Neuer Vorstoß

SPD-Mann Karl Lauterbach will Tabakwerbung verbieten

Karl Lauterbach
© Susie Knoll
Karl Lauterbach
Das könnte Ärger geben: Im Interview mit Spiegel Online macht sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für ein Tabakwerbeverbot stark. Das könnte für Unruhe in den kommenden Wochen sorgen.
Eigentlich waren weitere Werbeverbote für die meisten Vertreter der Branche in dieser Legislaturperiode kein Thema. Der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD sieht diese nicht vor. Doch das könnte sich ändern. Nach der Drogenbeauftragen der Bundesregierung, Marlene Mortler, spricht sich jetzt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für ein komplettes Tabakwerbeverbot aus. "Ich werde einen Vorstoß für das Werbeverbot in die Koalition einbringen, und zwar noch in diesem Jahr", sagt der Sozialdemokrat in einem Interview mit Spiegel Online. Damit dürfte die Debatte um ein Werbeverbot für Tabakprodukte wieder an Fahrt aufnehmen. Gleichzeitig könnte in der Branche eine Debatte aufflammen, wie verlässlich die Aussagen der deutschen Politiker eigentlich sind.


Wie Lauterbach in dem Gespräch weiter sagt, hatte sich die Arbeitsgruppe Gesundheit der Koalitionäre bereits auf ein Werbeverbot geeinigt. "Aber dann ist das Verbot in der Spitzenrunde rausgeflogen: Wie wir hören, auf Initiative von CDU-Fraktionschef Volker Kauder." Dass Lauterbach hier Namen nennt, ist nicht üblich und zeigt, wie verärgert der Politiker über die Entscheidung ist. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode war ein Entwurf des damaligen CSU-Ministers Christian Schmidt an Widerstand aus der Union gescheitert.

Lauterbach ficht das nicht an. Er kündigt an, sich noch stärker für ein Verbot engagieren zu wollen. "Und ich erwarte auch von Herrn Spahn, dass er sich dafür einsetzt: zum Schutz unserer Kinder."


Ob der neue Gesundheitsminister darauf regieren wird, ist offen. Wie die SPD dazu denkt, dessen ist sich Lauterbach aber sicher. "Ich kriege innerhalb der SPD für das Werbeverbot alle Unterstützung, die ich benötige." Und auch zur Tatsache, dass die Tabakindustrie seit Jahrzehnten Parteiveranstaltungen der SPD sponsert, hat der Gesundheitsexperte längst eine klare Meinung: "Mich macht es traurig, dass wir Sponsoring von der Tabkindustrie annehmen. Ich setze mich in unserer Partei dafür ein, dass das beendet wird." mir
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