Lucky Strike

Gerichtshof urteilt über Werbung mit Bohlen und Ernst August

In dem Rechtsstreit geht es um diese Werbemotive von Lucky Strike
In dem Rechtsstreit geht es um diese Werbemotive von Lucky Strike
Der Musikproduzent Dieter Bohlen, 61, und Ernst August Prinz von Hannover, 60, haben ihre Beschwerde über unerlaubte Werbung mit ihren Namen bis auf die europäische Ebene getragen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) will darüber am Donnerstag entscheiden.

Es geht um Schadensersatzklagen der beiden Prominenten wegen einer satirisch-spöttischen Werbekampagne für die Zigarettenmarke Lucky Strike in den Jahren 2000 und 2003. Eine Anzeige enthielt eine ironische Anspielung ("Schau mal, lieber Dieter, so einfach schreibt man super Bücher") auf ein 2003 erschienenes Buch Bohlens, das nach Klagen Prominenter mit einigen geschwärzten Passagen erschien.


Eine andere Anzeige nahm satirisch Bezug auf Medienberichte, wonach Prinz Ernst August von Hannover 1998 und 2000 in tätliche Auseinandersetzungen verwickelt gewesen sei. Abgebildet war eine eingedrückte Zigarettenschachtel Lucky Strike mit der Textzeile: "War das Ernst? Oder August?"
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Werbung kann Menschenrechte verletzen. Sogar die von Dieter Bohlen. Ausgerechnet der selbst ernannte Pop-Titan, der bei seinen Auftritten in TV-Shows wie "DSDS" regelmäßig wegen seines rüden Umgangstons und dem Abwatschen von Kandidaten in die Kritik gerät, hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage gegen Deutschland eingereicht. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Grund sind Werbeplakate von Lucky Strike, die der deutsche Bundesgerichtshof für zulässig hält.

Beide Beschwerdeführer sahen sich von den Anzeigen in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte ihre Klagen 2008 abgewiesen. Die Einwilligung des Prominenten sei in dem Fall unnötig, da sich die Anzeige "in satirisch-spöttischer Form mit einem in der Öffentlichkeit diskutierten Ereignis auseinandersetzt", hieß es in dem ablehnenden BGH-Urteil. Vor dem EGMR machen beide Kläger geltend, das BGH-Urteil habe ihr Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens verletzt. dpa



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