Mobile Marketing

McDonald’s Deutschland kämpft mit neuer App um die Herrschaft über die Kundendaten

McDonald's will seine Kunden im Mobile Web erreichen
McDonald's
McDonald's will seine Kunden im Mobile Web erreichen
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Es ist nominell nur eine weitere Smartphone-App, aber sie könnte das Marketing von McDonald’s revolutionieren. Denn mit dem digitalen Angebot hebt der Fastfood-Anbieter seine Beziehung zu den Kunden auf eine völlig neue Stufe. Denn über das Programm erleichtert das Unternehmen nicht nur den Bestellvorgang, sondern will den Nutzern personalisierte Coupons auf Basis ihrer bisherigen Kaufhistorie schicken.

Holger Beeck, Vorstandsvorsitzender von McDonald’s Deutschland, präsentiert die ab sofort für Android  und iOS verfügbare McDonald's-App vor allem als Service am Kunden:  "In einer digitalisierten Gesellschaft müssen Unternehmen sich gegenüber ihren Kunden und Gästen digitalisiert präsentieren. Das gilt selbstverständlich auch für McDonald’s." Aber auch der McDonald’s-Chef räumt ein, dass das Unternehmen mit der App vor allem bei den jungen und digital affinen Kunden wieder Boden gutmachen will. Kunden, die sich im Mobile Web zuhause fühlen, über klassische Medienkanäle zunehmend schwerer zu erreichen sind und zudem zu den Erstverwendern der Essenliefer-Apps gehören.


McDonald’s hatte hier der Konkurrenz lange unnötig Terrain überlassen, indem es sich bei Lieferdiensten auf Pilotprojekte beschränkte. Mittlerweile arbeitet der Marktführer zwar mit Foodora zusammen, muss aber dabei letztlich akzeptieren, dass der Lieferdienst Zugriff auf die Kundendaten der Fastfood-Kette hat.

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum das Unternehmen seine neue App als "zentraler Baustein auf dem Weg des Unternehmens, das Restauranterlebnis für seine Gäste zu revolutionieren" definiert. Aktuell finden Nutzer innerhalb der neuen McDonald’s App exklusive Gutschein Coupons.

„Im Sommer steigen wir in das große Feld des E-Commerce ein, mit digitalem Bestellen und Bezahlen als Höhepunkt unserer neuen App.“
Holger Beeck
McDonald's-Deutschlandchef Holger Beeck
McDonald's-Deutschlandchef Holger Beeck (© McDonald's)
Zukünftig sollen solche Angebote anhand der Bestellhistorie individuell auf einzelne Nutzergruppen ausgespielt werden. Kundenbindungsprogramme wie der bereits bekannte digitale "McCafé Sammelpass" werden innerhalb der ersten Jahreshälfte in die App integriert. Auch die Integration des McDonald’s Lieferservice ist mittelfristig geplant. Auf den eigentlichen Big Bang werden die Markenfans noch einige Monate warten müssen. Holger Beeck: "Im Sommer steigen wir in das große Feld des E-Commerce ein, mit digitalem Bestellen und Bezahlen als Höhepunkt unserer neuen App."

Dann werden die Nutzer auf dem Smartphone ihre Bestellung zusammenstellen und jederzeit anpassen können. Durch Standortbestimmung wird die Bestellung auf Wunsch an das entsprechende Restaurant geschickt. Der Gast muss den Vorschlag bestätigen und kann sich aussuchen, wohin er seine Bestellung gebracht haben möchte; beispielsweise via Tischservice direkt an den Tisch oder doch lieber an das McDrive Fenster.

McDonald's will auf den Homescreen seiner Kunden
McDonald's will auf den Homescreen seiner Kunden (© McDonald's)
McDonald’s hat umgekehrt mit jedem Nutzer der App ein weiteres Datenprofil, um die Kundenströme in seinen Restaurants und – wichtiger noch – in der Nähe seiner Restaurants hochrechnen zu können. Damit ergeben sich nicht nur neue Chancen für ein in Echtzeit optimiertes Location Based Marketing. Statt wie in der Vergangenheit Promotionkampagnen im TV zu schalten, könnte sich die Marke darauf konzentrieren, über Mobile Coupons Kunden anzusprechen, die in der Nähe sind, oder deren Bewegungsprofile einen Besuch der Nachbarschaft nahe legen. Auch die CRM-Funktion der App sollte die Kundenbindung noch einmal deutlich erhöhen. Denn wer vom Unternehmen mit personalisierten Angeboten umworben wird, ist langfristig auch ein treuerer Kunde.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Flut an Kunden-Insights, die sich McDonald’s über die App sichert. In der Vergangenheit galt der McDonald’s-Wettbewerb MyBurger als Marketingerfolg, weil er dem Unternehmen viele Daten über die Rezeptpräferenzen der Kunden lieferte. Sobald sich die App als Bestellplattform und Möglichkeit zur Menüpersonalisierung etabliert hat, fließen vergleichbare Konsumdaten – allerdings kontinuierlich und über das gesamte Sortiment.

Entsprechend hoch ist also das Interesse von McDonald’s, die Zahl der Anwender hochzutreiben. Zum Start der App veranstaltet die Marke daher vom 22. Februar bis 25. März den Großen Oster-Countdown mit täglich neuen Coupons. cam



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