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Marco Reus will sich mit dem Puma Future bei seiner ersten WM Spuren hinterlassen
Puma
Fußball-WM

Diese Schuhe von Adidas, Nike und Puma sollen die Fans verzücken

Marco Reus will sich mit dem Puma Future bei seiner ersten WM Spuren hinterlassen
Es sind Schuhe, die Geschichte schreiben: Andy Brehmes Adidas World Cup SL, mit dem er Deutschland bei der WM 1990 zum Titel schoss, und Mario Götzes kanariengelber Nike Magista, mit dem er in Rio 2014 das Siegtor erzielte, haben längst ihren Platz in den Fußball-Museen gefunden. Vielleicht gelingt im Juli 2018 Marco Reus der goldene Schuss für das deutsche Team mit dem Puma Future. Kein Wunder, dass die Top-Ausrüster Adidas, Nike und Puma den Hype um die Kickerstiefel anheizen und ihre Stars mit den neuesten WM-Editionen auf Torejagd nach Russland schicken.
von Jochen Zimmer, Montag, 11. Juni 2018
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Dass Topevents wie eine Weltmeisterschaft von den Ausrüstern zur Präsentation vermeintlicher oder tatsächlicher Produktinnovationen genutzt werden, ist natürlich keine Überraschung. Denn die globale Aufmerksamkeit bietet den Reichweitenhebel, um die Begehrlichkeit nach der neuesten Sportausrüstung anzustacheln – und damit Preise von heute bis über 300 Euro für die angesagtesten Kickerstiefel durchzusetzen.


"Für die Ausrüster ist es deshalb wichtig, vor allem solche Top-Teams unter Vertrag zu haben, die zum einen lange im Turnier bleiben und zum anderen neben der angestammten Fanbasis auch die vielen latenten Fans im Laufe eines Turniers gewinnen können", sagt Peter Rohlmann, Chef der Sportmarketingberatung PR Marketing in Rheine. Damit würden entweder sofortige Käufe von Ausrüsterartikeln (zum Beispiel Trikots, Schuhe) initiiert oder es würde die Prädisposition für diese Marke geschaffen, nach der WM genau den oder die Artikel für die eigenen Sport- und Freizeitaktivitäten zu erwerben.

1.

Adidas: Als Fifa-Sponsor und mit zwölf Teams in der ersten Reihe

Im blau-gelben Adidas X18+ wird in Russland unter anderem Thomas Müller auf Torjagd gehen
Im blau-gelben Adidas X18+ wird in Russland unter anderem Thomas Müller auf Torjagd gehen (© Adidas)
In dieser Hinsicht hat Adidas bei der WM in Russland eindeutig die Pole Position. Als offizieller Fifa-Sponsor stattet die Marke unter anderem die Schiedsrichter aus und stellt den Spielball: den Telstar 18, der erstmals mit NFC-Chip ausgerüstet ist. Mit zwölf Teams – darunter die Mitfavoriten Deutschland, Argentinien und Spanien sowie Belgien, Schweden, Russland, Kolumbien, Mexiko, Japan, Ägypten, Iran und Marokko – stellt Adidas zwei mehr als Konkurrent Nike.

Seine WM-Edition nennt Adidas Energy Mode-Pack mit dem "herzstück" X18+ in blau-gelb, der unter anderen von Thomas Müller und Gabriel Jesus (Brasilien) getragen wird. Mesut Özil und Paul Pogba vertrauen dem Predator 18+ während Dribbler wie Lionel Messi, Roberto Firmino und Julian Draxler im Nemeziz 18+ auflaufen. In der Anfang Juni gestarteten und den kompletten Mediamix bespielenden Sport18-Kampagne "Creativity is the Answer" wird laut Adidas-Sprecher Oliver Brüggen jeder Konsument eine personalisierte Version des Films sehen können – präsentiert von 56 Sportlern und Kreativen aus der Adidas-Familie.

2.

Nike: Zehn Teams jagen mit dem Swoosh den Titel

Der Nike Mercurial Supergly 360 "Naija" des nigerianischen Teams ist heiß begehrt
Der Nike Mercurial Supergly 360 "Naija" des nigerianischen Teams ist heiß begehrt (© Nike)
Der US-Konzern hat mit Brasilien, Frankreich, England und Portugal ebenfalls Hochkaräter unter Vertrag, darüber hinaus Kroatien, Polen, Australien, Nigeria sowie die beiden deutschen Gruppengegner Südkorea und Saudi-Arabien. Allerdings haben sich mit den USA und den Niederlanden zwei wichtige Nike-Teams nicht qualifiziert. Dass nicht nur die Top-Teams die Kassen klingeln lassen können, zeigt der Hype um die Nigeria-WM-Kollektion: Nur zwei Minuten nach Verkaufsstart Anfang Juni war das Dress bereits restlos ausverkauft. Wie der nigerianische Fußballverband bekannt gab, sind online bereits weit über drei Millionen Vorbestellungen bei Hersteller Nike für das Trikot der "Super Eagles" eingegangen.

Im Mercurial Superfly 360 schießt unter anderen auch Ronaldo seine Tore. Darüber hinaus gibt es zur WM 2018 noch die Modelle Hypervenom, Magista und Tiempo im "Just do it"-Pack, das in klassischem Weiß mit bunten Sohlen Farbakzente setzt. Bei früheren WMs ware es Nike gelungen mit Ambush-Marketingaktivitäten dem offiziellen Fifa-Sponsor Adidas die Show zu stehlen. Wie die Amerikaner ihre Stars und Produkte in Russland in Szene setzen, bleibt also spannend, bis eine Woche vor dem Auftaktspiel hat es von Nike-Seite noch keinen großen Werbeaufschlag gegeben.

3.

Puma: Hoffen auf den Lucky Punch ohne Italien

Der Puma One in der WM-Edition Illuminate Pack verspricht dank "Evoknit" außergewöhnliches Ballgefühl
Der Puma One in der WM-Edition Illuminate Pack verspricht dank "Evoknit" außergewöhnliches Ballgefühl (© Puma)
Die Nummer 3 im weltweiten Ausrüstermarkt läuft den Platzhirschen Nike und Adidas mit Abstand hinterher – und leidet bei der WM 2018 zusätzlich darunter, dass sich ihr Aushängeschild Italien nicht qualifizieren konnte. Mit der Schweiz, Serbien, Uruguay und Senegal haben die Herzogenauracher ansonsten nicht gerade die zugkräftigsten Nationalteams in Russland dabei. Dennoch will Puma mit dem "Illuminate Pack" punkten, einer exklusive WM-Edition der aktuellen Fußballschuhmodelle Future und One, sowie mit Trikots und sonstigen Accessoires.

Dazu werde es ein großes Marketingpaket mit Media-Aktivitäten und Instore-Maßnahmen geben, um die Begehrtheit der Marke weiter zu steigern und neue Impulse für den Abverkauf im Handel zu setzen, heißt es vonseiten des Puma-Marketings. Dieses hatte es schon bei früheren Turnieren verstanden, etwa mit ärmellosen Shirts, Einteilern oder hautengen Trikots für Nationalmannschaften der zweiten Reihe im Gespräch zu bleiben.

Zu den Topspielern mit Puma-Vertrag zählen neben Marco Reus beispielsweise die Franzosen Antoine Griezmann und Olivier Giroud, der Argentinier Sergio Agüero und der Japaner Makoto Hasebe. JOZ



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