Neuausrichtung

Mercedes-Benz verabschiedet sich aus der DTM und steigt in die Formel E ein

Mercedes, hier Pilot Maro Engel im Silberpfeil, steigt 2018 aus der DTM aus
Mercedes-Benz
Mercedes, hier Pilot Maro Engel im Silberpfeil, steigt 2018 aus der DTM aus
Vergangene Woche kündigte Mercedes-Marketingchef Jens Thiemer im Gespräch mit HORIZONT an, nach dem Ausscheiden als DFB-Sponsor 2018 das eigene Sportmarketing-Portfolio auf den Prüfstand zu stellen. Nur wenige Tage später fällt bereits die erste Entscheidung: Der Stuttgarter Autobauer zieht sich Ende 2018 aus der Rennserie DTM zurück und steigt stattdessen in die aufstrebende Elektro-Serie Formel E ein. Dort folgt Mercedes den deutschen Konkurrenten Audi und BMW.
Nach bislang 26 DTM-Saisons mit 183 Rennsiegen, zehn Fahrer- und sechs Markenmeisterschaften ist für Mercedes-Benz 2018 Schluss mit der Präsenz in der deutschen Traditionsserie. Stattdessen positioniert sich der Autobauer mit dem Einstieg in die Formel E an beiden Enden des Motorsport-Spektrums: Auf der einen Seite die Hightech-Königsklasse Formel 1, auf der anderen Seite die rein elektrische Rennserie Formel E, die den Wandel der Automobilindustrie hin zu einer nachhaltigen Mobilität verkörpert. "Nun ist es an der Zeit, neue Wege zu gehen", sagt Jens Thiemer, Vice President Marketing Mercedes-Benz Cars. Der Marketingchef der Marke mit dem Stern bezeichnet den Einstieg in die Formel E ab der Saison 2019/20 als "konsequenten Schritt, um die Leistungsfähigkeit unserer attraktiven batterieelektrischen Fahrzeuge der Technologiemarke EQ zu demonstrieren". Motorsportchef Toto Wolff vergleicht die Rennserie mit einem "spannenden Start‑up-Unternehmen". Für einen Hersteller sei die Formel E eine interessante Plattform, um die Elektrifizierung einem neuen Publikum vorzustellen. Mercedes-Benz macht dabei Gebrauch von einer Art "Wildcard", die dem Unternehmen eine Einstiegsoption bis zur Saison 2018/19 garantierte - diese hat die Silberpfeil-Marke mit der Formel E um ein Jahr verlängern können. "So haben wir die Zeit, die Serie kennenzulernen und uns adäquat auf den Einstieg vorzubereiten", sagt Wolff. "Damit wächst die steigende Zahl der Hersteller, die sich an der elektrischen Revolution beteiligen. Der heutige Schritt zeigt, wie sehr sich die Welt verändert - nicht nur im Motorsport, sondern in der gesamten Automobilindustrie", sagt Alejandro Agag, Gründer und CEO der Formel E.

Mercedes folgt damit auf Audi (ab 2017/18) und BMW (2018/19), die ihre bisherigen Beteiligungen an den Formel-E-Rennställen Audi Abt-Schaeffler beziehungsweise MS Amlin Andretti in eigene Werksteams umwandeln. Zudem nehmen an der Formel E etablierte Autohersteller wie DS, Renault und Jaguar teil. fam

stats