Nach Datenskandal

Commerzbank schaltet wieder Werbung auf Facebook

Commerzbank-Marketer Uwe Hellmann
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Commerzbank-Marketer Uwe Hellmann
Nach gut vier Wochen Pause kehrt die Commerzbank wieder zur Facebook-Werbung zurück. Das haben die Mitarbeiter vor wenigen Minuten erfahren. Der zweitgrößte deutsche Finanzdienstleister hatte aufgrund des Datenskandals seine Aktivitäten auf der Plattform gestoppt.

Es ist eine Rückkehr zur Normalität in der Beziehung zwischen Facebook und der Commerzbank. Seit heute ist der zweitgrößte deutsche Finanzdienstleister wieder auf Facebook aktiv. Kurz nach dem Start der neuen Markenkampagne hatte die Commerzbank aufgrund des Datenskandals ihre Werbung auf dem weltweit größten sozialen Netzwerk ausgesetzt. Das war um so bemerkenswerter, weil das Institut eigens für die sozialen Plattformen eigene Bumper Ads, sechs sekündige Clips, einsetzt. Doch das ist nun Geschichte.



"Facebook reduzierte den Zugriff von App-Entwicklern auf Nutzerinformationen deutlich und Nutzer bekamen mehr Möglichkeiten zum Schutz ihrer Privatsphäre gemäß EU-Datenschutz-Grundverordnung", begründet Uwe Hellmann die Rückkehr. Zudem, so der Leiter Brand Management der Commerzbank, habe das Netzwerk die Anpassungen der Privatsphäre-Tools weltweit ausgerollt und "verschiedene Maßnahmen getroffen, um den gesetzlichen Anforderungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) – die am 25. Mai 2018 in Kraft tritt – zu entsprechen."

In den vergangenen Wochen waren die beiden Unternehmen fast täglich in Kontakt gestanden. In den Gesprächen ging es immer um den Skandal, Präventionsmaßnahmen, die Verbesserung der Privatsphäre-Tools und die Anerkennung und die Umsetzung der DSGVO sowie die in Entstehung befindliche E-Privacy-Richtlinie. "Wir hatten Facebook zudem einen konkreten Fragebogen geschickt", sagt der Manager.
„Für die Commerzbank ist der transparente und gesetzeskonforme Umgang mit den Daten von Nutzern und Geschäftspartnern eine zwingende Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit Facebook.“
Uwe Hellmann
Grundsätzlich seien die Bedenken der Bank sehr ernst genommen worden, auch wenn noch nicht alle offenen Punkte geklärt sind. Trotzdem sieht Hellmann wieder eine Basis, um die Zusammenarbeit fortzsetzen.


Ein Freibrief für die Zukunft sei das aber nicht, stellt er klar: "Für die Commerzbank ist der transparente und gesetzeskonforme Umgang mit den Daten von Nutzern und Geschäftspartnern eine zwingende Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit Facebook." Genau daran wird er das Netzwerk in den kommenden Wochen messen.

Und auch das ist eine Erkenntnis der vergangenen Tage: Zwar war die Commerzbank fast das einzige Unternehmen mit einer Werbepause, Lob von Kollegen aus anderen Unternehmen gab es dennoch, wie Hellmann sagt. "Ich habe sehr viel positives Feedback zu unserer Haltung erfahren." mir

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