etwas aufatmen dürfen übrigens die Mediaagenturen. Das Vertrauen in die Zunft war in der letztjährigen Befragung von 95 Prozent auf nur noch 48 Prozent abgestürzt - in diesem Jahr geben 57 Prozent der OWM-Mitglieder an, ihren Mediaagenturen zu vertrauen. "Eine wichtige Entwicklung für die Zusammenarbeit zwischen Agenturen und Kunden, die wir sehr begrüßen", sagt Schütz. fam


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